- 27.04.2012, 08:00:33
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Creditreform FIRMENINSOLVENZSTATISTIK 1. Quartal 2012: 26 Insolvenzen pro Werktag
Mehr eröffnete Firmeninsolvenzen (+13,9%)
Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Quartal 2012 zeigen eine
Trendumkehr zum vergangenen Jahr: Die eröffneten Firmeninsolvenzen
sind um fast 14% auf 1.015 Verfahren angestiegen. Erfreulicher weise
sind aber die mangels Vermögen abgewiesenen Verfahren um 17% auf 665
gesunken. Die Hauptursachen für das Scheitern der Unternehmen liegen
in Managementfehlern, in einer unzureichenden Kapitalausstattung und
in der allgemeinen Wirtschaftslage. Dazu Rainer Kubicki,
Geschäftsführer von Creditreform: "Die im Jahr 2011 eingesetzte
Konjunkturabkühlung schlägt nun auf die Insolvenzentwicklung durch.
Konnten viele Unternehmen die Wirtschaftskrise und die anschließende
kurze Wachstumsphase durchtauchen, so ist nun der Zahltag gekommen.
Ohne professionelles Kreditrisikomanagement und Liquiditätsvorsorge
wird sich die Lage 2012 verschlimmern."
Bundesländervergleich
Der Blick auf die Bundesländer zeigt folgendes Bild: Die größten
Zuwächse an Insolvenzen weisen das Burgenland (+58,5%), Vorarlberg
(+34,7%) sowie Kärnten und Salzburg (je +21,3%) auf. In Tirol
(-21,0%), Wien (-13,0%) und in Oberösterreich (-0,4%) gingen die
Insolvenzen hingegen zurück.
Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit
6 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im
Durchschnitt mehr als 4 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.
Branchenvergleich
Die am stärksten betroffenen Branchen sind das Bauwesen mit fast
12 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen sowie die Branche
"Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" mit über 8 Insolvenzen je
1.000 Branchenunternehmen. Während in den Branchen
"Sachgütererzeugung" (+6,9%), im Handel (+2,9%) und im "Bauwesen"
(+2,3%) die stärksten Zuwächse zu verzeichnen waren, sind im "Kredit-
und Versicherungswesen" (-39,0%) sowie im "Beherbergungs- und
Gaststättenwesen" (-10,7%) die meisten Rückgänge gezählt worden.
Conclusio 1. Quartal 2012
Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung hat bereits
bei ihrer KMU-Umfrage im vergangenen Herbst eine Verschlechterung der
Eigenkapitalausstattung festgestellt. Die Fettpolster sind
aufgebraucht und die Geduld mancher finanzierender Bank ist genug
strapaziert worden. Dazu kommen nicht sehr optimistische
Konjunkturprognosen. Somit lässt sich bis dato ein wirtschaftlich
sehr herausforderndes Bild in den ersten drei Monaten 2012 zeichnen.
Reagieren die heimischen Unternehmen nun nicht schnell genug sowohl
in Hinblick auf Effizienzsteigerung und Wettbewerbsfähigkeit als auch
im wichtigen Bereich des Kreditrisikomanagements, so könnte eine
erste vorsichtige Prognose für das Gesamtjahr 2012 eine deutlich
steigende Insolvenzentwicklung bringen.
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Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard M. Weinhofer Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG Tel.: +43-1-218 62 20-551 mailto: g.weinhofer@wien.creditreform.at www.creditreform.at
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