• 27.04.2012, 15:50:31
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  • OTS0313 OTW0313

Ruth Tesmar - Ausstellung: "Dante: ein Vermächtnis"

Wien (OTS) -
10. Mai - 5. Juni 2012
Montag - Freitag, 14:00-18:00
Ausstellungsdauer: 10 Mai - 5. Juni 2012
Eröffnung: Mittwoch, 9. Mai, 18:00

Die Poesie ... siedelt ... sich mit einer überwältigenden
Unabhängigkeit in einem neuen, außerräumlichen Aktionsfeld an, wo sie
die Natur nicht nacherzählt, sondern spielend inszeniert mit Hilfe
jener Instrumente, die umgangssprachlich "Bilder" heißen.

Ossip Mandelstam: Gespräch über Dante

Die Berliner Künstlerin Ruth Tesmar widmet o. Univ.-Prof. Dr.
phil. Manfred Wagner - Wiener Kulturstreiter, Mahner und Leiter der
Abteilung Kultur und Geistesgeschichte an der Angewandten - aus
langjähriger freundschaftlicher Hochachtung eine umfangreiche
Ausstellung im Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof der Unversität
für angewandte Kunst Wien anlässlich seiner Emeritierung.

Seinem Wunsch gemäß, sich dem Danteschen Vermächtnis zu
verpflichten, prä sentiert Ruth Tesmar erstmalig an diesem Ort
bildkünstlerische Arbeiten, die ihre persönliche Annäherung an Dante
reflektieren. Im Austausch mit den komplexen Wagnerischen Umrissen
"Warum Dante" ist es ihre Absicht, ihren subjektiven
Aneignungsprozess nachvollziehbar zu fixieren.

Die besonderen Ausstellungsräume prädestinieren eine Begehung von
Bild- und Worträumen als Rundgang durch sieben "Lektüre-Räume" mit
künstlerisch-biografischem Schrittmaß in Begleitung einverleibter
Texte anverwandter Autoren, wie Dante Alighieri, Iso Camartin, Ossip
Mandelstam, Bruno Schulz, Pawel Florenski, Friedrich Hölderlin,
Johann Gottlieb Fichte, Christa Wolf, Georg Steiner und Arthur
Rimbaud. Hier dokumentiert sich die bildgewordene Erinnerung der
Schaffensphasen von Ruth Tesmar "als die Bücher noch geholfen haben"
(F. C. Delius). Somit bildet sich ein gedanklich anschauliches
Konstrukt von epizyklischer Verwobenheit. Im Handgeschriebenen
offenbart sich eine körpernahe, haptisch-visuelle Texteinverleibung
nach manuellem Takt - verlangsamend nachhaltig.

Neben den drei - in Wien erstmalig zusammenhängend gezeigten -
hundertteiligen Bildzyklen zur "Divina Commedia" präsentiert Ruth
Tesmar außerdem Objektplastiken, skripturale Tableaus, Assemblagen,
eine Videoinstallation und exzerpierte, mit der Hand geschriebene
Texte auf japanischen Vliesbahnen, die transparent in allen
Fensternischen eingehängt sind und den gesamten Kunstraum
umschließen.

Für den Berliner Wissenschaftsverlag hat Ruth Tesmar von 2003 bis
2005 in Zusammenhang mit der Herausgabe einer erstmaligen metrischen
Neuübersetzung durch Thomas Vormbaum ihre Bildfolgen geschaffen. Den
narrativen Ansatz außer Acht lassend, arbeitete sie collagierend und
in assoziativen Anspielungen dem bildgebenden Impuls folgend.

Abfolge der Lektüre-Räume:

Im Steinsaal (Lektüre-Raum I) eröffnen drei Schreibbahnen mit dem
Bruno-Schulz-Text "Vom Mythisieren der Wirklichkeit" den Rundgang.
Ein archetypisches Holzobjekt >Gefährt< bietet sich dominant in der
Raummitte gleichsam als geistiges Transportmittel durch die
Ausstellungsräume an.

In der Längsachse des Steinsaals, im gefangenen Raum (Lektüre-Raum
II), wird der langsame Vorgang des Abschreibens durch die Hand Ruth
Tesmars mittels einer Video-Installation endlos wiederholt und
ermöglicht dem Betrachter/der Betrachterin, dem Schreibprozess
kontemplativ zu folgen.

Der projizierte Abschriftvorgang von Iso Camartins Dante
zugeeignetem Text "Die Weisheit und das Lächeln" wird flankiert von
zwei großen, copygrafischen Tableaus.

Im Übergangsraum (Lektüre-Raum III) korrespondieren sowohl die
handschriftlichen italienisch-deutschen Schreibbahnen des "Canto
primo" mit der Holzplastik >Opfer< als auch dem dazugehörenden
Spiegeltext Rimbauds "Das Herz des Hampelmanns".

Der Große Saal (Lektüre-Raum IV) eröffnet den Blick auf das
gewaltige Holzobjekt >Verdammte<.

In den fünf Fensterbogennischen ist auf transparenten Vliesbahnen
die vielzeilige Exzerpt-Textur nach Ossip Mandelstams "Gespräch über
Dante" einhausend eingehängt. Der Umfang des abgeschriebenen
Mandelstam-Textes trägt der nachhaltigen Intention einer lebendigen
Betrachtung auf das kolossale Wortwerk Dantes Rechnung.

Ein >Tor der Worte< als raumhohe copygrafische Installation zieht
den Blick in den Lektüre-Raum V, den Medea-Raum, in welchem
titelgebend der ermutigende Christa Wolf-Text "Ich höre Stimmen ..."
mit assoziativen Bildkästen (Assemblagen) korrespondiert. Die Nische
des Kapellenfensters ist ausgefüllt mit der Figur der >Muse<, einem
Gipsabguss, der mit den Dante-Versen aus "Donne ch'avete intelleto
d'amore" beschrieben ist.

Im kleinsten Raum (Lektüre-Raum VI) korrespondieren Assemblagen
von >Buch-Engeln< mit kleineren Tableaus des exzerpierten,
melancholischen Textes Georg Steiners "Warum Denken traurig macht".

Das innere Kabinett (Lektüre-Raum VII) wird von den Textbahnen
"Magie des Wortes" von Pawel Florenski umschlossen sowie von der
Abschrift Arthur Rimbauds "Alchemie des Wortes" und einer Auswahl von
Bildern zu den "Metamorphosen" von Ovid. Schwebend eingehangen ist
das Holzobjekt >Dantebarke<.

Presseführung "Dante: ein Vermächtnis"

 in Anwesenheit von Ruth Tesmar
 
 Ort:
 Universität für angewandte Kunst Wien
 Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof
 Schönlaterngasse 5, Grashofgasse 3

 Datum:   9.5.2012, um 10:00 Uhr
 Ort:     Wien

Rückfragehinweis:
Universität für angewandte Kunst Wien
Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
Mag. Anja Seipenbusch-Hufschmied (Bereichsleitung)
Mag. Marietta Böning, MAS
T: +43-1-71133 DW 2161
[email protected]
www.dieangewandte.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UAK

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