GSV: Lässt der Straßenwinterdienst unsere Autos vorzeitig rosten?

Automobilimporteure klagen über beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden

Wien (OTS) - Seit Beginn der modernen Schneeräumung werden Auftausalze verwendet, um das Straßennetz möglichst schnee- und eisfrei zu halten. Bei zweistelligen Minusgraden reichen klassische Kochsalzlösungen jedoch nicht aus, Calciumchlorid muss den Auftausalzen zugefügt werden.

Genau dieses Calciumchlorid erhöht aber die Korrosionsanfälligkeit bereits von jungen Fahrzeugen. Anlässlich eines GSV-Forums zu dieser Problematik beklagt Christian Pesau vom Arbeitskreis der Automobilimporteure diese Situation: "Aus unserer Sicht verursacht der Einsatz dieser aggressiv wirkenden Streumittel einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden. Die steigenden Gewährleistungskosten für die Instandsetzung dieser Schäden müssen in die Fahrzeugpreise eingerechnet werden. Nach Ende der Gewährleistungs- und Garantiefristen müssen die Endverbraucher diese Kosten selbst tragen. Die in Österreich im Vergleich zu anderen topographisch ähnlichen Ländern streng gehaltene Wegehalterhaftung darf nicht zum Schaden der Autofahrer führen". Josef Fiala von der ASFINAG hält dem entgegen, dass der Einsatz von aggressivem Calciumchlorid schon aus wirtschaftlichen Gründen so weit wie möglich vermieden wird: "Mit modernsten Technologien optimieren wir permanent die Streumengen. Trotz dieser Verbesserungen darf die Verfügbarkeit und die Verkehrssicherheit auch im Winterdienst für die AutofahrerInnen nicht gefährdet sein; dies hat für die ASFINAG oberste Priorität." Josef Decker, stv. Straßenbaudirektor in Niederösterreich dazu: "In den letzten Jahren konnten wir durch Schulungen der Mitarbeiter und Optimierungen im technischen Bereich den Streumitteleinsatz, natürlich abhängig vom jeweiligen Winter, deutlich reduzieren." Für den ÖAMTC als Vertreter der Straßenbenützer steht vor allem die Sicherheit des Straßenverkehrs im Vordergrund. ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer zeigt auf, dass ein allzu großzügiges Sparen beim Winterdienst sehr leicht zu Haftungsverpflichtungen des Straßenerhalters führen kann. "Die von Politikern des Öfteren propagierte "Nullstreuung" ist daher nicht mehr als ein Kopf-in-den-Sand-Stecken vor möglichen rechtlichen Nachteilen". Alternativen zu Calciumchlorid sind derzeit wenig befriedigend:
Splitt wird immer weniger als brauchbare Alternative angesehen (Feinstaub!) und ist auf Autobahnen nicht erlaubt. Versuche mit Zuckermelasse lassen laut ASFINAG derzeit einen wirtschaftlich vertretbaren Einsatz nicht zu.

Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV fordert: "Oberstes Gebot beim Winterdienst bleibt die Verkehrssicherheit. Dennoch muss weiterhin an der Optimierung des Streumitteleinsatzes gearbeitet und die Entwicklung umweltverträglicher Streumittel vorangetrieben werden. Damit können auch Korrosionswirkungen an Fahrzeugen eingedämmt werden"

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