• 03.05.2012, 09:16:49
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  • OTS0035 OTW0035

Europäische Zoos scheitern an EU-Direktive

Österreichischer Tierschutzverein: Aktuelle Studie belegt Missstände

Wien / Salzburg (OTS) - Am 24. April fand in Brüssel unter großem
Interesse der Öffentlichkeit die Eröffnung einer Ausstellung statt,
bei der die Ergebnisse der aktuellen "Europäischen Zoo-Studie"
präsentiert wurden. Diese wurde von der "Born Free Foundation", einem
Zusammenschluss mehrerer europäischer Vereine, dem auch der
Österreichische Tierschutzverein angehört, durchgeführt. Es wurden
insgesamt 200 Zoos in 20 EU-Ländern binnen drei Jahren untersucht.
Grundlage der Erhebung war die EU-Direktive 1999/22 bzw. Überprüfung
der Einhaltung derselben. Diese schreibt u.a. vor, dass ein Zoo etwa
Biodiversität erhalten, die Öffentlichkeit bilden und die Tiere
artgerecht halten muss. Die Wirklichkeit sieht, auch in Österreich,
leider anders aus.

Europaweit flächendeckendes Scheitern

Die Studie belegt ein leidvolles Leben für tausende Tiere in
hunderten Zoos quer durch Europa. Aus der flächendeckenden
Untersuchung geht hervor, dass die Mehrheit der Einrichtungen daran
scheitert, die nationalen und internationalen Vorschriften zu
erfüllen. Weiters geht daraus hervor, dass sich selbst die
Regierungen und zuständigen (Landes)Behörden nicht genug dafür
einsetzen, dass die EU-Direktive richtig umgesetzt und ausreichend
kontrolliert wird.

Österreichische Zoos sind keine Ausnahme

In Österreich wurden exemplarisch fünf von insgesamt 78 Zoos
untersucht, wobei z.T. schwerwiegende Missstände festgestellt wurden.
Zusammenfassend kann festgestellt werden:

- Sie leisten keinen nennenswerten Beitrag zur Erhaltung der
biologischen Vielfalt (nur ca. 2% der gehaltenen Arten sind
gefährdet)

- Sie leisten weiters keinen nennenswerten Beitrag zur
"ex-situ-Erhaltung" von Arten (Unterstützung von Artenschutzprojekten
vor Ort)

- Sie sind kaum von erzieherischem Wert für die breite
Öffentlichkeit (keine oder nur sehr spärliche Informationen werden
geboten)

- Sie weisen ungenügende Schutzmaßnahmen für den Schutz der
Öffentlichkeit vor Risiken wie Verletzung oder Krankheitsübertragung
auf

- Nicht für alle Tiere sind angemessene Behausungen und
Beschäftigungs-möglichkeiten vorhanden

- Die Vorgaben des Tierschutzgesetzes werden teilweise nicht erfüllt

Bei den untersuchten österreichischen Zoos handelt es sich u.a. um
das Haus des Meeres - Aqua Terra Zoo, den Tierpark Stadt Haag und den
Wild- und Erlebnispark Enghagen.

Die Zusammenfassung der Studie in deutscher Sprache mit den
ausführlichen Ergebnissen für Österreich finden Sie
hier:http://www.bornfree.org.uk/zooreports/Austriager/. Wir senden
Ihnen auch sehr gerne Fotos von der Veranstaltung oder die
Printversion mit der Post zu.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Tierschutzverein
Janina Koster, Bakk.phil.
Telefon: 0662 - 84 32 55-20
Mail: [email protected]
Web: www.tierschutzverein.at

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