• 07.05.2012, 08:45:31
  • /
  • OTS0013 OTW0013

Österreich und 15 EU-Mitgliedsstaaten vereiteln EU-Maßnahmen für eine umweltgerechtere Landwirtschaft

Naturschützer sehen die Zukunft für Arten der Agrarlandschaft wie Rebhuhn oder Feldlerche düster!

Wien (OTS) - Bekanntermaßen konnten die bisher im Rahmen der
Gemeinsamen Agrarpolitik durchgeführten Umweltmaßnahmen den Rückgang
der Artenvielfalt nicht aufhalten. Hierzulande haben beispielsweise
die Vogelarten der Äcker, Wiesen und Weiden (EU einheitlich im
"Farmland Bird Index" zusammengefasst) zwischen 1998 und 2010 um 30 %
abgenommen.

Aus diesem Grund legte die EU-Kommission im Oktober 2010 einen
Legislativ-Vorschlag für die Reform der EU-Agrarpolitik vor.
Direktzahlungen an LandwirtInnen wären demnach an "Greening"-Auflagen
gekoppelt: 7 % des Ackerlandes der LandwirtInnen sollten aus
ökologischen Vorrangflächen (z.B. Hecken, Blühstreifen, usw.)
bestehen, Dauergrünland erhalten und Mindeststandards für die
Fruchtfolge erfüllt. Naturschutz-NGOs in ganz Europa begrüßten diese
vorgeschlagenen Maßnahmen als einen ersten wichtigen Schritt um den
Verlust an Artenvielfalt in Europa zu stoppen.

Jetzt wurde im Agrar-Komitee des EU-Rates ein Papier eingebracht
dessen Vorschläge das Ende der Bemühungen zur längst fälligen
Ökologisierung der EU-Landwirtschaft ab 2014 bedeuten würden. 16
EU-Mitgliedsstaaten mit starken Agrar-Lobbies, darunter auch
Österreich, versuchen dabei die Umweltvorgaben der EU-Kommission vom
Tisch zu bekommen. Künftig soll jeder Mitgliedsstaat selbst festlegen
können, welche Betriebe per definitionem "grün genug" sind. "Bereits
50% Grünlandfläche würde somit in einigen Gebieten zum Bezug der
Greening-Prämie berechtigen, selbst wenn diese Betriebe mit einem
hohem Einsatz von Gülle und Pestiziden extrem umweltschädigend
wirtschaften und keinerlei konkrete Umweltleistung erbringen",
erklärt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

"Wir haben kein Verständnis, dass sich Österreich dieser
fragwürdigen Koalition anschließt. Hier werden vor allem Interessen
von Intensivbetrieben vertreten, die durch das "Greening" zu Recht
mehr Flächen für die Natur bereitstellen müßten", bringt Pfiffinger
die Lage auf den Punkt. Fakten zeigen deutlich, dass auch in
Österreich dringender Handlungsbedarf besteht: Hierzulande hat sich
der Rebhuhn-Bestand halbiert. Der Bestand der Feldlerche ist seit
1998 um 30% zurückgegangen. Geht der Trend so weiter, sind diese
ehemals häufigen Allerweltsarten in einigen Jahrzehnten aus vielen
Regionen verschwunden.

Zu Recht fordern Steuerzahler zunehmend konkrete und messbare
Leistungen für ihr Geld. Wenn die Landwirtschaft diese nicht auch für
Natur und Umwelt erbringt, kommt die Legitimation für eine Gemeinsame
Agrarpolitik und die in ihrem Rahmen geleisteten Zahlungen an
Betriebe abhanden. "Wir fordern Umwelt- und Landwirtschaftsminister
Berlakovich daher dringend auf, seine Position zu überdenken, seine
Versprechen für die Artenvielfalt einzuhalten und der so oft
beanspruchten Vorreiterrolle Österreichs in Umweltfragen in
glaubwürdiger Weise gerecht zu werden", so Pfiffinger abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, BirdLife Österreich, Pressesprecherin
Tel.: 0043 (0) 699 181 555 65
mail: [email protected]
www.birdlife.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel