Erster Waldrapp seit 400 Jahren in Österreich eingebürgert

Wien (OTS) - Ein seltenes, wildes Waldrapp-Weibchen, das nach der britischen Naturschützerin Jane Goodall benannt ist, ist nach 400 Jahren die erste dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart, die über die Alpen zu den alten Brutplätzen Nordeuropas gelangte.

Der seltene Waldrapp lebte 1,8 Millionen Jahre lang in Mitteleuropa bis er vor 400 Jahren von Jägern ausgerottet wurde. Nun ist, dank einem österreichischen Vogelliebhaber und dem Einsatz eines Ultraleichtflugzeugs, das den Vögeln den Weg wies, der erste zurückgekehrt.

Dr. Johannes Fritz nutzte die instinktive Prägung der Vögel indem er sicherstellte, dass er das erste war, das die Küken des seltenen Waldrapps nach dem Schlüpfen sahen. Dann benutzte er die aufgebaute Vertrauensbindung und brachte die Vögel dazu, ihm in seinem Ultraleichtflugzeug von den Winterfutterplätzen in der Toskana in die alten Sommerfutterplätze in den österreichischen und deutschen Alpen zu folgen.

Nun, nach einer Dekade Arbeit, hat es der erste der Vögel endlich wieder aus eigener Kraft über die Alpen geschafft.

Der Flug der Vögel wurde mit GPS verfolgt, mit dem alle erwachsenen Waldrappe letztes Jahr ausgestattet wurden. Außerdem wurde eine Kampagne zur Erziehung der Jäger, die Vögel nicht zu erschießen, gestartet.

Fritz: "Von unserem Hauptsitz in Innsbruck folgten wir "GoJas" Reise über die Alpen mittels GPS. Es war ein unglaublicher Flug in Rekordzeit. Sie flog pfeilgerade zu den Brutplätzen und es gab eine große Feier, als sie endlich ankam. Wir haben dutzende Vögel aufgezogen, geprägt und ihnen die Flugroute gezeigt, aber GoJa war die erste, die es aus eigener Kraft zurück geschafft hat.

"Jane Goodall war eine große Unterstützung für unser Projekt und besuchte uns das erste Mal 2008 im Rahmen eines Buchprojektes an dem sie damals arbeitete. Ihr zu Ehren haben wir, wie es bei uns beim Benennen der Vögel üblich ist, ihre Initialen genommen und einem neu geschlüpften Vogel den Namen GoJa gegeben.

Sie ist nun seit 400 Jahren der erste erwachsene Waldrapp, der zu Brutplätzen nördlich der Alpen zurückgekehrt ist. Dutzende von Vögeln kamen in unserem Programm zur Welt und es ist purer Zufall, dass wir dieses spezielle Exemplar nach Jane Goodall benannt haben. Also trägt unser berühmtester Vogel den Namen der berühmtesten Naturschützerin.

"Wir haben die Vögel jetzt in drei Bergregionen eingebürgert -zwei in Österreich und eine in Deutschland. Es ist ein großer Erfolg - aber wir zählen die Tage bis die ersten Vögel von den Jägern wieder zum umkehren gezwungen werden."

Unter den Feiernden waren auch die deutsche Studentin Stefanie Heese (25) und die österreichische Studentin Daniela Trobe (29), die sich letztes Jahr sechs Monate von der Uni frei nahmen, um die Elternrolle für die neuesten Ankömmlinge zu übernehmen.

Von der Dämmerung bis zum Sonnenuntergang waren die beiden für jedes der Bedürfnisse der Jungvögel da - von der Fütterung der Küken bis zur Pflege und späteren Erziehung, wie man in der Wildnis überlebt. Lernspiele wie die Wurmjagd wurden gemeinsam entwickelt, um das Interesse der Vögel für die sie umgebende Welt zu erweitern und ihnen beizubringen, selber Futter zu finden. In den letzten sechs Wochen der gemeinsamen Zeit gab es dann Flugtraining.

Mithilfe eines Ultraleichtflugzeuges übten die Studentinnen jeden Tag mit den Vögeln das Fliegen und Gleiten über den Salzburger Alpen, um sie für ihren langen Flug zurück in die Toskana vorzubereiten.

Letzten Oktober begleiteten die zwei schließlich ihre 16 Zöglinge mit drei Begleitflugzeugen bei der 1.353 km langen Reise über 36 Tage zu ihren Winterfutterplätzen in Italien.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Vögel, die die Reise ohne Probleme geschafft haben, in Zukunft weiteren ihrer Art den Weg zeigen können.

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Projektleiter Dr. Johannes Fritz
Tel.: 0043 676 5503244
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