Liberale jüdische Gemeinde sieht neues Israelitengesetz als Chance für Verwirklichung der Einheitsgemeinde

Wien (OTS) - Das neue Israelitengesetz, das der Nationalrat nach langem Ringen vergangene Woche beschlossen hat, bietet nach Meinung der jüdischen liberalen Gemeinde von Or Chadasch, eine gute Chance, die von allen Seiten gewünschte jüdische Einheitsgemeinde, d.h. die vereinte Vertretung aller Juden in Österreich zu verwirklichen.

Der Gesetzestext erfüllt zwar nicht alle Anforderungen für ein pluralistisches Judentum und bevorzugt weiterhin die orthodoxe Glaubensrichtung. Allerdings glauben wir, dass der Wille des Gesetzgebers, diesen Pluralismus zu gewährleisten, deutlich zum Ausdruck gekommen ist und dadurch nun gesetzliche Vorgabe ist.
Denn der Abänderungsantrag verpflichtet zur angemessenen Vertretung aller Traditionen, "um die Inklusion auch liberaler Juden in die Israelitische Religionsgesellschaft[...] und somit das Grundrecht auf Religionsfreiheit sicherzustellen". Dieses Ziel unterstützten auch die Wortmeldungen aller Fraktionen in der Parlamentsdebatte. Nun liegt es am Unterrichtsministerium, der Israelitischen Kultusgemeinde und der neuen Religionsgesellschaft, die Inklusion des liberalen Judentums zu verwirklichen.

Einerseits fordern wir Unterrichtsministerin Claudia Schmied auf, dem Antrag auf Gründung einer Jüdischen Liberalen Kultusgemeinde unter dem Dach der Religionsgesellschaft zügig stattzugeben. Andererseits wollen wir mit der IKG Wien unter Führung ihres Präsidenten Oskar Deutsch und der Israelitischen Religionsgesellschaft in Verhandlungen treten, um alle Möglichkeiten für eine angemessene Vertretung des liberalen Judentums in den neuen Strukturen auszuloten. Wir glauben an die Einheitsgemeinde. Nur gemeinsam können wir nun an einem vereinten und daher gestärkten Judentum in Österreich bauen.

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Giuliana Schnitzler
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