• 03.05.2012, 15:19:45
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Ukraine-Boykott: FPÖ-Politiker kritisieren Missbrauch des Sports als politisches Druckmittel

Hübner, Vilimsky, Gudenus: Dialog und kein Boykott - langjährig beste Beziehungen zwischen Wien und Kiew werden durch Spindelegger und Co massiv gefährdet

Wien (OTS) - Den Missbrauch des Sports als politisches
Druckmittel, kritisierte heute der außenpolitische Sprecher der FPÖ,
NAbg. Dr. Johannes Hübner vor dem Hintergrund des Boykotts der Euro
2012 in der Ukraine durch die österreichische Bundesregierung. "Sport
- umso mehr internationale Ereignisse wie eine Fußball-EM - seien
eine großartige Gelegenheit zu einem völkerverbindenden Austausch von
Ideen, Sprachen und Kulturen. Unterschiedliche Traditionen,
politische Systeme und weltanschauliche Auffassungen sollten all dem
nicht im Wege stehen", betonte Hübner, der vor diesem Hintergrund
Unverständnis für die Politik des Boykotts von Spindelegger und Co.
zeigte.

Die mangelnde Bereitschaft der ukrainischen Regierung, einer
internationalen Kampagne zugunsten der wegen Amtsmissbrauchs
rechtskräftig verurteilten, früheren, Premierministerin nachzugeben
und den Forderungen nach einer "Sonderbehandlung" für Julia
Timoschenko zu entsprechen, reichen aus, den politischen Boykott
aller in der Ukraine abgehaltenen EM-Spiele auszurufen und die
vereinbarten Besuche der österreichischen Spitzenpolitiker abzusagen.
Diese österreichische Politik sei nicht nachzuvollziehen, nachdem
noch vor kurzem Spitzenpolitiker aus der österreichischen Regierung
und dem Parlament ihre freundschaftlichen Beziehungen zu Kiew
bekundeten, so Hübner.

FPÖ-Generalsekretär NAbg. Harald Vilimsky, auch Obmann der
österreichisch-ukrainischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe,
äußerte massive Kritik am Vorgehen der Bundesregierung. Wien
unterhalte zu Kiew langjährige gute, enge und freundschaftliche
Beziehungen. Beide Länder seien auf vielen Ebenen in bestem Dialog
und wechselseitig sei ein reger Wirtschafts- und Handelsaustausch
gegeben. Es sei ein diplomatischer Affront, unter Aussetzung
sämtlicher diplomatischer Spielregeln, die Ukraine derart zu
brüskieren, wie es Spindelegger und Co gemacht haben. Der glücklose
österreichische Außenminister habe mit seinem unbedachten Vorgehen
auch die langjährigen und erfolgreichen Bemühungen der
interparlamentarischen Gruppe mit einem Streich zunichte gemacht, so
Vilimsky.

Hübner machte zudem darauf aufmerksam, dass Julia Timoschenko in den
späten 90-er Jahren engste Mitarbeiterin des damaligen
Ministerpräsidenten Pavlo Lasarenko war, der zu einem Symbol für
Korruption, Amtsmissbrauch und Gleichgültigkeit gegenüber der
veramten Bevölkerung wurde. Mit seiner Rückendeckung baute sie die
"Vereinigten Energiesysteme der Ukraine" auf, eine Gesellschaft, die
den Import billigen russischen Erdgases monopolisierte und bald von
Gerüchten über gewaltige Steuerhinterziehungen, abgezweigter Erträge
auf Schweizer Bankkonten und Auftragsmorden umgeben war.

Als die "Gasprinzessin" zusammen mit ihrem Mentor Lasarenko stürzte,
wurden strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Lasarenko flüchtete
in das Ausland, wurde an die USA ausgeliefert und dort zu 7 Jahren
Haft verurteilt. Die Verfahren gegen Timoschenko - die flugs von der
System-Oligarchin zur "Oppositionellen" mutiert war - endeten mit dem
Sieg der "orangenen Revolution". Nach ihrer Wahlniederlage begannen
die Ermittlungen aufs Neue. Ein zweiter Prozess stehe bevor, so
Hübner.

Völliges Unverständnis zum Vorgehen der Bundesregierung zeigte neben
Hübner und Vilimsky auch der Wiener FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus.
Er, Gudenus, sei entsetzt über die Verhängung der politischen
Quarantäne über die Ukraine durch Spindelegger und Co. Politik
kennzeichne sich durch Dialog. Und die Ukraine sei auf einem sehr
guten Weg, sich weiterzuentwickeln und näher an Europa heranzurücken.
Dieser Prozess solle von beiden Seiten weiter beschritten werden,
Dialog sei stets besser als Boykott, dieser sei naiv und kurzsichtig,
so Gudenus.

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