• 18.04.2012, 13:10:14
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Globales Denken zur Lösung konkreter Probleme

Forschungsrat und Profil luden zur Veranstaltung "Wissenschaft und Forschung: Luxus oder Lebensnotwendigkeit?"

Wien (OTS) - "Qualität als oberstes Ziel" und deshalb auch
"Förderung der Besten" nannte Konrad Osterwalder, Rektor der United
Nations University in Tokyo und ehemaliger Rektor der ETH Zürich, als
wichtigste Vorgaben, um Wissenschaft und Forschung voranzubringen. Im
Rahmen einer vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung und dem
Magazin Profil veranstalteten Podiumsdiskussion erklärte er
hinsichtlich der Frage, ob Wissenschaft und Forschung nun Luxus oder
Lebensnotwendigkeit seien: "Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft ist
ohne Innovation, und damit ohne Wissenschaft, Forschung und Bildung
nicht möglich." Deshalb sei es wichtig und notwendig, Exzellenz zu
fördern, gerade auch an den Universitäten. Gleichzeitig aber muss
Wissenschaft insofern Luxus bleiben, als es um die Befriedigung der
menschlichen Neugier gehe und nicht nur um die Entwicklung
marktfähiger Produkte.

Darüber hinaus habe die Wissenschaft, so Osterwalder, auch die
Aufgabe, sich als Think Tank für Politik und Wirtschaft zu verstehen
und anzubieten. Angesichts der globalen Herausforderungen - Stichwort
Klimawandel, Erhalt der Biodiversität oder Wasserversorgung - braucht
es auch globales Denken zur Lösung konkreter Probleme. Gerade die
Universitäten sind deshalb aufgefordert, über die traditionellen
Disziplinen hinauszugehen sowie die internationale Zusammenarbeit zu
intensivieren. "Weg von der verwalteten Universität und hin zur
innovativen Universität, die auch Mut zum Risiko besitzt", so
Osterwalders Zielvorgabe. Was es hierzu braucht, sind seiner Ansicht
nach "mehr Vertrauen, mehr Verantwortung und weniger Kontrolle", denn
"Qualitätskontrolle ist notwendig, darf aber nicht zum zeitfressenden
Moloch werden".

Bundesminister Töchterle: Gegen Verengung des
Wissenschaftsbegriffs

Gegen eine Verengung des Wissenschaftsbegriffs auf
Naturwissenschaften und Technik sprach sich auch
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle aus. "Wissen um des Wissens
willen hat immer noch seine Berechtigung", so der Bundesminister, und
verwies in der Folge auf die Bedeutung der Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften, die seiner Ansicht nach zu wenig wahrgenommen
werden.

Gleichzeitig erneuerte Töchterle seine Forderung nach einem
Zugangsmanagement an den Universitäten. Diesen müsse es gestattet
sein, selbst zu entscheiden, wen sie aufnehmen, um die Qualität der
Ausbildung sicherstellen zu können.

Öffnung der Wissenschaft und Forschung im Rahmen der "Langen
Nacht der Forschung" am 27. April

Diskussionspunkt zwischen den PodiumsteilnehmerInnen war auch die
mangelnde, oftmals auch negative Wahrnehmung von Wissenschaft und
Forschung in der Bevölkerung. Während die Direktorin des Technischen
Museums, Gabriele Zuna-Kratky, es als Bringschuld der
WissenschafterInnen sieht, die Bevölkerung über ihr Tun aufzuklären
und zu informieren, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des
Forschungsrates und ehemalige Rektor der Technischen Universität
Wien, Peter Skalicky, dies zur Holschuld der Bevölkerung. "Die in
Zusammenhang mit Wissenschaft und Forschung von den Medien oftmals
verbreitete Furcht führt zu Desinteresse und einer negativen Haltung.
Es ist hier die Aufgabe einer aufgeklärten Gesellschaft, sich im
eigenen Interesse für diese Dinge zu interessieren."
Gelegenheit haben die ÖsterreicherInnen hierzu am 27. April im Rahmen
der "Langen Nacht der Forschung", die heuer in ganz Österreich
stattfinden wird.

Informationen hierzu unter : www.lnf2012.at

Die PodiumsteilnehmerInnen in alphabetischer Reihenfolge:

- Prof. Dr. Konrad Osterwalder (Rektor der United Nations 
   University in Tokyo)
 - Alwin Schönberger (Projektleiter von profil wissen)
 - Prof. DI Dr. Peter Skalicky (ehemaliger Rektor der TU Wien, 
   stellvertretender Vorsitzender des Rates für Forschung und 
   Technologieentwicklung)
 - Bundesminister Dr. Karlheinz Töchterle (Bundesminister für 
   Wissenschaft und Forschung)
 - HR Dr. Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin des Technischen Museums 
   Wien)

Moderation der Veranstaltung: Dr. Matthias Strolz (Promitto)

Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik
Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel.: 01 - 713 1414
Mail: [email protected]

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