- 26.04.2012, 12:17:21
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Syrien: 50.000 Christen von Homs haben Stadt verlassen
Syrisch-orthodoxer Bischofssitz von Aufständischen besetzt - Christen stehen vor dem Nichts
Wien-Damaskus, 26.04.12 (KAP) Die Christen in Syrien werden im
Bürgerkrieg zwischen den Fronten aufgerieben und stehen mittlerweile
vor dem Nichts - 50.000 Christen haben bereits die Stadt Homs
verlassen und in den Dörfern Zuflucht gesucht: Darauf haben die
syrisch-orthodoxen Erzbischöfe Eustathius Matta Roham von Jezira und
Euphrat sowie Silvanus Petros von Homs und Hama bei einem
Wien-Besuch am Donnerstag aufmerksam gemacht.
Erzbischof Petros berichtete bei einem Pressegespräch, dass bereits
250 Christen ums Leben gekommen seien. Tausende Wohnungen und Häuser
wurden geplündert oder zerstört. Niemand wisse, ob man jemals wieder
nach Homs zurückkehren könne. Die Situation sei "ein einziges
Drama". Trotzdem würden die Christen versuchen, im Land zu bleiben.
Erzbischof Petros: "Wenn wir einmal auswandern wird es wohl keine
Möglichkeit mehr zur Rückkehr geben."
Sein eigener Amtssitz sei schon vor einem Monat von Aufständischen
beschlagnahmt worden, die dort einen Stützpunkt einrichteten. Auch
ein angeschlossenes Waisenhaus habe die Kirche räumen müssen. Die
Kinder seien notdürftig in Dörfern untergebracht worden. In den
Dörfern gebe es für die Flüchtlings- und Waisenkinder aber keine
Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.
Eine Lösung der Krise könne nur in einem friedlichen Dialog
gelingen, betonte Erzbischof Roham: "Wir Christen sind im aktuellen
Konflikt neutral. Wir wollen gute Beziehungen zu allen
Konfliktparteien."
Erzbischof Roham und Erzbischof Petros halten sich derzeit auf
Einladung von CSI ("Christen in Not") in Österreich auf. Im Rahmen
ihres Besuchs waren sie am Mittwoch bereits mit Vizekanzler Michael
Spindelegger zusammengetroffen.
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