- 08.05.2012, 13:41:09
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Klimawandel erhöht Risiko für Wetterextreme und Katastrophen
Auf Auswirkungen des Klimawandels muss sich Österreich schon jetzt vorbereiten
Wien (OTS) - Der Klimawandel wird auch in Österreich mehr
Wetterextremereignisse bringen und das Risiko von Naturgefahren
erhöhen. Zu erwarten sind steigende volkswirtschaftliche Folgekosten
und Auswirkungen auf Landwirtschaft, Tourismus, Artenvielfalt und
Infrastrukturen. "Politik, Verwaltung und Wirtschaft müssen die
Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt in allen Planungs- und
Entscheidungsprozessen berücksichtigen. Je weniger wir vorbeugen,
umso teurer kommt uns der Klimawandel auch wirtschaftlich", erklärte
Umweltminister Nikolaus Berlakovich bei einer Konferenz in Wien
anlässlich der Vorstellung des Sonderberichts des Weltklimarats zu
Klimawandel und Extremereignissen.
"Damit die Anpassung an geänderte Bedingungen gelingen kann,
brauchen wir die Zusammenarbeit und den Dialog von Wissenschaft,
Wirtschaft, Politik und Verwaltung" erläuterte Georg Rebernig,
Geschäftsführer des Umweltbundesamtes. "Tragfähige nachhaltige
Lösungen müssen die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Regionen im
Fokus haben."
Sonderbericht des Weltklimarats
Der Weltklimarat IPCC hat im März 2012 den Sonderbericht
"Risikomanagement von Extremereignissen und Katastrophen zur
Anpassung an den Klimawandel (SREX)" vorgelegt. Die wesentlichen
Aussagen: Durch den vom Menschen verursachten Klimawandel haben sich
Wetterextreme verschlimmert und werden in Zukunft häufiger, länger
und intensiver auftreten. Mit vermehrten Schäden ist in jenen
Regionen zu rechnen, deren Empfindlichkeit besonders hoch ist, wobei
hier Entwicklungsländer besonders betroffen sind, die heute schon
über 95% der Todesopfer von Naturkatastrophen verzeichnen.
Der Alpenraum - und damit Österreich - ist eine der am stärksten
von den Folgen des Klimawandels betroffenen Regionen in Europa. Mit
einer Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperatur von 2Grad C
weist die Region bereits eine mehr als doppelt so hohe Erwärmungsrate
gegenüber dem globalen Durchschnitt auf. Zwei Drittel der
Landesfläche in Österreich liegen im Alpenraum. Auch in Österreich
werden Wetterextreme häufiger und intensiver auftreten und die Anzahl
der Katastrophenereignisse steigen. Generell wird es im Sommer
trockener und heißer, und im Winter feuchter. Wetterextreme,
zunehmende saisonale Wasserknappheit, Hochwasser- und Naturgefahren,
Gletscherschmelze und der Rückgang von Dauerfrost-Böden werden in
Zukunft die Alpen prägen.
Wie Reinhard Mechler, einer der Autoren des IPCC-Berichtes,
erklärt, unterstreicht der Bericht nicht nur die Notwendigkeit, die
globalen Treibhausgasemissionen stark zu verringern, um eine massive
Verschlimmerung der Wetterextreme in den nächsten Jahrzehnten zu
vermeiden, sondern weist auch auf die Möglichkeiten von
Klimaanpassungsmassnahmen hin. Diese reichen von verbesserten
Frühwarnsystemen für Überschwemmungen über hitzeresistentes Saatgut,
über innovative Versicherungslösungen bis zur umfassenden
Risikokommunikation. Reinhard Mechler betont zugleich, dass "jedoch
schon heute die Grenzen der Anpassungsfähigkeit in besonders
vulnerablen Regionen, wie in einigen afrikanischen Ländern,
übersschritten sind, und hier auch weiterhin die
Entwicklungszusammenarbeit besonders gefordert ist".
