- 29.05.2012, 16:25:32
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Vorarlberg und Graubünden bauen Zusammenarbeit aus
Treffen der beiden Regierungen in St. Gerold
St. Gerold (OTS/VLK) - Verkehrs- und Sozialfragen aber auch Themen
aus den Bereichen Bildung, Hochwasserschutz und Wildökologie standen
im Mittelpunkt des gutnachbarschaftlichen Treffens der Regierungen
von Vorarlberg und Graubünden am Dienstag, 29. Mai in St. Gerold.
Landeshauptmann Markus Wallner informierte die Graubündner Regierung,
die von Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner angeführt wurde,
auch über die Klage des Landes gegen das AKW Mühleberg.
Der Landeshauptmann stellte dabei klar, dass die Vorarlberger
Klage gegen das Schweizer AKW Mühleberg "kurz vor der Einbringung"
steht. Die im Auftrag der Abteilung Nuklearkoordination im
Lebensministerium erstellten Gutachten hätten für Vorarlberg
eindeutig überdurchschnittliches Gefährdungspotential aufgezeigt. "Es
liegt daher im Interesse und in der Verantwortung des Landes, alles
Mögliche zu tun, um Gefahren für die Gesundheit sowie für Leib und
Leben der Bürgerinnen und Bürger Vorarlbergs abzuwenden. Mit der
Klage werden auch die rechtlichen Mittel voll ausgeschöpft", so der
Landeshauptmann.
Die weiteren Themen spannten einen weiten Bogen: Die Vorarlberger
Landesregierung informierte über den aktuellen Stand bei "Mobil im
Rheintal". Derzeit werden gemeinsam mit der ASFINAG die nächsten
Planungsschritte präzisiert und mit dem Verkehrsministerium die
weitere Vorgangsweise verhandelt. Graubünden berichtete über den
aktuellen Stand zum Projekt "Bodensee-Rheintal Y". Dabei geht es vor
allem um die Aufwertung und den Ausbau der Schienenverbindung vom St.
Galler Rheintal über Rorschach-Romanshorn nach Kreuzlingen/Konstanz.
Vorarlbergs Maßnahmen zu einem kindgerechten Übergang vom
Kindergarten in die Volksschule standen ebenso auf dem Programm wie
ein Erfahrungsaustausch zur Hotellerieförderung in den beiden
Regionen. Vorgestellt wurden auch die Erfahrungen des Landes beim
Case- und Care-Management: Maßgebliche Instrumente, mit denen
Vorarlberg in allen Landesteilen eine bestmögliche Versorgung für
pflege- und betreuungsbedürftige Menschen und deren Angehörige
sicherstellen möchte. Auch ein Informationsaustausch über die
Blauzone Rheintal - Notentlastungsflächen "Alpenrhein" stand auf dem
Programm.
Wildökologische Wechselbeziehungen
Seit Juni 2009 wird im Dreiländereck Vorarlberg, Graubünden und
Fürstentum Liechtenstein auf Initiative der Vorarlberger Jägerschaft
ein Rotwildbesenderungs- und Markierungsprojekt durchgeführt. Das auf
fünf Jahre anberaumte Projekt läuft bisher sehr erfolgreich. In der
ersten Phase wurden insgesamt 38 Stück Rotwild im Projektsgebiet mit
GPS-GSM-Halsbändern versehen und über ca. 2 Jahre lang die
Raumnutzung dieser Tiere verfolgt und wissenschaftlich ausgewertet.
Die Ergebnisse dieser objektiven Erhebung und Darstellung der
Raumnutzung des Rotwildes im Rätikongebiet soll künftig als Grundlage
zur länderübergreifenden Rotwildbewirtschaftung, insbesondere einer
wirksamen Bestandesregulierung beim Rotwild sowie der Reduzierung von
Wildschäden im Schutz- und Bannwald dienen.
Vorarlberg pflegt mit seinen Nachbarn in der Schweiz und mit
Liechtenstein traditionell gute Kontakte. Treffen auf Regierungsebene
mit dem Fürstentum Liechtenstein und den Kantonen St.Gallen und
Graubünden werden deshalb regelmäßig durchgeführt und finden auf
beiden Seiten des Rheins statt.
Für die Graubündner Kantonsregierung nahmen an dem diesjährigen
Arbeitsgespräch in St. Gerold Regierungspräsidentin Barbara Janom
Steiner, Regierungsvizepräsident Hansjörg Trachsel, die
Regierungsräte Mario Cavigelli, Martin Jäger und Christian Rathgeb
sowie Kanzleidirektor Claudio Riesen teil. Die Vorarlberger
Landesregierung war durch Landeshauptmann Markus Wallner,
Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, die Landesrätinnen Greti Schmid
und Andrea Kaufmann, die Landesräte Erich Schwärzler, Siegi Stemer
und Rainer Gögele sowie Landesamtsdirektor Günther Eberle ebenfalls
komplett vertreten.
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