ÖBB verdient an Presse-Vorteilskarte 371.745 Euro pro Jahr

Journalisten weisen Korruptionsvorwurf durch ÖBB zurück

Wien (OTS/ÖJC) - Die Diskussion über die angeblichen Privilegien von Journalistinnen und Journalisten zeigt deutliche Aspekte einer Anti-Solidarisierung in der Gesellschaft auf. Journalisten haben keine anderen "Privilegien", als MitarbeiterInnen großer Unternehmen und Mitglieder der Gewerkschaften oder anderer Fachverbände auch. In der Wirtschaft nennt man dies "Flottenverträge", also Verträge die größere Interessentengruppen gemeinsam mit einem Unternehmen abschließen. Oft muss der Kunde eine entsprechende Gebühr für die Nutzung dieser "Privilegien" zahlen.

So bezahlen Medienvertreter für die Bereitstellung der ÖBB-Presse-Vorteilkarte eine Jahresgebühr von 49,50 Euro. Das macht bei 7.510 ausgestellten Karten (laut Brief von Generaldirektor Mag. Kern, eingelangt am 13. April 2012) die stolze Summe von 371.745 Euro jährlich. Und das, bevor irgendeine Leistung der ÖBB in Anspruch genommen werden kann. Die ÖBB-Presse-Vorteilskarte wurde von den ÖBB erst nach einer Diskussion in Deutschland im Zusammenhang mit der Wulff-Affäre gekündigt.

Auf Grund der Auflassung einer seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gültigen ÖBB-Angebotes an Medienvertreter ersucht der ÖJC alle Kolleginnen und Kollegen ihre ÖBB-Pressevorteilskarte sofort an die ÖBB-Holding AG, Mag. Christian Kern, Wienerbergstr.11, 1100 Wien zurück zu senden und mit sofortiger Wirkung auf die "ÖBB-Privilegien" zu verzichten. Gleichzeitig empfiehlt der ÖJC, dass alle bisherigen Karteninhaber auf die Rückerstattung der im Voraus bezahlten Kartengebühr verzichten und den ÖBB-Chef auffordern, den Betrag nachweislich an die SOS-Kinderdörfer überweisen zu lassen.

"Wir Journalisten sind kein Sündenbock in der innenpolitischen Auseinandersetzung. Journalisten berichten im Inland kritisch über österreichische Missstände und im Ausland oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens und haben es daher nicht nötig als "bestechlich" denunziert zu werden", so ÖJC-Präsident Fred Turnheim in einer Aussendung am Montag.

Ein Hinweis: ÖAMTC-Mitglieder bekommen mit ihrer Clubkarte 10 Prozent Rabatt beim ÖBB-Mitbewerber "Westbahn".

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