Parlamentarischer Landwirtschaftsausschuss muss für die Bienen entscheiden!

Nur ein Verbot der bienengiftigen Maisbeizmittel stoppt das Bienensterben, weitere Studien nicht!

Wien (OTS) - Die Ankündigung des Obmanns der steirischen Imker, in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer noch eine weitere Studie zur Untersuchung des Bienensterbens durchzuführen, stößt bei der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ebenso wie bei zahlreichen Imkern auf Unverständnis. Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000: "Während in unseren Nachbarländern Deutschland, Slowenien und Italien die bienengiftigen Maisbeizmittel schon seit Jahren verboten sind, wird in Österreich nun schon das vierte Jahr das Bienensterben 'erforscht'. Gleichzeitig verenden Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge in Scharen, da die Mittel weiter im Einsatz sind, obwohl die Beweise für die Bienengiftigkeit dieser Mais-Pestizide spätestens seit 2008 auf dem Tisch liegen!"

Denn 2008 - also vor 4 Jahren - wurden erstmals neonicotinoide Maisbeizmittel in toten Bienen nachgewiesen, was zu unmittelbaren Verboten in unseren Nachbarländern führte. "Nur in Österreich wollten es der Landwirtschaftsminister und die AGES scheinbar noch genauer wissen", ärgert sich Burtscher. "Anstatt eines Verbots wurde das Bienensterben im sogenannten MELISSA-Projekt beobachtet und analysiert." Nach drei versäumten Jahren ist es nun amtlich: Die im Zeitraum zwischen Maisaussaat und Maisblüte akut auftretenden Bienenvergiftungen stehen in einem Zusammenhang mit den neonicotinoiden Maisbeizmitteln. Eine vom österreichischen Imkerbund in Auftrag gegebene Studie zeigte nun, dass auch die verheerenden Überwinterungsverluste, die heuer allein in Niederösterreich 9000 Bienenvölker umfassen, und Berichten zufolge im Burgenland und in der Steiermark bis zu einem Viertel der Bienenbestände vernichtet haben, ebenfalls auf das Konto dieser Maisbeizmittel gehen. Chemische Untersuchungen zeigten, dass bei den vernichteten Bienenvölkern die Überwinterungsvorräte, das sogenannte Bienenbrot, mit diesen Mais-Pestiziden vergiftet waren. Bestätigt werden alle diese österreichischen Untersuchungsergebnisse sowohl durch die umfassende italienische Studie APENET (Forschungsbudget 6,5 Mio Euro) sowie durch eine ständig wachsende Zahl an wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Bienensterben.

"Das Letzte, was wir jetzt noch brauchen, ist eine weitere Studie über das Bienensterben", stellt Helmut Burtscher fest. "Nur ein sofortiges Verbot der neonicotinoiden Maisbeizmitteln, wie das auch von den Obmännern des österreichischen Imker- sowie Erwerbsimkerbunds Johann Watschka und Josef Stich einhellig gefordert wird, kann dem Biensterben Einhalt gebieten!" Alle Hoffnungen richten sich daher auf den morgigen Mittwoch stattfindenden parlamentarischen Landwirtschaftsausschuss, bei dem das Bienensterben einmal mehr auf der Tagesordnung stehen wird. "Wir hoffen sehr, dass dies das letzte Mal sein wird, dass über tote Bienen debattiert werden muss, und dass wie geplant ein Fünfparteienantrag, der das Verbot der neonicotinoiden Maisbeizmittel zum Inhalt hat, verabschiedet wird. Es steht immerhin sehr viel auf dem Spiel", so Burtscher abschließend.

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