Landwirtschaft größtes Klimaopfer - Erderwärmung bringt immer
öfter größere Schäden
"Durch die Erderwärmung werden Extremereignisse wie lang
andauernde Hitzetage oder Starkniederschläge auch in Österreich
weiter zunehmen. Das zeigt der Sonderbericht des Weltklimarates
deutlich auf. Die Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem
Himmel ist dabei besonders verletzbar. Deren Erträge sind zu 80 % vom
Wetter abhängig. Dürre- und Überschwemmungsschäden treten immer
öfter, intensiver und großflächiger auf. Durch die Zunahme von
Wetterextremereignissen ist der Agrarsektor als
Nahrungsmittellieferant das größte Klimaopfer der Volkswirtschaft.
Durch die Klimaänderung wird die Sicherheit der nationalen
Lebensmittelversorgung zu einem wachsenden Risiko", betont Kurt
Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen
Hagelversicherung.
Angesichts des Klimawandels zeige sich, wie wichtig umfassender
Versicherungsschutz in der Landwirtschaft ist. Für den Bedarf an
breitem Risikoschutz habe die Österreichische Hagelversicherung
rechtzeitig die Weichen gestellt. Neben Hagel werden mittlerweile
neun weitere Risiken wie Dürre, Überschwemmung oder Sturm in Deckung
genommen. "Wir versichern damit die umfassendste Risikopalette aller
Ernteversicherer Europas. Die Österreichische Hagelversicherung wird
den Bäuerinnen und Bauern auch in Zukunft trotz Klimawandel mit neuen
lösungsorientierten Versicherungsprodukten zur Seite stehen",
kündigte Weinberger an. "Aus den aktuellen Analysen des
Weltklimarates lässt sich deutlich ableiten, dass durch den
Klimawandel Anpassungen in der landwirtschaftlichen Produktion,
wassersparende Bodenbearbeitungstechniken oder die Wahl von
dürreresistenteren Pflanzen, notwendig sind. Ebenso klar wird durch
den Bericht, dass wir insgesamt mehr Klimaschutz brauchen",
appelliert Weinberger. Die Österreichische Hagelversicherung setzt
nicht nur auf Klimawandel angepasste Versicherungsprodukte, sondern
auch auf mehr Klimaschutz. So hat sie in Österreich den
Klimaschutzpreis geschaffen und wirbt auch für regionale
klimafreundliche Lebensmittel mit kurzen Transportwegen.
Nationale Anpassungsstrategie beleuchtet mögliche Auswirkungen auf
Österreich
Um mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch, Natur und
Wirtschaft in Österreich zu skizzieren, wird derzeit eine Nationale
Anpassungsstrategie erstellt. Sie beleuchtet 14 Themenfelder samt
Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen. An der Strategie arbeiten rund
100 Institutionen mit. "Wir müssen den Klimaschutz weiter verstärken,
uns aber gleichzeitig für unausweichliche Auswirkungen des
Klimawandels auf Natur und Mensch wappnen", erklärte Berlakovich.
Verwundbarkeit reduzieren
Eine unumgängliche Voraussetzung gegenüber den Folgen des
Klimawandels sind widerstandsfähigere Ökosysteme. "Die gezielte
Steuerung des Flächenangebots für Siedlungs-, Gewerbe- und
Infrastrukturzwecke ist eine der effektivsten und effizientesten
Strategien im Umgang mit Naturgefahren, ebenso das Freihalten von
Abflussräumen bei Hochwasser. Die daraus resultierenden
Herausforderungen für Siedlung, Infrastruktur und Landwirtschaft
können nur unter Einbeziehung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik
und Verwaltung bewältigt werden", erläutert Georg Rebernig.
Weitere Informationen:
Mag. Doris Ostermann, Leitung Öffentlichkeitsarbeit Lebensministerium
Tel.: +43-1-71100-6918, E-Mail: [email protected]
Mag. Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt,
Tel.: +43-1-31304-5488; E-Mail: [email protected]
Mag. (FH) Markus Simak, Leitung Kommunikation Österreichische
Hagelversicherung
Tel: 01/403 16 8148, E: [email protected]
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6823
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