Glücksspielgesetz: Wer gab den Auftrag zur Manipulation?

Pressekonferenz deckt aufklärungsbedürftige Gewichtung des Spielerschutzes auf.

Wien (OTS) - Auf der heutigen Pressekonferenz stellte RA Dr.
Patrick Ruth, Innsbruck, zusammen mit den Glücksspielexperten Prof. Dr. Dr. Peren, Forschungsinstitut für Glücksspiel und Wetten, Bonn und Roman Neßhold PMM, BA, Institut Glücksspiel & Abhängigkeit, Salzburg, einen Vergleich der Spielerschutzvorschriften für die Glücksspielautomaten in Österreich vor; abzurufen unter:
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Prof. Peren gab einen professionellen Überblick und fasste die Resultate der Studien zu den sozialen Kosten und der Spielsuchtgefährdung der unterschiedlichen Glücksspielangebote zusammen. Das Spielsuchtgefährdungspotential von Glückspielautomaten mit hohen Einsätzen und Gewinnen in den Casinos ist ganz deutlich vielfach höher, als beim Kleinen Glücksspiel mit niedrigen Einsätzen und Gewinnen. Die sozialen Kosten sind bei einem Glücksspielautomaten mit hohen Einsätzen und Gewinnen ebenfalls massiv höher als beim Kleinen Glücksspiel.

Im Casino z.B. erlaubt das Finanzministerium, dass mit 1 x Starttaste- Drücken gleich Euro 1.000.- verloren gehen können. Nachgewiesen sind Glücksspielautomaten im Casino Innsbruck z.B., mit bis zu Euro 500.- pro Spielstart! In wenigen Sekunden kann man dabei mehrere Monatsgehälter verspielen! Genau dort, bei den gefährlichsten Glücksspielautomaten, gibt es die wenigsten Spielerschutzvorschriften! Diese allergefährlichsten Glücksspielautomaten brauchen zukünftig nicht einmal an das Bundesrechenzentrum zur Überwachung angeschlossen sein.

Unter Missachtung von Logik und Realität sind im Glücksspielgesetz aber für die vergleichsweise harmlosesten Glücksspielautomaten, mit den geringsten Einsätzen und Gewinnen, die meisten, strengsten und aufwändigsten Spielerschutzvorschriften vorgeschrieben.

Roman Neßhold berichtete, an Hand dokumentierter Fälle von Spielern, dass die Spielerschutzvorschriften in den Casinos und WinWin Spielhallen, mit den gefährlichsten Glücksspielautomaten, immer wieder auffallend unzureichend sind. Diese Tatsachen werden auch im, immer wieder novellierten, Glücksspielgesetz weiter ignoriert.

Rechtsanwalt Dr. Patrick Ruth erstattet im Auftrag eines Mandanten Anzeige, damit die, möglicherweise sogar korrupten, Auftraggeber dieser Realitätsverdrehung und Marktmanipulation ausgeforscht werden. Er fordert weiter, dass die, nachgewiesenermaßen gefährlichsten, Glücksspielautomaten in den Casinos zumindest denselben, strengsten, Spielerschutzmaßnahmen unterliegen müssen, wie die harmlosesten Glücksspielautomaten mit den geringsten Einsätzen und den kleinsten Gewinnen. Eine Verschärfung nach realer Sozialschädlichkeit ist denkbar. Der Gesetzgeber ist gefordert diese, europarechtlich zwingenden, Mindestbedingungen an entsprechende Kohärenz herzustellen.

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Dr. Patrick Ruth
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Tel. 0512/58 48 54
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