• 16.05.2012, 13:23:01
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Eigenverantwortung und Prävention bringen mehr als Gesetze

Zahl der Wintersportunfälle in Vorarlberg ist zurückgegangen

Bregenz (OTS/VLK) - Auf Vorarlbergs Pisten haben sich diesen
Winter rund 3.000 Unfälle ereignet, nach denen eine Spitalsbehandlung
erforderlich wurde. Das sind um etwa 1.000 Pistenunfälle weniger als
in der letzten Saison. In rund 70 Prozent der Fälle lag die
Unfallursache im Eigenverschulden der Wintersportlerinnen und
-sportler. Dieses Ergebnis einer umfassenden Pistenunfallstudie, die
am Mittwoch, 16. Mai 2012, im Landhaus präsentiert wurde.

Das Land Vorarlberg, die Initiative Sichere Gemeinden und das
Kuratorium für Verkehrssicherheit wollen mit dieser Untersuchung zum
besseren Verständnis der Ursachen und Begleitumstände von Ski- und
Snowboardunfällen beitragen, sagte Gesundheitslandesrat Rainer
Gögele: "Damit wir noch gezielter präventiv tätig werden können."

Für Sportlandesrat Siegi Stemer zeigt die Studie einmal mehr, dass
Vorbeugung, ein entsprechendes Grundtraining und
Verantwortungsbewusstsein weit mehr bringen als Gesetze für die
Ausrüstung und das Verhalten auf der Piste. Als Beispiel nannte
Stemer die Skihelm-Tragequote, die bei Kindern schon nahezu 100
Prozent und auch bei Erwachsenen zwischen 70 und 80 Prozent beträgt.

Laut Unfallprimar Karl Benedetto vom LKH Feldkirch sind die
häufigsten Verletzungen bei Skifahrern Bänder- und
Muskelverletzungen, bei Snowboardern Gehirnerschütterungen, Arm- oder
Handgelenksbrüche. Auffällig auch, dass sich Urlauber oft am ersten
Skitag verletzen. Besser sei es, nach langer Anreise behutsam ins
Pistenvergnügen zu starten, und nicht gleich mit aller Macht den
Skipass bis zur letzten Minute auszufahren, empfahl Benedetto.

Seilbahn-Fachgruppenobmann Wolfgang Beck (Wirtschaftskammer) hob
hervor, dass viele Skigebiete mit dem Vorarlberger Pistengütesiegel
ausgezeichnet sind. Die strengen Vorgaben und jährliche Überprüfungen
wirken sich auf die Qualität der Pisten und die Sicherheit in den
Skigebieten aus. Rund 3.000 Pistenunfälle mit Krankenhausbehandlung
bei insgesamt 58,3 Millionen Liftfahrten - das heißt in Relation: ein
Unfall alle 1.700 Skitage bzw. alle 19.000 Liftfahrten.

Auch Sichere Gemeinden-Geschäftsführer Franz Rein unterstrich:
"Prävention wirkt, Eigenverantwortung ist gefordert." Es bleibe
notwendig, den Wintersportlerinnen und -sportlern vor jeder Saison
die wesentlichen Sicherheitsaspekte näherzubringen. Überlegt bzw.
geplant seien Aktionen, um Touristen in den Skiurlaub "hineingleiten
statt hineinfallen" zu lassen, sowie einfache Angebote für
Auffrischungskurse.

Für die aktuelle Pistenunfallstudie wurden mehr als 2.000
Interviews mit Ski- bzw. Snowboardunfallpatientinnen und -patienten
an den Krankenhäusern in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Feldkirch und
Bludenz durchgeführt, erläuterte KfV-Leiter Martin Pfanner.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137, Fax: 05574/511-920196
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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