Zweites Kindergartenjahr: StS Kurz, Land Salzburg und Land NÖ starten Modellregionen

StS Kurz und die Landesrätinnen Widmann und Schwarz starten Modellregionen in Salzburg und Niederösterreich

Wien (OTS) - Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Integration starten die Bundesländer Salzburg und Niederösterreich erste Projekte für ein zweites Kindergartenjahr. Beide Projekte verfolgen das Ziel, jene Kinder, die aus bildungs- und integrationspolitischer Sicht auf einen frühen bzw. früheren Kindergartenbesuch besonders angewiesen sind, lange vor dem letzten verpflichtenden Kindergartenjahr zu erreichen und in eine vorschulische Bildungs- und Betreuungseinrichtung einzugliedern. Beide Modellregionen wurden heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatssekretär Sebastian Kurz, Salzburgs Landesrätin Tina Widmann und Niederösterreichs Landesrätin Barbara Schwarz präsentiert.

Vier Schritte zum zweiten Kindergartenjahr nötig

Der Besuch eines Kindergartens ist in mehrfacher Hinsicht von großem Wert. Kinder können auf die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn besser vorbereitet werden. Die Integration wird gefördert. Defiziten (z. B. im Bereich der Sprache) kann rechtzeitig entgegen gesteuert werden. Der Besuch eines Kindergartens ermöglicht auch vielen Eltern erst den (Wieder)einstieg ins Berufsleben.

- Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, haben in der weiteren Schullaufbahn einen doppelt so hohen Sprachförderbedarf (Statistisches Jahrbuch für Integration 2011).

- 80 Prozent der Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die keinen Kindergarten besuchen, haben bei Schuleintritt einen erhöhten Sprachförderbedarf (Statistisches Jahrbuch für Integration 2011).

- Kinder, die über mehrere Jahre hinweg eine vorschulische Bildungs-und Betreuungseinrichtung besuchen, haben mittel- und langfristig bessere Bildungs- und Berufschancen und sind weniger gefährdet die Schullaufbahn vorzeitig abzubrechen (Studie der Universität Oslo über die Langzeiteffekte von vorschulischer Kinderbetreuung, 2011)

- Jeder Euro, der in die vorschulische Bildung und Betreuung investiert wird, wirft einen Euro Wertschöpfung ab (Studie der Wirtschaftsuniversität Wien).

Der beim Staatssekretariat für Integration angesiedelte Expertenrat hat deshalb letztes Jahr vorgeschlagen, ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für jene Kinder einzuführen, die sprachliche Defizite aufweisen.

Die nötigen vier Schritte zu einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr sind

  • Vorverlegung der Einschreibung
  • Sprachstandsfeststellung
  • Gezielte Betreuung für Kinder mit Sprachdefiziten
  • Bundes- und landesgesetzliche Regelung (15a Vereinbarung)

In den Modellregionen werden die ersten drei Schritte gesetzt.

Früher investieren statt später reparieren

Staatssekretär Sebastian Kurz betonte: "Früher investieren, statt später reparieren! Wir geben derzeit viel Geld aus, um die Probleme unseres Bildungssystems im Nachhinein zu reparieren. Das ist zwar sinnvoll. Wir geben aber wenig Geld aus, um den Problemen präventiv vorzubeugen. Langfristig sollte es uns gelingen, dieses Verhältnis umzukehren."

Salzburgs Landesrätin Tina Widmann sagte: "Chancengerechtigkeit bedeutet unter anderem, für alle Kinder die besten Voraussetzungen für den Schuleintritt zu schaffen - und das so früh wie möglich. Besonders in der Sprache, der primären Ausdrucksform in unserer Gesellschaft, gilt es, Probleme ehest möglich zu beheben. Durch frühe Förderung kann vieles aufgefangen werden. Um Kindern eine frühe sprachliche Förderung zu ermöglichen, habe ich im Oberpinzgau das Pilotprojekt Frühe Sprachförderung für alle vierjährigen Kinder initiiert."

Niederösterreichs Landesrätin Barbara Schwarz sagte: "Bei uns in Niederösterreich setzen wir auf das spielerische Erlernen von Sprachfertigkeiten bereits ab dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten mit 2,5 Jahren. Rund 80 interkulturelle MitarbeiterInnen unterstützen dabei unsere rund 8.000 mehrsprachigen Kindergartenkinder und unsere KindergartenpädagogInnen. Um auch tatsächlich allen Kindern die Möglichkeit zur sprachlichen Frühförderung so früh wie möglich geben zu können, starten wir ein zukunftsweisendes Projekt im Raum rund um die Landeshauptstadt St. Pölten. Ziel des Projekts ist, Kinder bereits mindestens ein Jahr vor dem verpflichtenden Kindergartenjahr und idealerweise bereits ab dem Alter von 2,5 Jahren schrittweise in die Sprachangebote der Kindergärten einzubeziehen."

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