- 08.05.2012, 10:00:15
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Staatsanwalt: Grasser steckt hinter Mandarin Group
Harte Vorwürfe in ergänzendem Rechtshilfeersuchen nach Liechtenstein
Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner
am Donnerstag erscheinenden Ausgabe ein mit 2. April 2012 datiertes
Schreiben der Korruptionsstaatsanwaltschaft an das Fürstliche
Landgericht Liechtenstein zur Strafsache gegen den früheren
Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
In dem 34 Seiten starken Dokument, in dem es um Rechtshilfe geht,
werden harte Vorwürfe gegen Grasser in der Causa Buwog und Terminal
Tower Linz erhoben. So schreibt Oberstaatsanwalt Eberhard Pieber,
dass eine Vereinbarung zwischen Grassers Trauzeugen Walter
Meischberger und der ominösen Mandarin Group Limited im Zusammenhang
mit der Übertragung von Aktien der Meinl International Power (MIP)
"letztlich nur Sinn macht", wenn Meischberger seine Aktien "dem
wahren wirtschaftlich Berechtigten der Mandarin Group zur
Stimmrechtsausübung zur Verfügung stellte. Wörtlich schreibt Pieber
weiter: "nämlich Mag. Grasser".
Aufgrund dieser Umstände bestünden Zweifel an der Richtigkeit der
Aussagen Meischbergers, dass ihm die gesamte über Zypern und
Liechtenstein abgewickelte Buwog-Provision zustehe. Zitat:
"Dementsprechend ist davon auszugehen, dass die am Konto 'Walter'
veranlagten Beträge Mag. Grasser zuzurechnen sind."
Es bestehe der Verdacht, dass "Unterlagen gefälscht" und im
Ermittlungsverfahren als Beweismittel gebraucht wurden, um "Mag.
Grassers und Ernst Plechs finanzielle Partizipation an den mit dem
Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften und dem Mitvertragsabschluss
hinsichtlich des Linzer Terminal Tower im Zusammenhang stehenden
Provisionen zu verheimlichen bzw. zu verschleiern." Darum werde gegen
Grasser, Meischberger und Plech jetzt auch wegen des Vergehens der
Fälschung eines Beweismittels ermittelt.
Pieber schreibt zudem, dass Grassers Behauptung, der über die
Ferint AG beim Hypo-Investor Tilo Berlin veranlagte Betrag von
500.000 Euro stamme von seiner Schwiegermutter, widerlegt sei.
Grassers Schwiegermutter habe der Finanz mitgeteilt, dass sie zu
keinem Zeitpunkt "wirtschaftlich Berechtigte" des Ferint-Depots
gewesen sei. Ein Treuhandvertrag, wonach "die Familie von KHG
beabsichtige ab Frühling 2005 bei der Meinl Bank Wien AG
Kapitalanlagen zu tätigen", sei ohne ihr "Zutun und Wissen"
abgeschlossen worden.
Rückfragehinweis:
NEWS
Chefreporter Kurt Kuch
Tel.: 01/21312-1143
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