- 25.04.2012, 15:20:09
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AK Wien Vollversammlung (3): Familienförderung transparent und gerecht gestalten
AK Wien setzt sich erneut für eine Vereinfachung der Familienförderung und den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ein
Wien (OTS) - Die 157. Vollversammlung der AK Wien fordert eine
Vereinfachung der Familien-förderung. Anstelle einer steuerlichen
Familienförderung, die Familien mit geringen Einkommen benachteiligt,
sollen alle Kinder im gleichen Ausmaß finanziell gefördert werden.
Außerdem fordert die AK Wien, dass die fehlenden Plätze in der
Kleinkindbetreuung und in der schulischen Ganztagesbetreuung
geschaffen werden.
Österreich gibt im internationalen Vergleich sehr viel Geld für
Familien aus, wie jedoch der Vergleich mit anderen Ländern zeigt, mit
relativ geringem Erfolg. So hat Österreich die zweitgrößte
Einkommensschere zwischen Frauen und Männern innerhalb der EU und
liegt mit einem Nachteil der Frauen von über 25 Prozent deutlich über
dem europäischen Schnitt von 17 Prozent. Die Erwerbsintegration von
Frauen mit Kindern gelingt nur schlecht: Nur 22 Prozent der Frauen
mit Kindern unter 15 Jahren sind in Vollzeit beschäftigt, im
Vergleich zu 85 Prozent der Männer.
Familienpolitik soll auch Mut machen, den Wunsch nach Kindern zu
verwirklichen. Hierzulande ist das nicht der Fall: Mit einer
Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau liegt Österreich nicht nur
deutlich unter dem EU-Schnitt von 1,6 Kindern, sondern auch weit
abgeschlagen zu Ländern wie Frankreich, Schweden oder Dänemark.
Die Familien selbst müssen sich mit einer unübersichtlichen
Vielfalt von Familienleistungen mit unterschiedlichen
Voraussetzungen, Anträgen usw auseinandersetzen. Und das für viele
größte Problem, nämlich eine gute und leistbare Kinderbetreuung, ist
oftmals ungelöst. Noch immer fehlen alleine in der Kleinkindbetreuung
35.000 Plätze und Kindergärten, die zu bald sperren oder in den
Ferien geschlossen haben. Diese Rahmenbedingungen machen es schwer,
mit Kindern einem Beruf nachgehen zu können. Auch Rechnungshof und
Wirtschaftsforschungsinstitut sagen: Die Familienförderung ist
intransparent und die Mittel werden falsch eingesetzt.
Es braucht daher eine grundlegende Reform der Familienförderung.
Ziel dabei muss es sein, ein einfaches, transparentes und gerechtes
System zu schaffen, das den Bedürfnis-sen der Familien entspricht und
auch mit den gesellschaftlichen Zielen der Chancengleichheit zwischen
den Geschlechtern und der eigenständigen Absicherung von Frauen
zusammenpasst. Eine solche Reform muss den folgenden Grundsätzen
folgen.
Die 157. Vollversammlung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für
Wien fordert da-her:
+ Vereinfachung der Familienförderung: Die unterschiedlichen
Geldleistungen sollen zusammengefasst werden und für alle Kinder in
gleicher Höhe unabhängig von Alter und Anzahl der Kinder gewährt
werden. Für die Eltern sollen die Leistungen überschaubarer werden.
Das macht auch die Verwaltung viel einfacher - womit dort gespart
werden kann, anstatt bei den Familien.
+ Schwierige Lebensumstände müssen natürlich weiterhin
Berücksichtigung finden. Alleinerziehende und Kinder mit Behinderung
müssen auch weiterhin eine höhere Förderung erhalten.
+ Umgekehrt sollen alle Familien die gleichen Förderbedingungen
vorfinden - unabhängig davon, wie sie sich die Erwerbs- und
Betreuungsarbeit teilen. Finanzielle Anreize wie der
Alleinverdienerabsetzbetrag und die Kinderzuschläge zum AVAB, die
eine traditi-onelle Arbeitsteilung fördern, sollen beseitigt werden.
+ Anstelle einer steuerlichen Familienförderung, die Familien mit
geringen Einkommen benachteiligt, sollen alle Kinder im gleichen
Ausmaß finanziell gefördert werden, unab-hängig vom Einkommen der
Eltern. Notwendig sind mehr Mittel zur Unterstützung der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Frühförderung von
Kindern.
+ Um sicherzustellen, dass die Familienförderung auch zum
unmittelbaren Nutzen der Kinder eingesetzt wird, sollen
zweckgebundener Gutscheine für Kinderbetreuung und Kinderbildung
eingeführt werden.
+ Die fehlenden Plätze in der Kleinkindbetreuung und in der
schulischen Ganztagesbe-treuung müssen möglichst rasch geschaffen
werden, die Öffnungszeiten aller Betreuungsangebote müssen den
Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern entsprechen.
Forts.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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