- 08.05.2012, 12:35:22
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AK fordert Chancengleichheit auch bei Weiterbildung
Neue Studie: im internationalen Vergleich hoher Kostenanteil Privater - niedrig Qualifizierte und Ältere können seltener dazulernen
Wien (OTS/AK) - "Auch bei der Weiterbildung brauchen wir in
Österreich mehr Chancengleichheit", sagte heute Melitta Aschauer,
Bereichsleiterin Bildung in der AK Wien, auf der AK Veranstaltung
"Finanzierung der Weiterbildung". Der eigene Beitrag der Lernenden
zur Weiterbildung ist in Österreich am höchsten im Vergleich zu
Finnland, Schweden, Großbritannien und Australien, zeigt eine
aktuelle Studie, die auf der Veranstaltung präsentiert wurde. Der
hohe Kostenanteil Privater führt dazu, dass niedrig Qualifizierte und
Ältere sich weniger stark an Weiterbildung beteiligen können als in
den Vergleichsländern. "In Österreich gibt es durchaus Potenzial für
die Qualifizierung zusätzlicher Fachkräfte", so Aschauer, "aber dafür
muss noch mehr getan werden." Seit heuer ist das Nachholen von
Basisqualifizierung und des Hauptschulabschlusses kostenlos. Als
nächstes fordert die AK, dass das Nachholen eines Lehrabschlusses und
die Berufsreifeprüfung kostenlos werden.
In Österreich werden im Jahr 2,6 Milliarden Euro für Weiterbildung
aufgewendet (zu Preisen von 2009), ergibt die Studie von Lorenz
Lassnig, Ingrid Osterhaus und Stefan Vogtenhuber vom Institut für
Höhere Studien. Davon zahlen die Lernenden 530 Millionen oder mehr
als ein Fünftel (21 Prozent) selbst. Das ist der höchste Anteil
Privater im Vergleich mit Finnland (8 Prozent), Schweden (8 Prozent),
Großbritannien (6 Prozent) und Australien (5 Prozent). Und: Der
Anteil der staatlichen Finanzierung (hier von Bund und Ländern) ist
in Österreich mit acht Prozent der geringste in den verglichenen
Ländern, während die Unternehmen immerhin ein Drittel (34 Prozent)
zahlen.
In die Finanzierungslücke springt in Österreich das
Arbeitsmarktservice mit Schulungen für Arbeitssuchende ein. Es zahlt
ein Drittel (37 Prozent), nur in Finnland ist der Anteil der
Arbeitsmarktpolitik an der Finanzierung der Weiterbildung mit 41
Prozent ähnlich. "Wer in Österreich weiterlernen will, muss entweder
arbeitslos sein oder ist auf sich selbst oder auf die Finanzierung
durch die Firma angewiesen", sagte Aschauer. Die Konsequenz: An
Weiterbildung beteiligen sich bei uns hauptsächlich besser
Qualifizierte und Jüngere.
Mit maximal Pflichtschulabschluss machen in Österreich 18 Prozent
eine Weiterbildung, in Finnland aber 34 Prozent, in Schweden 52
Prozent und in Großbritannien 28 Prozent. Von den über 55-Jährigen
sind in Österreich 25 Prozent in Weiterbildung, in Finnland 37
Prozent, in Schweden 60 Prozent und in Großbritannien 33 Prozent.
"Wir müssen noch einiges tun, um international gleichzuziehen",
sagt Aschauer:
+ Bund und Länder nehmen jetzt 54 Millionen Euro in die Hand, damit
Basisbildung und der Hauptschulabschluss kostenlos nachgeholt werden
können. Die Arbeiterkammer fordert, dass auch das Nachholen des
Lehrabschlusses und die Berufreifeprüfung kostenlos werden. Eine
Berufsreifeprüfung etwa kann über 4.000 Euro kosten.
+ Die ArbeitnehmerInnen sollen ein Recht auf jährlich mindestens
35 Stunden Weiterbildung in der Arbeitszeit bekommen.
SERVICE: Studie "Finanzierung von Erwachsenen- und Weiterbildung
in Österreich und in ausgewählten Vergleichsländern" von Lorenz
Lassnigg, Ingrid Osterhaus und Stefan Vogtenhuber zum Download unter
http://wien.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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