- 25.04.2012, 11:42:07
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Bologna-Konferenz - Karlheinz Töchterle: Wir sind gemeinsam am Weg
Minister Töchterle und Vertreter/innen der Delegation informierten in Pressegespräch über bevorstehende Konferenz in Bukarest und Bologna-Umsetzung in Österreich

Wien (OTS) - Anlässlich der achten Bologna-Minister/innenkonferenz
informierte Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Forum Lehre der
Universitätenkonferenz Vizerektor Dr. Martin Polaschek (Universität
Graz), Rektor Dr. Andreas Breinbauer (Fachhochschule des bfi Wien;
Fachhochschulkonferenz) und der ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz über die
bevorstehende Konferenz, den Stand der Bologna-Umsetzung in
Österreich sowie weitere Ziele und Maßnahmen auf europäischer Ebene.
Morgen und übermorgen kommen die Minister/innen, Vertreter/innen von
Hochschuleinrichtungen und der Studierenden von 47 Staaten in
Bukarest zusammen - "dass die österreichische Delegation jeweils aus
einem Vertreter des Ministeriums, der Universitäten, der
Fachhochschulen und der Studierenden besteht, sehe ich als starkes
Signal der gemeinsamen Verantwortung. Wir sind gemeinsam am Weg", so
Töchterle. Bei der Konferenz wird u.a. eine Mobilitätsstrategie
beschlossen, um das 20 Prozent-Ziel bei der Graduiertenmobilität bis
2020 etwa durch den Abbau von Mobilitätshindernissen zu erreichen.
"Die Universitäten haben in den letzten Jahren ihre Studien
weitestgehend auf die Bachelor/Master-Architektur umgestellt", so
Vizerektor Dr. Martin Polaschek. Von den 1.056 im Wintersemester 2011
an den österreichischen Unis angebotenen Studien sind 327
Bachelorstudien, 564 Masterstudien, 104 Doktoratsstudien und 61
Diplomstudien. "Nun geht es darum, die Inhalte auf ihre Zeitgemäßheit
zu überprüfen und die weiteren Vorgaben des Bologna-Prozesses
umzusetzen", verweist der Vorsitzende des Forums Lehre der uniko etwa
auf das studierendenzentrierte Lernen.
"Die Fachhochschulen in Österreich haben das zweistufige
Studiensystem fast zu 100 Prozent implementiert und sehen sich auch
in vielen anderen Bereichen als Bologna-Vorreiter", nennt Rektor Dr.
Andreas Breinbauer die sehr hohe Studierendenmobilität
(Auslandssemester) als Beispiel. "Die Durchlässigkeit bei den
Zugangsvoraussetzungen auch für die Studierenden ohne Matura ist (mit
Zusatzqualifikationen) gegeben und die soziale Durchmischung der
Studierenden vergleichsweise gut", so Breinbauer weiter. Außerdem
bieten die FHs attraktive Angebote für berufsbegleitend Studierende
(46 Prozent aller Studiengänge).
"Die Umsetzung von Bologna ist in Österreich kritisch zu hinterfragen
und in vielen Punkten mangelhaft. Bisher wurde zu wenig Augenmerk auf
die soziale Dimension von Bildung gelegt. Nur ein radikaler Ausbau
des Stipendiensystems kann Zugang zu Bildung und Mobilität
ermöglichen", so Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH. "Studierende
müssen im Mittelpunkt aller Umsetzungsschritte von Bologna stehen.
Dazu müssen wir auf allen Ebenen - von der Finanzierung bis zur
Gestaltung von Studienplänen und der Lehre mitentscheiden können!"
Der Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen Europäischen
Hochschulraums beruht auf der 1999 von 29 europäischen
Bildungsminister/innen im italienischen Bologna unterzeichneten
Bologna-Erklärung, mittlerweile umfasst er 47 Mitgliedsstaaten. "Das
Einende sind die gemeinsamen Ziele, etwa die verstärkte Mobilität und
die erhöhte Durchlässigkeit durch die vergleichbaren Abschlüsse", so
Töchterle. "Verständlicherweise gibt es bei der Umsetzung
unterschiedliche Geschwindigkeiten, Anforderungen und
Herausforderungen. Manches funktioniert gut, an anderen Stellen
hapert es noch. Es ist ein sehr ambitionierter Prozess, bei dem es
naturgemäß noch Verbesserungsbedarf gibt." Das zeige sich auch im
begleitenden Monitoring-Prozess des Ministeriums sowie anhand des
"Bologna Process Implementation Report", der die Umsetzung der
Bologna-Ziele in den einzelnen Mitgliedsländern vergleicht (beide
Kurzfassungen zu den Berichten stehen über die Homepage des
Ministeriums zur Verfügung: www.bmwf.gv.at).
Österreich schneidet etwa beim berufsbegleitenden Studienangebot an
den Fachhochschulen sehr gut ab, liegt mit der niedrigen
Arbeitslosenrate unter Jungakademiker/innen im Spitzenfeld und wird
explizit für das überdurchschnittliche Förderwesen für Studierende
gelobt. Hintere Ränge nimmt Österreich im Vergleich bei der
Implementierung des zweistufigen Studiensystems, also Bachelor und
Master, ein: Während wir an den Fachhochschulen (Stand der Umsetzung:
99,7 Prozent) sehr gut liegen, gibt es an den Unis (Stand der
Umsetzung: 84 Prozent) noch Aufholbedarf. Auch bei der
Akademikerquote liegt Österreich im hinteren Feld (20,8 Prozent,
Bologna-Durchschnitt 33,2 Prozent), ebenso bei der Studienintensität,
die in Österreich sehr gering ausfällt (nur 44 Prozent widmen sich
ihrem Studium mehr als 30 Wochenstunden; Spitzenreiter sind Portugal
und Spanien mit jeweils mehr als 70 Prozent).
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Mag. Elisabeth Grabenweger, Pressesprecherin Tel.: +43 1 531 20 9014 mailto: [email protected] Homepage: www.bmwf.gv.at Österreichische Universitätenkonferenz Floragasse 7/7, 1040 Wien Manfred Kadi, Referent für Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +43 1 310 56 56 24 mailto: [email protected] Homepage: www.uniko.ac.at Österreichische Fachhochschul-Konferenz Bösendorferstraße 4/11, 1010 Wien Mag. Kurt Koleznik, Generalsekretär Tel.: +43 664 42 44 294 mailto: [email protected] Homepage: www.fhk.ac.at Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) Sara Scheiflinger, Pressesprecherin Tel.: 0676 888 52 211 mailto: [email protected] Homepage: www.oeh.ac.at
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