- 21.05.2012, 11:05:05
- /
- OTS0087 OTW0087
Mitterlehner: Neuer berufundfamilie-Index unterstützt Ausbau der Familienfreundlichkeit
Familienfreundlichkeit bringt Unternehmen klare betriebswirtschaftliche Vorteile und hilft beim Anwerben von Fachkräften
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Familienminister Reinhold
Mitterlehner hat am Montag in einer Pressekonferenz den erstmals für
Österreich erstellten berufundfamilie-Index präsentiert - eine
repräsentative und wissenschaftlich fundierte Befragung zum
betrieblichen Familienbewusstsein. "Eine familienbewusste
Personalpolitik zahlt sich auch betriebswirtschaftlich nachhaltig
aus. Familienfreundliche Unternehmen haben weniger Krankenstände und
eine geringere Fluktuationsrate. Die Beschäftigten sind dort
produktiver und motivierter als im Durchschnitt aller Unternehmen und
kehren früher aus der Elternkarenz zurück", sagte Mitterlehner zu den
Ergebnissen. "Österreichs Wirtschaft braucht 50.000 zusätzliche
Fachkräfte. Neben Migration und Qualifizierung ist der Ausbau der
Familienfreundlichkeit eine der wichtigsten Maßnahmen, um den
Fachkräftebedarf zu sichern. Durch eine leichtere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf steigt die Erwerbsquote von Frauen mit Kindern", so
Mitterlehner.
Österreichs Unternehmen haben die enorme Bedeutung des Themas
erkannt: Im Schnitt erreichen sie auf dem berufundfamilie-Index einen
Wert von 66,7 von 100 Punkten. Zum Vergleich: Deutschland erreichte
bei der Untersuchung 2008 einen Wert von 63 Punkten, die Schweiz 2009
knapp 65 Punkte. Hierzulande gibt es aber in beide Richtungen
"Ausreißer": 12,8 Prozent der Unternehmen zählen bei der
Vereinbarkeit zu "Musterschülern", während 17,4 Prozent der
Unternehmen hier unterdurchschnittlich sind. "Das zeigt den
Handlungsbedarf und das Potenzial", so Mitterlehner.
Auf Basis der Erhebung wird daher künftig auf der Webseite
www.berufundfamilie-index.at ein neues Selbstdiagnose-Instrument für
Betriebe angeboten, dass vom Studienautor Helmut Schneider,
Wissenschaftlicher Leiter am Forschungszentrum Familienbewusste
Personalpolitik (FFP) in Münster und Berlin, erarbeitet wurde. Jedes
Unternehmen kann damit in nur wenigen Minuten sein
Familienbewusstsein mittels Fragebogen messen und in Relation zu
vergleichbaren Firmen sehen, wie es hier "aufgestellt" ist. Zum
Schluss erfolgt eine Analyse, in der Verbesserungsmöglichkeiten
aufgezeigt und weitere mögliche Maßnahmen empfohlen werden.
Vorteile durch Audit "berufundfamilie" und Ausbau
bedarfsgerechter Kinderbetreuungsplätze
"Entscheidend ist eine systematische Auseinandersetzung mit dem
Thema. Darauf aufbauend kann jedes Unternehmen mit seinen
Beschäftigten die passenden individuellen Maßnahmen erarbeiten",
betont Mitterlehner, der darüber bereits beim Zukunftsforum "Familie
& Wirtschaft" mit insgesamt rund 850 Wirtschaftstreibenden in den
Bundesländern diskutiert hat. Daher unterstützt das
Familienministerium vor allem die Teilnahme am Audit
"berufundfamilie", einem Management-Instrument zur internen Erhebung
und Verbesserung der Familienfreundlichkeit. Erfolgreiche Betriebe
erhalten ein staatliches Gütezeichen. "Unser Ziel ist es, dass
Familienfreundlichkeit in möglichst vielen Unternehmen als
Unternehmensstrategie und Markenzeichen etabliert wird", so
Mitterlehner.
Die aktuelle Untersuchung für den berufundfamilie-Index zeigt darüber
hinaus, dass das Angebot an Betreuungsplätzen quantitativ und
qualitativ forciert werden muss: Je besser ein Unternehmen das
Kinderbetreuungsangebot in der Gemeinde des Standorts einschätzt,
desto höher sind die erreichten Indexwerte. Im Rahmen der aktuellen
Kinderbetreuungsoffensive des Bundes und der für Kinderbetreuung
zuständigen Länder werden bis 2014 rund 20.000 zusätzliche Plätze mit
adäquaten Öffnungszeiten entstehen. "Der Schwerpunkt liegt auf dem
Ausbau der Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige. Gleichzeitig
unterstützen wir erstmals die flexible Ausweitung der
Jahresöffnungszeiten", so Mitterlehner.
Die Erhebung für den berufundfamilie-Index im Detail
Der berufundfamilie-Index ist ein wissenschaftlich fundiertes
Instrument zur Messung des Familienbewusstseins. Für die
repräsentative Erhebung wurden im Auftrag des Familienministeriums
und der Familie & Beruf Management GmbH 411 Personalverantwortliche
befragt. Sehr familienbewusste Unternehmen erreichen laut der
Erhebung bei 15 verschiedenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen
signifikant bessere Werte als wenig familienbewusste Unternehmen. So
sind zum Beispiel die krankheitsbedingten Fehltage von wenig
familienbewussten Unternehmen um 19 Prozent höher als die
durchschnittlichen krankheitsbedingten Fehltage aller Unternehmen.
Sehr familienbewusste Unternehmen weisen hier eine um 23 Prozent
niedrigere Quote auf. Ein ähnliches Ausmaß hat die Fluktuationsrate
(plus 21 Prozent bzw. minus 10 Prozent). Weitere positive Wirkungen
von Familienfreundlichkeit: eine um 12 Prozent höhere
Mitarbeiterproduktivität, eine um elf Prozent höhere
Mitarbeitermotivation und eine um neun Prozent geringere
Elternkarenzdauer sowie ein um 17 Prozent höheres familienbewusstes
Image als der Durchschnitt aller Unternehmen.
Die aktuelle Erhebung für den berufundfamilie-Index mit allen Details
kann auf den Webseiten www.familienministerium.at und
www.familieundberuf.at abgerufen werden.
Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Pressesprecher des Bundesministers: Mag. Waltraud Kaserer Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34 mailto:[email protected] www.bmwfj.gv.at Mag. Volker Hollenstein Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58 [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWA






