Stellungnahme des "Freundeskreises der Spanischen Hofreitschule / Bundesgestüt Piber" zur Jahres-PK am 18.04.2012 der Hofreitschule

Wien (OTS) - Geschäftsführung operiert mit geschönten Vergleichszahlen
Anlässlich der heutigen Pressekonferenz über das Geschäftsjahr 2011 hat die derzeitige Geschäftsführung der Spanischen Hofreitschule -unter Beisein des BM Berlakovich - das angeblich "erfolgreichste Jahr in der Geschichte" verkündet. Bei näherer Betrachtung der präsentierten Zahlen erweisen sich diese aber als keineswegs so einzigartig.

Besucherzahlen:

Die Gesamtbesucherzahl der Spanischen Hofreitschule wurde mit 340.000 angegeben. Dem "Freundeskreis" liegt jedoch eine Studie im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums von 1999 vor, wonach im damals betrachteten Jahr 1998 rund 430.000 Besucher gezählt werden konnten, um rund 25 % mehr als 2011.

Vor wenigen Tagen wurde auch behauptet, dass die Steigerung der Besucherzahlen in Piber von rund 50.000 auf 62.000 einen Rekord dargestellt hätte. Dies ist nicht nachvollziehbar. Im Jahr 2006 freute man sich noch über einen Besucherandrang von rund 75.000 Interessierten. Auch 1998 lagen die Besuchszahlen bei rund 80.000, also um beinahe 30 % höher.

Die Gesamtbesuchszahlen im Jahr 2011 sind somit kein Rekord, sondern liegen nach wie vor unter den Besucherzahlen vor der Ausgliederung bzw wurden derartige Besucherzahlen auch von früheren Geschäftsführungen übertroffen.

Der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" muss nun feststellen, dass die schon bisher kritisch hinterfragten Maßnahmen nicht nur massiv in die Qualität eingreifen, sondern auch ihre Marketing-Wirkung verfehlen. Umso unverständlicher ist die nunmehrige Darstellung, dass die im Jahr 2011 erreichten Zahlen "das erfolgreichste Jahr der Geschichte" belegen sollen.

Finanzsituation:

Ebenso stellte die Spanische Hofreitschule ihr Finanzergebnis für das Jahr 2011 als das beste aller Zeiten dar. Insbesondere wurde die Behauptung aufgestellt, dass nunmehr ein Betriebsüberschuss von Euro 30.000,00 "erwirtschaftet" werden konnte. Auch diese Darstellung hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. So hat die Spanische Hofreitschule - was vom "Freundeskreis" jedoch ausdrücklich begrüßt wird - auch für das Jahr 2011 eine Subvention des Landwirtschaftsministerium in Höhe von Euro 720.000,00 erhalten. Ohne diese öffentliche Subvention, hätte die Spanische Hofreitschule jedoch kein positives Betriebsergebnis erreichen können. Darüber hinaus wurden alleine aus der Vermietung der kostenlos von der Republik überlassenen Räume rund Euro 500.000,00 - wie zuletzt vom Rechnungshof auch kritisch angemerkt - erlöst. Aus Sicht des "Freundeskreises" stellen die heute präsentierten Zahlen im wahrsten Sinne des Wortes eine reine Rosstäuscherei dar.

Dazu der Sprecher des "Freundeskreises der Spanischen Hofreitschule" Josef Offenmüller: "Die heutige Pressekonferenz zeigte einmal mehr, dass die derzeitige Geschäftsführung ihre Aufgabe im Verbreiten von Jubelmeldungen sieht - im Einvernehmen mit dem Bundesminister Berlakovich. Die strukturellen Probleme der Ausbildung von Reitern und Pferden und der Qualitätsverfall werden dadurch aber nicht gelöst".

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Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule / Bundesgestüt Piber
Josef Offenmüller
Tel.: 0043/664/131 97 83
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