- 17.04.2012, 13:32:29
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Missbrauch: Deutlich weniger Meldungen an diözesane Ombudsstellen
2011 verzeichneten die Ombudsstellen 366 Kontakte, davon waren 221 Verdachtsfälle von Missbrauch oder Gewalt im kirchlichen Bereich
Wien, 17.04.12 (KAP) Die Zahl der Meldungen von Fällen von Gewalt
oder sexuellem Missbrauch ist bei den kirchlichen Ombudsstellen
stark rückläufig. Insgesamt verzeichneten die Ombudsstellen im
Vorjahr 366 Kontakte mit Betroffenen, wovon 221 derzeit als
ernstzunehmende Verdachtsfälle zu qualifizieren sind. Das ist das
Ergebnis einer Anfrage von "Kathpress" bei den Ombudsstellen aller
österreichischen Diözesen. Rund 90 Prozent der Verdachtsfälle
beziehen sich demnach auf Fälle von Gewalt und Missbrauch vor dem
Jahr 1993.
Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2010 insgesamt 1.201 Kontakte von
Betroffenen mit den Ombudsstellen. Nach abklärenden Gesprächen mit
den Betroffenen und der Berichtigung von Mehrfachnennungen
verzeichneten die Stellen 2010 499 bestätigte Fälle von Missbrauch
oder Gewalt im kirchlichen Bereich.
Die Ombudsstellen - sie arbeiten weisungsfrei und sind seit 31. Mai
2011 wieder Erstanlaufstelle für alle Meldungen - haben im Jahr 2011
von den 221 an sie herangetragenen Verdachtsfällen 150 an die
"Unabhängige Opferschutzanwaltschaft" (Klasnic-Kommission) zur
Behandlung weitergeleitet. Bei 7 Fällen, das sind 3,2 Prozent aller
Verdachtsfälle, sei nach Einschätzung der Ombudsstellen eine
strafrechtliche Relevanz gegeben gewesen. Um sicher zu gehen, habe
es jedoch in 13 Fällen eine Anzeige bei den staatlichen Behörden
gegeben, berichtete der Wiener Ombudsstellenleiter, Prof. Johannes
Wancata, in der Analyse der Zahlen gegenüber "Kathpress".
Mehr auf www.kathpress.at (ende) pwu/gut/
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