- 22.05.2012, 08:56:33
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ANSCHOBER: Ausbau Temelins wird an Kostenexplosion scheitern
Nur Milliardensubvention kann geplante Neubauten von Atomreaktoren in Europa retten - Petition gestartet
Linz (OTS) - "Der Ausbau Temelins wird an der zunehmenden
Unwirtschaftlichkeit des Projektes scheitern," ist Oberösterreichs
Umwelt-Landesrat Rudi Anschober sicher. Dafür gibt es zwei
Hauptursachen:
Einerseits sinken die Preise auf den internationalen Strombörsen
immer stärker. Hauptgrund ist das hohe Wachstum des Ausbaus von
Solarstrom in Deutschland, der zunehmend die teuren Verbrauchsspitzen
zu Mittag abdeckt. Alleine die Strombörse Leipzig fiel in den letzten
12 Monaten um 13,5 Prozent. Der Preis auf den Strombörsen müsste
jedoch um zumindest 20 Prozent steigen, um auch nur in die Nähe der
wirtschaftlichen Darstellbarkeit zu kommen.
Dazu kommt: Die Kosten für aktuelle Neubauten in der EU explodieren:
Die beiden einzigen aktuellen Neubauprojekte im französischen
Flamanville und dem finnischen Olkiluoto liegen um vier bzw. fünf
Jahre hinter ihren Zeitplänen, die Kosten pro kW haben sich von einst
prognostizierten 2,000 Euro auf 3,600 bzw. 4,125 Euro erhöht. Und in
Großbritannien wird das Neubauprojekt Hinkley Point aktuell auf 8,6
Milliarden Euro je Reaktorblock geschätzt (plus 40 Prozent). Dies
zeigt, wie unrealistisch die offiziellen Kostenprognosen von 8
Milliarden Euro für beide Temelinreaktoren insgesamt sind.
Anschober: "Damit sind die realen Kosten nach Expertenmeinung um
zumindest 50 Prozent unterschätzt."
Anschober sieht daher nur mehr eine einzige Chance für AKW-Neubauten
in der EU: Ohne hohe Subventionen wird nichts mehr gehen: "Damit
stellt der EU-Ratsgipfel Ende Juni mit der Entscheidung für oder
gegen die Ermöglichung der Subvention durch Nationalstaaten auch die
Weichen für die Zukunft der Atomenergie in der EU und den Ausbau
Temelins. Die Bundesregierung muss dagegen eine Allianz schmieden."
Anschober startet nun auch eine Online-Petition gegen die Subvention
von Atomstrom: www.anschober.at. Dass die fehlende Wirtschaftlichkeit
Temelins immer offensichtlicher wird, zeigte am vergangenen Samstag
auch die Titelzeile der tschechischen Zeitung MF DNES: "Die Sonne
bedroht Temelin."
Rückfragehinweis:
Büro LR Anschober, Mag.a Petra Danhofer
Tel.: +436648299969
mailto:[email protected]
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