"profil": Karl-Heinz Grasser in Steueraffäre von eigenem Steuerberater schwer belastet

Peter Haunold gegenüber Justiz: "Habe KHG 2007 zur Offenlegung geraten" - "Steuerliche Konsequenzen waren ihm bewusst"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird der unter anderem der "gewerbsmäßigen Abgabenhinterziehung" verdächtige Karl-Heinz Grasser nun ausgerechnet von seinem eigenem Steuerberater schwer belastet. Grasser wird verdächtigt, zwischen 2007 und 2009 Einkünfte aus seiner Tätigkeit für die Meinl-Gruppe in der Höhe von 5,376 Millionen Euro nicht versteuert zu haben, indem er die Zahlungen über Treuhandgesellschaften und Stiftungen in Liechtenstein, auf Zypern und den Britischen Jungferninseln laufen ließ. Gegenüber der österreichischen Finanz soll Grasser die Konstruktionen erst im Mai 2009 und auch nur teilweise offengelegt haben. Haunold war zwischen 2007 und 2011 für Grassers Wiener Gesellschaft Valuecreation GmbH tätig und wird der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt. Am 21. März 2012 stellte Haunold sich seiner mittlerweile dritten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft Wien. Das Protokoll liegt "profil" vor. Darin heißt es: "Im April 2009 kam KHG zu mir und sagte, er will jetzt offenlegen. Ich habe ihn gefragt, warum erst jetzt. Der Grund war, glaube ich, dass Meinl am 1.4.2009 verhaftet wurde. Ich hatte das Gefühl, dass er Angst hatte, der nächste zu sein." Haunold weiter: "Ich glaube, dass KHG schon 2007 hinsichtlich der Zurechnung der Vertriebsprovision (gezahlt von der Meinl Bank, Anm.) Bedenken hatte ... Ich habe KHG 2007 zur Offenlegung geraten."

Mehr noch: "Die möglichen steuerlichen Konsequenzen aus der Struktur waren ihm meiner Meinung nach sicher bewusst ... KHG hat sehr genau über die steuerlich relevanten Fragen Bescheid gewusst, insbesondere über die Frage der Einkünftezurechnung."

Haunolds Aussagen sind umso überraschender, als dieser von Grasser bis heute nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden wurde.

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