• 25.05.2012, 14:20:58
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"kreuz und quer" am 29. Mai: "Taste the Waste - Frische Lebensmittel für den Müll" und "Der Junge, der vom Himmel fiel"

Anlässlich des internationalen Kongresses "Zukunft ohne Hunger" in Wien

Wien (OTS) - Weltweit hungern 925 Millionen Menschen und täglich
sterben 7.000 Kinder an den Folgen von Hunger und Unterernährung.
Anlässlich des internationalen Kongresses zu globalem Hunger und
nachhaltiger Ernährungssicherung am 1. und 2. Juni 2012 in Wien zeigt
"kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 29.
Mai, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Taste the Waste", in
der Valentin Thurn das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung
international recherchiert. In "Der Junge, der vom Himmel fiel"
erzählt Ulrike Westermann um 23.15 Uhr die Geschichte eines
Jugendlichen, der sein Leben riskierte, um der Perspektivlosigkeit in
seinem Heimatland Kamerun zu entkommen. Am Donnerstag, dem 31. Mai,
zeichnet Erwin Wagenhofers preisgekrönter Dokumentarfilm "We Feed the
World" um 23.00 Uhr in ORF 2 ein düsteres Stimmungsbild im Konflikt
zwischen bitterer Armut und einem Leben im Überfluss.

"Taste the Waste - Frische Lebensmittel für den Müll" - Ein Film von
Valentin Thurn

Die Hälfte aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Salat,
jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon landet
im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht. Und fast
niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung. Wer macht aus Essen Müll?
Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das
Klima? Und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen? Der Film
findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und
Köchen. In Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun,
Italien und den Vereinigten Staaten. Und er findet Menschen, die
unserem Essen mehr Wertschätzung entgegenbringen und Alternativen
entwickelt haben, um die Verschwendung zu stoppen.

Essen wegzuwerfen findet niemand gut - "weil andere nichts zu essen
haben", sagen die Jüngeren und die Älteren erinnern sich noch an den
Hunger im Krieg: "Da waren wir um jeden Kanten Brot froh." Aber wir
alle machen mit beim Wegwerfen. Valentin Thurn hat die Wirklichkeit
in unseren Mülltonnen aufgespürt - in den Abfall-Containern der
Großmärkte, der Supermärkte und denen vor unserer Haustür. Sie
enthalten Massen einwandfreier Lebensmittel, teilweise noch
originalverpackt, oft ist nicht einmal das Haltbarkeitsdatum
abgelaufen. Mehr als zehn Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr
werden allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr!
Warum werfen wir so viel weg? Auf der Suche nach Erklärungen spricht
Valentin Thurn mit Supermarkt-Verkäufern und -Managern, Bäckern,
Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Psychologen, Bauern und
EU-Bürokraten.
Was er findet, ist ein System, an dem wir uns alle beteiligen:
Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an. Bis spät in
den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder
Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein
welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel oder eine Delle im Apfel
- sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher schon zwei Tage vor
Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Dass wir die Hälfte unseres
Essens verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus.

Die Landwirtschaft ist für mehr als ein Drittel der Treibhausgase
verantwortlich, der Anbau der Lebensmittel verbraucht Energie und
Dünger und zerstört immer mehr Regenwälder. Wenn Nahrungsmittel auf
der Mülldeponie verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das bei
der Erderwärmung 25-mal so stark wirkt wie Kohlendioxid. Unsere
Verschwendungssucht verschärft auch den weltweiten Hunger. Früher
mahnten uns unsere Mütter, den Teller leer zu essen: "Die Kinder in
Afrika wären froh, wenn sie dieses Essen bekämen." Als Kinder haben
wir sie nicht ernst genommen - wie sollten unsere Tellerreste auch zu
den afrikanischen Kindern kommen? Doch die Aussage unserer Mütter war
geradezu prophetisch. Die steigenden Weizenpreise belegen es:
Heutzutage kaufen wir unser Essen auf demselben Weltmarkt, auf dem
auch die Entwicklungsländer kaufen. Würden wir weniger wegwerfen,
müssten wir weniger einkaufen; die Preise fielen und es bliebe mehr
für die Hungrigen. Aber es geht auch anders!

