Gender: Gewalt und Migration

5. Jahrestagung der Österreichische Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin

Bruck an der Leitha (OTS) - Unter dem Generalthema "Gender: Gewalt und Migration" begeht die Österreichische Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin am 20. April 2012 ihre 5. Jahrestagung. Diese Thematik verknüpft die Auswirkungen sowie gesundheitlichen Folgen von Gewalt mit der an sich schwierigen Situation von Migrantinnen.

In Österreich leben Frauen aus rund 140 verschiedenen Staaten. Mehrheitlich handelt es sich dabei um EU-Bürgerinnen, die sich problemlos im europäischen Wirtschaftsraum auf der Suche nach attraktiven "Jobs" bewegen können. Unser Augenmerk richtet sich jedoch auf die Anderen, die Schwachen, die mit begrenzten Visa, als Asylsuchende oder als Ehefrauen im Zuge der Familienzusammenführung ohne eigenen Aufenthaltsstatus eingereist sind. Da unsere Einwanderungs- bzw. Fremdengesetze in den letzten Jahren verschärft wurden, müssen Migrantinnen, die eine Niederlassungsbewilligung anstreben, nachweislich über ein relativ hohes Einkommen verfügen, um unbefristet bleiben zu können. Jedoch ist der Zugang zum Arbeitsmarkt keineswegs leicht, manchmal sogar unerreichbar; beruflich höher Qualifizierte wie Ärztinnen, Architektinnen, diplomierte Krankenschwestern, u.a. müssen oftmals in prekären Niedriglohnbereichen arbeiten. Asylwerberinnen ist es de facto verboten beruflichen Tätigkeiten nach zu gehen. Die strukturelle Benachteiligung von Nicht-Österreicherinnen zieht sich durch alle Lebensbereiche und spiegelt sich nicht nur in der niedrigeren Bildungsbeteiligung und Erwerbstätigkeit, sondern ebenso in der deutlich höheren Arbeitslosigkeit wider. Ein Resümee daraus ist, dass Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft und Eingebürgerte mit Migrationshintergrund fast doppelt so oft armutsgefährdet sind wie Österreicherinnen.

Migrantinnen sind tagtäglich mit Abwertungen, Vorurteilen, rassistischen und sexistischen Äußerungen konfrontiert, die langfristig zu gesundheitlichen Belastungen führen können. Krankheitsauslösend sind gleichfalls Orientierungslosigkeit, Entwurzelung, Misstrauen und Verunsicherung.

Gewalt in der Familie bzw. im sozialen Umfeld tritt nicht selten in Verbindung mit Armut auf und kann gesundheitliche und letztlich auch verletzungsbedingte Folgen nach sich ziehen. Angst, Unsicherheit, Sprachbarrieren und Informationsdefizite über das österreichische Gesundheitssystem erschweren die notwendigen Schritte zu medizinischen und therapeutischen Behandlungen erheblich. Viele Migrantinnen sind durchaus bereit über ihre Gewalterlebnisse sowie traumatischen Erfahrungen zu sprechen, sofern sie sich ernst genommen fühlen und Vertraulichkeit ohne Repressionen gewährleistet wird.

5. Jahrestagung
Österreichische Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin


Gender: Gewalt und Migration
Diese Thematik verknüpft die Auswirkungen sowie gesundheitlichen
Folgen von Gewalt mit der an sich schwierigen Situation von
Migrantinnen.

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Datum: 20.4.2012, 09:00 - 17:30 Uhr

Ort:
Flemmings Hotel Wien Westbahnhof
Neubaugürtel 26-28, 1070 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Univ. Prof. Dr. Andrea Berzlanovich
Fachbereich Forensische Gerontologie
Medizinische Universität Wien, Department für Gerichtsmedizin
phone: +43 (0)1 40 160 356 60

Dr. Michael Eisenmenger
Mobil: 0676 3173355

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