Mausklick statt Mausversuch!

Tierschutzstiftung: Indien als Vorbild nehmen

Wien (OTS) - Der 24. April ist der Internationale "Tag des Versuchstiers" - Tierversuche fordern alleine in Österreich jährlich über 200.000 Tierleben. Und das ist lediglich die offizielle Zahl. Die Dunkelziffer liegt weit höher, zumal nicht jeder Eingriff automatisch als Tierversuch gilt. Das zu beurteilen obliegt den jeweiligen VersuchsleiterInnen - je nachdem, ob sie der Ansicht sind, das Experiment belaste das Tier oder nicht. Wirbellose Tiere werden in der offiziellen Statistik nicht mal gelistet.

Mäuse sind mit etwa 170.000 Tieren die am häufigsten eingesetzten Lebewesen, gefolgt von den "Versuchskaninchen" mit 16.500 und Ratten mit 8.800. Aber auch Schweine, Hunde, Katzen, Meerschweinchen u.a. müssen quälerische Prozeduren über sich ergehen lassen.

Alexander Willer, Kampagnenleiter der Tierschutzstiftung:
"Versuche an lebenden Tieren sind nicht nur ethisch abzulehnen, sie bringen auch wissenschaftlich wenig, da das Tiermodell nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar ist. Umwelteinflüsse, Ernährung, Stress, genetische Prädisposition, all diese komplexen Zusammenhänge können bei der simplen Untersuchung am Versuchstier nicht berücksichtigt werden."

Willer weiter: "Wenn Österreich wirklich innovativ am Sektor Biotechnologie tätig sein möchte, ist es hoch an der Zeit, die Alternativmethoden im Reagenzglas (in-vitro) oder am Computermodell (in-silicio) gehörig zu fördern. Was bisher in diese Richtung geschieht, hat den Charakter einer Alibihandlung."

Ein gutes Beispiel für moderne Forschung setzte vor kurzem Indien. Wie die "India Times" am 21.April 2012 berichtete, hat die Regierung die Forschungseinrichtungen an Colleges und Universitäten angewiesen, Experimente an Tieren einzustellen und stattdessen auf Computermodelle zu setzen.

"Mausklick statt Mausversuch! Das ist wissenschafts- und tierfreundlich", schließt Willer.

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Tierschutzstiftung
Tel.: 0650/ 6123325

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