Kardinal Koch nach Beratung zu Piusbrüdern: Knackpunkt Konzil

"Piusbrüder müssen Dialog mit dem Judentum akzeptieren"

Rom, 18.05.12 (KAP) Als erster der 19 Kardinäle, die am Mittwoch an der Vollversammlung der Glaubenskongregation teilgenommen hatten, hat sich Kurienkardinal Kurt Koch über die Chancen zu einer Einigung mit den Piusbrüdern geäußert. Der aus der Schweiz stammende Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen und Präsident der Kommission für die Religiösen Beziehungen zum Judentum stellte am Donnerstagabend in der italienischen katholischen Presseagentur SIR klar, dass die lefebvrianische Priesterbruderschaft im Fall ihrer Aussöhnung mit Rom den Dialog mit dem Judentum akzeptieren müsse.

"Die Entscheidungen des kirchlichen Lehramts sind für jeden Katholiken bindend. Auch das Zweite Vatikanische Konzil und alle seine Texte", sagte der für die Beziehungen zum Judentum zuständige Kardinal. Antisemitismus sei "Verrat am christlichen Glauben". Die Interpretation der 1965 verabschiedeten Konzilserklärung "Nostra aetate", eines Grunddokuments für den katholisch-jüdischen Dialog, könne nicht von einer "subjektiven Meinung" abhängen.

Das vorbehaltlose Akzeptieren des Konzils im Blick auf das Judentum schließe antisemitische Haltungen aus, die sich "sowohl auf der rechten wie auf der linken Seite finden", so Koch. - Die Öffnung der katholischen Kirche auf das Judentum und andere Religionen hin zählt zu den Hauptkritikpunkten der traditionalistischen Piusbruderschaft.

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