- 26.04.2012, 18:15:32
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Dubai kann uns Zehntausende Jobs kosten: von Wolfgang Unterhuber
Asiatische Fluggäste entscheiden das Schicksal der AUA
Wien (OTS) - Die AUA ist gerettet - vorerst. Der neue
Kollektivvertrag soll in Summe bis zu 45 Millionen Euro
Personalkosten einsparen. Auch die Lieferanten der AUA und der
Flughafen Wien/Schwechat haben nachgegeben. Die angepeilte
Gesamteinsparung von rund 260 Millionen scheint realistisch zu sein.
Stimmt das Bordpersonal bis Montag dem neuen Kollektivvertrag zu, so
ist das ein Sieg der Vernunft - wie es gestern an dieser Stelle
bereits kommentiert wurde.
Bei aller Rettung in letzter Sekunde hängt das Schicksal der AUA
jedoch von globalen Faktoren ab, die sie nicht beeinflussen kann.
Denn in der Flugbranche spielt sich derzeit ein beinhartes Match ab,
wie etwa Flughafen Wien-Vorstand Günther Ofner immer wieder betont:
Und zwar zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und
Europa. Dabei geht es um die Abermillionen Flugpassagiere aus
Süd(ost)asien, die nach Nord- und Südamerika fliegen - über das
Drehkreuz Dubai oder die europäischen Drehkreuze Frankfurt, London,
Paris. Glaubt man den internationalen Luftfahrtexperten, dann geht
es hier für die Europäer um sehr viel.
Gewinnen die Vereinigten Arabischen Emirate das Match um das riesige
Potenzial an Kunden aus Asien, sieht es für die europäische
Flugbranche düster aus. Und damit auch für die AUA-Mutter Lufthansa.
Was eine trudelnde Lufthansa für die AUA bedeuten würde, ist wohl
klar. Und dass die internationalen CEE-Headquarters den Standort Wien
ohne rasche und umfassende Flugverbindungen aufgeben würden, wohl
auch. Vereinfacht gesagt: Mit allem Drum und Dran hängen hierzulande
Zehntausende Jobs davon ab, ob arabische, indische und chinesische
Passagiere mit einer europäischen oder arabischen Fluglinie die Reise
nach Übersee antreten.
Und die Araber rüsten auf. Die Etihad Airways aus Abu Dhabi und
Emirates aus Dubai benötigen in den kommenden Jahren 80.000 (!) neue
Mitarbeiter - darunter 2500 Piloten. Zugleich werden die Flotten
massiv vergrößert. Emirates, schon jetzt eine der weltgrößten
Fluglinien, hat erst vor Kurzem bei Boeing 50 weitere
Langstreckenmaschinen des Typs 777 bestellt. Reichweite: über 14.000
Kilometer. Lufthansa/AUA und die anderen großen europäischen Airlines
haben somit einen sehr stürmischen Langstreckenflug vor sich.
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