- 29.05.2012, 13:00:30
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Möglichkeiten zur regionalen Auftragsvergabe ausschöpfen
Neues Handbuch mit Empfehlungen, wie Gemeinden gesetzliche Spielräume nützen können
Bregenz (OTS/VLK) - Das Land Vorarlberg, die Gemeinden und die
Wirtschaftskammer sind sich einig: Bei der Vergabe öffentlicher
Aufträge müssen die gesetzlichen Spielräume bestmöglich genützt
werden, damit heimische Unternehmen in der Region zum Zug kommen und
Wertschöpfung im Land gehalten werden kann. Das neu überarbeitete
"Handbuch zur Regionalvergabe 2012" wartet mit einer Reihe von
Praxisbeispielen und Empfehlungen an die Gemeinden auf, wie sie im
Rahmen von Auftragsvergaben die regionale Wirtschaft gezielt
unterstützen können.
Das ist ein klares Signal an die Vorarlberger Unternehmerschaft,
sagte Landeshauptmann Markus Wallner bei der Präsentation im
Pressefoyer am Dienstag, 29. Mai 2012: "Der Anteil der öffentlichen
Aufträge am Gesamtauftragsvolumen des Vorarlberger Gewerbes beträgt
fast ein Viertel. Hier geht es um Wertschöpfung und Kaufkraft in der
Region, um örtliche Nahversorgung und Arbeitsplätze, um Wohlstand und
Lebensqualität."
In Richtung Wirtschaftsministerium forderte Wallner, dass die
gelockerten Schwellenwerte bei Auftragsvergaben erneut verlängert
werden. Diese betragen bis zu 100.000 Euro bei Direktvergaben und bis
zu einer Million Euro bei nicht offenen Verfahren im Bauwesen. "Es
besteht keine EU-rechtliche Verpflichtung, diese Wertgrenzen zu
Jahresende wieder herabzusetzen. Durch die Verlängerung der geltenden
Schwellenwert-Verordnung soll weiterhin der notwendige Spielraum
gelassen werden, um kleinere Aufträge ohne große bürokratische Hürden
zu vergeben", betonte Wallner und rechnete gleich vor: Seit
Inkrafttreten der Verordnung im Mai 2009 konnten bei Hochbauprojekten
des Landes Direktvergaben im Umfang von 11,8 Millionen Euro
zusätzlich an heimische Unternehmen vergeben werden. Aufträge
aufgrund eines nicht-offenen Verfahrens wurden im Umfang von 10,5
Millionen Euro vergeben - also insgesamt über 22 Millionen Euro an
zusätzlichen Aufträgen aus dem Hochbau für die heimische Wirtschaft.
Die Vorarlberger Wirtschaft ist in weiten Teilen klein- und
mittelständisch strukturiert. Rund 90 Prozent der heimischen
Unternehmen haben zehn oder weniger Beschäftigte. Für WK-Präsident
Manfred Rein erfüllen die Unternehmen vielfältige Aufgaben - nicht
nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch für das soziale Gefüge.
Mit dem neuen Vergabehandbuch wolle die Wirtschaftskammer erreichen,
dass die Gemeinden die öffentliche Auftragsvergabe als Chance
verstehen, regionale Betriebe - im Rahmen der gesetzlichen
Möglichkeiten - gezielt zu fördern, so Rein. Insbesondere gelte es,
das Bestbieter-Prinzip nicht nur nach dem Preis, sondern verstärkt
nach regionalen Kriterien auszulegen, etwa nach Lebenszykluskosten,
Qualität, umweltgerechten oder sozialen Leistungen, rascher
Verfügbarkeit im Nahraum etc.
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