• 17.04.2012, 13:38:17
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Über die Sozialpolitik definiert sich die Sozialdemokratie

Abschlussevent der Arbeitsgruppe "Soziale Sicherheit" in Wiener Neudorf

St. Pölten (OTS) - "Niederösterreichs Bevölkerung wird von derzeit
mehr als 1,6 Millionen bis 2050 um ein knappes Fünftel auf über 1,9
Millionen anwachsen. Die demographische Entwicklung unseres
Bundeslandes und die zunehmenden Veränderungen am Arbeitsmarkt wie
zum Beispiel Arbeitszeitflexibilisierung verlangen den politischen
Entscheidungsträgern einiges ab. Besonders im sozialdemokratischen
Kernthema Soziale Sicherheit stehen wir vor großen Herausforderungen,
um Niederösterreich zukunftsfit zu machen", erklärt der Vorsitzende
der SPÖ NÖ, LHStv. Dr. Sepp Leitner, anlässlich des Abschlussevents
der Arbeitsgruppe "Soziale Sicherheit" im Rahmen der
Zukunftsdiskussion NÖ2020 in Wiener Neudorf.

Die Begrüßung übernahm Bgm. Ing. Christian Wöhrleitner, die
einleitenden Worte kamen vom Bezirksvorsitzenden NR Hannes Weninger.
An der Podiumsdiskussion nahmen neben dem
Landeshauptmannstellvertreter der ehemalige Sozialminister und
jetzige Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger, der Präsident der AKNÖ
und Vorsitzende des ÖGB NÖ, Hermann Haneder und die
AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler teil. Arbeitsgruppenleiter Mag.
Johannes Denk präsentierte die Ergebnisse der Umfrage der
Arbeitsgruppe "Soziale Sicherheit". Mehr als 1.000 Personen gaben in
einer Online-Befragung zu den Themen Pflege, Gesundheit, Pensionen
und sozialer Wohnbau ihre Meinung ab.

Für Sozialminister a.D. Dr. Erwin Buchinger ist die Sozialpolitik das
wichtigste politische Betätigungsfeld der Arbeiterbewegung. Gerade
die Sozialdemokratie hat sich über die Sozialpolitik definiert und
ist heute noch erster Ansprechpartner für die Menschen in diesem so
wichtigen Thema. "Besonders in der Krise hat sich gezeigt, dass
Staaten wie Österreich, die über einen gut ausgebauten Sozialstaat
verfügen, die Situation am besten gemeistert haben. Die Entwicklungen
in den letzten Jahrzehnten haben zu Verunsicherungen bei den
ArbeitnehmerInnen geführt, wir brauchen daher Investitionen im
Sozialbereich, damit Erscheinungen wie Erwerbsarmut der Vergangenheit
angehören. Immer mehr ÖsterreicherInnen verfügen trotz Beschäftigung
über kein ausreichendes Einkommen. Auch Pflege muss in Zukunft
leistbar sein, daher kann ich mir gut vorstellen, dass der
Pflegefonds künftig aus Vermögenssteuern gespeist wird. In vielen
Fällen geht das ganze Vermögen der Betroffenen für die
Pflegebetreuung auf. Daher ist es auch eine Frage der sozialen
Gerechtigkeit, dass Vermögenssteuern eingeführt werden", so
Buchinger.

Für AKNÖ-Präsident Hermann Haneder nimmt die Arbeiterkammer das Thema
Gesundheit als große soziale Aufgabe wahr. "Jedes zweite derzeit
geborene Baby wird laut Prognose über hundert Jahre alt werden. Daher
stellt sich die Frage, wie man es schafft, dass Menschen länger und
gesünder leben können. Gemeinsam mit den Betriebsräten werden viele
gesundheitspolitische Maßnahmen durchgeführt, um Arbeiten auf
gesünderen Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Wir brauchen intelligente
Lösungen und werden daher auch weiterhin für eine Steigerung der
Lebensqualität kämpfen. Denn das haben sich unsere ArbeitnehmerInnen
verdient", so Haneder.
In den Gesundheitsberufen stoßen nach Meinung der
AKNÖ-Vizepräsidentin Adler immer mehr MitarbeiterInnen an ihre
Leistungsgrenzen. "Deshalb muss es bei der bereits unerträglich
gewordenen Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen zu einer deutlichen
Verbesserung kommen. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für die
MitarbeiterInnen, denn diese leisten hochprofessionelle Arbeit und
haben es sich verdient, dass sie unter menschenwürdigen Bedingungen
arbeiten", so Adler, die unter anderem eine deutliche Aufstockung des
Personals und planbare bzw. verlässliche Arbeitszeiten fordert.

"Im Pflegebereich brauchen wir zukunftsorientierte Lösungen. Die
Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause bleiben, wenn dies
nicht mehr geht, dann zumindest in ihrer Gemeinde. Es gibt hier
vorbildhafte Pflegemodelle wie das Pflegemodell Ludesch aus
Vorarlberg, das nicht nur die Spitäler entlastet, sondern auch
kostengünstiger als große Pflegeeinrichtungen ist. Damit wird dem
Wunsch der Menschen nach einem 'Umsorgt werden in der gewohnten
Umgebung' Rechnung getragen. Dort werden alle Pflegeleistungen - von
der Langzeitpflege und der Tagesbetreuung bis hin zu
Freizeitangeboten - gebündelt und angeboten. Besonders im ländlichen
Raum Niederösterreichs sind solche Seniorenzentren eine sinnvolle
Alternative und entsprechen den Bedürfnissen der Menschen. Die
Gemeinde Wiener Neudorf zeigt bereits, dass es Kommunen in
Niederösterreich gibt, die in den letzten Jahren einiges unternommen
haben, um der sozialen Dimension Rechnung zu tragen", so Leitner.

Rückfragehinweis:

SPÖ-Niederösterreich
   Mag. Friedrich Dechant
   Medienservice
   Tel.: 02742/2255/126
   mailto:[email protected]
   www.noe.spoe.at

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