"Der Junge, der vom Himmel fiel" - Ein Film von Ulrike Westermann

Auf einem Feld in einem kleinen deutschen Dorf an der Grenze zur
Schweiz nördlich des Zürcher Flughafens findet ein Spaziergänger die
Leiche eines schwarzen Buben, tief in den regendurchtränkten
Ackerboden gedrückt. Bananenschalen und eine Reisetasche im
Fahrwerkschacht eines Airbusses aus Kamerun bestätigen die Vermutung,
dass er aus einem Flugzeug fiel. Als blinder Passagier wollte Mforbei
Solomon Fusi nach Europa fliegen. Die Rekonstruktion der Ereignisse
und die Suche nach den Ursprüngen fördern Träume von einem Leben in
Wohlstand sowie afrikanische und europäische Realitäten zutage.
Jugendliche, die ihr Leben riskieren, um der Perspektivlosigkeit in
ihren Heimatländern zu entkommen, werden auch als
"Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnet. "Der Junge, der vom Himmel fiel"
verleiht diesem Begriff ein Gesicht und eine Geschichte und macht
wieder einen Menschen aus ihm. Der Film folgt den Spuren Solomons bis
in die Tiefe seiner Heimat und beginnt mit dem letzten Kapitel aus
Solomons Geschichte.

"Der Junge, der vom Himmel fiel" wird in dem kleinen Ort Lauchringen
post mortem adoptiert. Er wird feierlich bestattet und erhält einen
Grabstein aus Granit, in den Afrika eingraviert und Kamerun
gekennzeichnet ist. Immer wieder liegen Blumen auf seinem Grab, der
Pfarrer sagt, man habe ihm ein Stück Heimat gegeben. Er denkt aber
auch, dass nicht jeder im Ort begeistert gewesen wäre, wäre Solomon
lebend zu ihnen gekommen. In Frankreich lernten zwei Menschen Solomon
kennen, als er vier Monate vor seinem Tod auf dem Rollfeld des
Pariser Flughafen Charles de Gaulle aufgegriffen wurde. Solomon
erzählte die unglaubliche Geschichte, er sei im Fahrgestellschacht
eines Flugzeuges gereist. Solomons Pflegemutter lobt ihn als braven
Buben, der nicht so raubeinig war wie die anderen, und der
Sozialfürsorger bedauert, dass Solomon eines Tages beschloss, wieder
nach Kamerun zurückzukehren.

Solomons Familie ist glücklich, den verlorenen Sohn zurück zu haben,
doch die Freude währt nur kurz. Zwei Wochen nach seiner Rückkehr
versucht Solomon erneut, als blinder Passagier nach Europa zu
gelangen, diesmal mit tödlichem Ausgang. Die Menschen, die mit ihm
lebten, erzählen mit großer Offenheit seine Geschichte, aber auch
ihre Erwartungen, Bewertungen und ihre Moral. Sie entwerfen ein
widersprüchliches Bild des Buben und man erhält sehr persönliche
Innenansichten einer afrikanischen Familie. Diese lassen ahnen,
welcher Druck auf der jungen afrikanischen Generation lastet, die
einerseits die soziale Hoffnung und Perspektive der Familien ist und
andererseits von einem Leben als freies Individuum nach westlichem
Vorbild träumt.

Österreichischer Klimaschutzpreis 2012

Lebensmittel bewusster zu verwenden kann ein wertvoller Beitrag zum
Klimaschutz sein und steht in im Zentrum zahlreicher Projekte, die in
den vergangenen Jahren für den von ORF und Lebensministerium seit
2008 vergebenen Österreichischen Klimaschutzpreis eingereicht wurden.
Die Anmeldefrist zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2012 endet
heuer am 17. August. Erstmals wird 2012 auch ein "Österreichischer
Klimaschutzpreis Junior" für Kinder von acht bis 14 Jahren vergeben,
hier endet die Einreichfrist am 5. Juni. Infos und Einreichungen:
http://klimaschutzpreis.ORF.at.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Karin Wögerer
Tel.: (01) 87878 - DW 12913
http://presse.ORF.at

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