• 29.05.2012, 11:13:57
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Parlamentarischer Landwirtschaftsausschuss muss für die Bienen entscheiden!

Nur ein Verbot der bienengiftigen Maisbeizmittel stoppt das Bienensterben, weitere Studien nicht!

Wien (OTS) - Die Ankündigung des Obmanns der steirischen Imker, in
Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer noch eine weitere Studie
zur Untersuchung des Bienensterbens durchzuführen, stößt bei der
österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ebenso wie bei
zahlreichen Imkern auf Unverständnis. Helmut Burtscher,
Umweltchemiker bei GLOBAL 2000: "Während in unseren Nachbarländern
Deutschland, Slowenien und Italien die bienengiftigen Maisbeizmittel
schon seit Jahren verboten sind, wird in Österreich nun schon das
vierte Jahr das Bienensterben 'erforscht'. Gleichzeitig verenden
Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge in Scharen, da die
Mittel weiter im Einsatz sind, obwohl die Beweise für die
Bienengiftigkeit dieser Mais-Pestizide spätestens seit 2008 auf dem
Tisch liegen!"

Denn 2008 - also vor 4 Jahren - wurden erstmals neonicotinoide
Maisbeizmittel in toten Bienen nachgewiesen, was zu unmittelbaren
Verboten in unseren Nachbarländern führte. "Nur in Österreich wollten
es der Landwirtschaftsminister und die AGES scheinbar noch genauer
wissen", ärgert sich Burtscher. "Anstatt eines Verbots wurde das
Bienensterben im sogenannten MELISSA-Projekt beobachtet und
analysiert." Nach drei versäumten Jahren ist es nun amtlich: Die im
Zeitraum zwischen Maisaussaat und Maisblüte akut auftretenden
Bienenvergiftungen stehen in einem Zusammenhang mit den
neonicotinoiden Maisbeizmitteln. Eine vom österreichischen Imkerbund
in Auftrag gegebene Studie zeigte nun, dass auch die verheerenden
Überwinterungsverluste, die heuer allein in Niederösterreich 9000
Bienenvölker umfassen, und Berichten zufolge im Burgenland und in der
Steiermark bis zu einem Viertel der Bienenbestände vernichtet haben,
ebenfalls auf das Konto dieser Maisbeizmittel gehen. Chemische
Untersuchungen zeigten, dass bei den vernichteten Bienenvölkern die
Überwinterungsvorräte, das sogenannte Bienenbrot, mit diesen
Mais-Pestiziden vergiftet waren. Bestätigt werden alle diese
österreichischen Untersuchungsergebnisse sowohl durch die umfassende
italienische Studie APENET (Forschungsbudget 6,5 Mio Euro) sowie
durch eine ständig wachsende Zahl an wissenschaftlichen Publikationen
zum Thema Bienensterben.

"Das Letzte, was wir jetzt noch brauchen, ist eine weitere Studie
über das Bienensterben", stellt Helmut Burtscher fest. "Nur ein
sofortiges Verbot der neonicotinoiden Maisbeizmitteln, wie das auch
von den Obmännern des österreichischen Imker- sowie Erwerbsimkerbunds
Johann Watschka und Josef Stich einhellig gefordert wird, kann dem
Biensterben Einhalt gebieten!" Alle Hoffnungen richten sich daher auf
den morgigen Mittwoch stattfindenden parlamentarischen
Landwirtschaftsausschuss, bei dem das Bienensterben einmal mehr auf
der Tagesordnung stehen wird. "Wir hoffen sehr, dass dies das letzte
Mal sein wird, dass über tote Bienen debattiert werden muss, und dass
wie geplant ein Fünfparteienantrag, der das Verbot der
neonicotinoiden Maisbeizmittel zum Inhalt hat, verabschiedet wird. Es
steht immerhin sehr viel auf dem Spiel", so Burtscher abschließend.

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
   [email protected]
   
   Mag. Lydia Matzka-Saboi
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 26
   
   Mag. Nunu Kaller
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 20
   
   DI Dr. Helmut Burtscher
   GLOBAL 2000 Umweltchemiker
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 34

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