• 25.05.2012, 12:02:49
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GLOBAL 2000 fordert Ausstieg aus Atomenergie und Energiewende bis 2050

Umweltminister Berlakovich gibt Energieautarkie als Ziel aus - Vorreiter ist Niederösterreich mit bereits 90% erneuerbarer Energie im Netz.

Wien (OTS) - Die Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima haben
die zerstörerische Kraft von Atomenergie mehr als deutlich
aufgezeigt. Im dicht besiedelten Europa sind 133 Reaktoren in
Betrieb, davon 62 Hochrisikoreaktoren. Vor allem letztere sind sofort
vom Netz zu nehmen: Erst diese Woche wurde eine Studie des Max Planck
Instituts bekannt, die die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU
deutlich höher berechnet als bisher angenommen. Alle zehn bis 20
Jahre ist mit einem Super-GAU (größer als der größte anzunehmende
Unfall) zu rechnen. Auch aus diesem Grund hat GLOBAL 2000 die
europäische Bürgerinitiative "Meine Stimme gegen Atomkraft" initiiert
und fordert den Ausstieg Europas aus der Atomkraft.

Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000, erklärt: "Wir
fordern auch eine Energiewende, die vor allem über
Energieeffizienzmaßnahmen und einen völligen Umstieg auf erneuerbare
Energien bis 2050 erzielt wird. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat
ein Recht auf sichere Energie. Atomkraft ist gefährlich, Europa muss
so bald wie möglich aus der Atomkraft aussteigen. Spätestens seit
unserer Petition "Abschalten! Jetzt!", die im vergangenen Jahr allein
in Österreich von über 700.000 Menschen unterschrieben wurde, wissen
wir die Zivilbevölkerung hinter uns. Nun ist es an der Politik, zu
handeln."

Umweltminister DI Nikolaus Berlakovich spricht sich ebenfalls für
einen Ausbau erneuerbarer Energien aus, auch er beharrt auf das Ziel
Energieautarkie bis 2050: "Die stärkste Waffe gegen die Atomkraft ist
die erneuerbare Energie. Gleichzeitig brauchen wir die Energiewende
mit einer Reduktion des Energieverbrauchs und einem völligen Umstieg
auf erneuerbare Energieträger. Bis 2050 soll Österreich soviel
Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, dass wir unseren
Energiebedarf selbst decken können. Das ist ein ehrgeiziges und
lohnenswertes Ziel. Tschernobyl und Fukushima zeigen: Atomkraft ist
eine Todesenergie. Sie bürdet den Generationen nach uns ökologische
und finanzielle Lasten auf, die unkalkulierbar sind. Gemeinsam mit
weiteren AKW-freien Staaten Europas wird sich Österreich auch
weiterhin mit aller Kraft für eine ökologische Energiewende und für
ein atomkraftfreies Europa einsetzen."

Landesrat Dr. Stefan Pernkopf betont die Vorreiterrolle
Niederösterreichs, bereits jetzt kommt ein überwiegender Großteil der
Energie nicht aus fossilen oder atomaren Quellen: "Ich sage nein zu
Atomstrom und ein klares Ja zum Ausbau der erneuerbaren Energie.
Niederösterreich geht diesen Weg konsequent seit Jahren, wir sind
Vorreiter in Österreich bei Biomasse, Windkraft und Photovoltaik. Aus
neun von zehn Steckdosen kommt bereits Strom aus erneuerbarer
Energie. Unser Ziel lautet aber, 100 Prozent des Stroms aus
erneuerbarer Energie zu produzieren. Das wollen wir bis 2015
erreichen".

Als Auftakt für das von GLOBAL 2000 eingereichte europäische
Volksbegehren für einen Atomausstieg sowie für den Ausbau und die
Förderung erneuerbarer Energien findet am 25. und 26. Mai am Gelände
des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf ein großes
Festival statt. Mehr als 80 Künstler, darunter Culcha Candela,
Patrice, die Sofa Surfers und Kreisky, treten im Namen eines
europaweiten Atomausstiegs auf. Die Band Fictionplay ist eine der
Bands, die auf dem TOMORROW-Festival ihre Stimme gegen Atomkraft
erheben. Dominik Essletzbichler, Gitarrist der Band, erklärt: "Eine
sichere Zukunft für uns, unsere Kinder und unseren Planeten. Ganz
Europa soll es hören: Atomstrom - Nein danke! Mit dem Schritt in ein
atomstromfreies Europa nimmt der Umbruch unserer Zeit endlich Gestalt
an."

EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr freut sich, dass die EVN mit dem
AKW Zwentendorf eine weltweit einzigartige Location zur Verfügung
stellen kann: "Die EVN erzeugt heute in Zwentendorf mittels einer
Photovoltaikanlage Strom aus Sonnenenergie. Die bestehende Anlage
wird im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells schon bald erweitert.
Die Anteile am Sonnenkraftwerk waren innerhalb weniger Tage
vergriffen, das Modell war ein voller Erfolg. Mit der Beteiligung
können unsere Kunden ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende
leisten. Das AKW Zwentendorf ist für mich ein schönes Symbol für eine
erneuerbare Energiezukunft".

Informationen zum Festival: http://www.tomorrow-festival.at

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000
   Lydia Matzka-Saboi/Nunu Kaller 
   Pressesprecherinnen
   Tel.: +43 699 14 2000 26 / +43 699 14 2000 20
   mailto:[email protected]
   www.global2000.at

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