Mit den Ohren sehen? Fledermausmann Kish unterrichtet in Wien

Wien (OTS) - Daniel Kish sieht mit den Ohren. Der Kalifornier, berühmt für seine Echolokalisation, die Blinden weltweit neue Wege der Mobilität und mehr Lebensqualität erschloss, kommt für drei Wochen nach Wien und unterrichtet gemeinsam mit Trainer-Kollege Juan Ruiz zwölf Schüler im Bundesblindenerziehungsinstitut (BBI). Sein erster Wienbesuch im November 2011 sorgte für großes Medieninteresse. Diesmal wird Kish eine Führung in Schloß Schönbrunn besuchen (Interview- und Fotomöglichkeit; Sonntag, 22. April, 15h) und, falls das Wetter mitspielt, von 27. bis 29. April in Mariazell mit Familien aus ganz Österreich wandern.

Mountain-Biken, Bergwandern, Klettern... als Blinder? Bei Daniel Kish, Spitzname Batman (Fledermausmann), sieht das alles so leicht aus, Als Zweijähriger verlor der 46-jährige sein Augenlicht. Trotzdem lebt Kish ein Leben voll Selbstständigkeit und Mobilität. Seine wichtigsten Werkzeuge sind seine Zunge und seine Ohren. Wie eine Fledermaus, daher seine Spitzname, sieht Kish mit den Ohren. Permanent sendet seine Zunge Schnalzgeräusche (Klick-Sonar) aus. Das Echo, das jeder Gegenstand zurückwirft, wandelt Kish im Kopf in ein dreidimensionales Bild seiner Umgebung um. Wer in der Technik geübt ist, kann auf mehrere Meter Entfernung unterscheiden ob ein Geländewagen oder eine Limousine vor einem steht. "Es ist wie Gips in eine Form zu giessen" sagt Daniel Kish, "das Echo nimmt die Form der Umgebung an. Das erfordert keine besondere Gabe. Das kann jeder lernen. Es ist an den Blinden, ihre Freiheit einzufordern." Kish stolpert lieber ab und zu trotz Stock und Schnalzerei, als sich von einem Blindenhund oder einem Menschen abhängig zu machen. "Es ist eine teilweise grundlegende Änderung in der Blindenpädagogik die Grenzen sprengt und neue Wege aufzeigt", sagt Eva Hannemann seit 30 Jahren Pädagogin am BBI.

"In den 1990iger Jahren studierte Kish Entwicklungspsychologie und Sonderpädagogik und wurde der erste blinde Mobilitätstrainer der USA. 2000 gründete er die gemeinnützige Stiftung "World Acces For The Blind", die seither 5000 Schüler in 18 Ländern ausbildete. "Wir wollen nicht anders behandelt werden, als der Rest der Welt. Drei Viertel meiner Arbeit dreht sich darum, die Abhängigkeit von Familie und Freunden abzubauen." (www.worldaccesfortheblind.org; www.bbi.at)

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