- 18.05.2012, 12:57:08
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Kardinal Koch nach Beratung zu Piusbrüdern: Knackpunkt Konzil
"Piusbrüder müssen Dialog mit dem Judentum akzeptieren"
Rom, 18.05.12 (KAP) Als erster der 19 Kardinäle, die am Mittwoch an
der Vollversammlung der Glaubenskongregation teilgenommen hatten,
hat sich Kurienkardinal Kurt Koch über die Chancen zu einer Einigung
mit den Piusbrüdern geäußert. Der aus der Schweiz stammende
Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der
Christen und Präsident der Kommission für die Religiösen Beziehungen
zum Judentum stellte am Donnerstagabend in der italienischen
katholischen Presseagentur SIR klar, dass die lefebvrianische
Priesterbruderschaft im Fall ihrer Aussöhnung mit Rom den Dialog mit
dem Judentum akzeptieren müsse.
"Die Entscheidungen des kirchlichen Lehramts sind für jeden
Katholiken bindend. Auch das Zweite Vatikanische Konzil und alle
seine Texte", sagte der für die Beziehungen zum Judentum zuständige
Kardinal. Antisemitismus sei "Verrat am christlichen Glauben". Die
Interpretation der 1965 verabschiedeten Konzilserklärung "Nostra
aetate", eines Grunddokuments für den katholisch-jüdischen Dialog,
könne nicht von einer "subjektiven Meinung" abhängen.
Das vorbehaltlose Akzeptieren des Konzils im Blick auf das Judentum
schließe antisemitische Haltungen aus, die sich "sowohl auf der
rechten wie auf der linken Seite finden", so Koch. - Die Öffnung der
katholischen Kirche auf das Judentum und andere Religionen hin zählt
zu den Hauptkritikpunkten der traditionalistischen Piusbruderschaft.
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