- 18.05.2012, 10:26:18
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ein kleines Zeichen der Hoffnung - von Martin Fellhuber
Ein erfolgreicher Gang an die Börse zeugt von Optimismus
Wien (OTS) - Mit Facebook gibt es heute den größten Börsegang
eines Technologieunternehmens. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die
Anzahl der Aktien ebenso erhöht wie die Preisspanne für die Aktie. So
weit, so erfolgreich und gut.
Es ist schon einige Zeit her, dass es in Europa richtig große
Börsegänge gab, von Österreich ganz zu schweigen. Zwar erfolgte der
jüngste Zugang am Wiener Kurszettel mit der Österreichischen
Staatsdruckerei erst im November des Vorjahrs. Allerdings liegt der
Streubesitz unter einem Prozent, Handel gibt es praktisch keinen.
Bei der Auto Bank gab es rund einen Monat zuvor ein Zweitlisting in
Wien, nach der Erstnotiz in Frankfurt ein Jahr zuvor. Der letzte
echte Wiener Börsegang war jener der Amag im April des Vorjahres.
Zuvor angekündigte IPOs wie von Isovoltaic und Frequentis wurden
abgesagt. Der Grund war meist der gleiche: Die Preisvorstellungen der
Eigentümer und der potenziellen Aktionäre ließen sich nicht unter
einen Hut bringen - die Aktien waren also schlicht zu teuer. Zudem
ist ein Börsegang, bei dem das Geld großteils in den Ausbau des
Unternehmens fließt, selten.
In den USA stehen derzeit zugegebenermaßen weniger die (schlechten)
Nachrichten aus Griechenland im Vordergrund als die eigenen
Konjunkturdaten. Diese sind zwar - sieht man sie sich über einen
längeren Zeitraum an - eher gemischt, aber alles in allem nicht so
schlecht. Und vor allem ist in den USA die Bereitschaft um einiges
größer, Geld zu riskieren. Erfolgsmodelle wie Microsoft, mit denen
"kleine" Anleger zu Millionären wurden, machen Mut.
Eine alte Börseregel besagt, man soll nur in Unternehmen investieren,
deren Geschäftsmodell man versteht. Egal, wie man zu Facebook steht,
aber 900 Millionen Nutzer kennen es. Alleine von daher ist die hohe
Nachfrage gut zu verstehen. Dass der Großteil des Erlöses aus dem IPO
auch hier nicht in die Expansion gesteckt wird, sondern Altaktionäre
lieber ihren Anteil am Erfolgsunternehmen reduzieren und Kassa
machen, ist wohl ein Trend der Zeit. Dass aber in Zeiten wie diesen
derartige Börsegänge überhaupt möglich sind, stimmt optimistisch.
Schließlich beweist es, dass mit besseren Zeiten gerechnet wird - die
Voraussetzung für einen Aufschwung. Was in Europa aktuell fehlt.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
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