• 07.04.2012, 10:28:06
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Steindl: Mehr Gerechtigkeit durch Übernahme des 1. Krankenstandstages durch Arbeitnehmer

Steuer- und Abgabenleistung der Unternehmen ist enorm - Schwedisches Modell führt zu mehr Kostenbewusstsein - Ersparte Mittel in Gesundheitsförderung investieren

Wien (OTS/PWK236) - "Die Entgeltfortzahlung im Falle einer
Arbeitsverhinderung durch Krankheit oder Unfall eines Arbeitsnehmers
stellt für viele Klein- und Mittelbetriebe eine enorme finanzielle
Belastung dar", betont der Obmann der Bundessparte Gewerbe und
Handwerk Konrad Steindl.

Laut WIFO-Fehlzeitenreport belaufen sich die Kosten für Krankenstände
auf 17,6 Milliarden Euro pro Jahr. Statistisch erwiesen ist auch,
dass die Zahl der Kurzkrankenstände kontinuierlich steigt. "Daher ist
die Forderung des Wirtschaftsbundes, dass der erste Krankenstandstag
vom Arbeitnehmer übernommen werden soll, ein richtiger Ansatz, der zu
mehr Gerechtigkeit führt", unterstützt Steindl den Vorstoß des
Wirtschaftsbundes im heutigen "Kurier".

"Dieses Modell wird in Schweden bereits erfolgreich praktiziert. Seit
1993 wird für den ersten Krankenstandstag keine Leistung ausbezahlt",
so Steindl, für den die entsprechende Änderung des Österreichischen
Entgeltfortzahlungsrechts ein fortschrittlicher Schritt und ein
wichtiger Beitrag der Arbeitnehmer für mehr Gerechtigkeit wäre. "Denn
wie gerecht ist es, wenn die Unternehmer das Entgelt für bis zu 60
Tage Krankenstand ihrer Arbeitnehmer pro Jahr zahlen müssen und meist
nicht über die personellen Ressourcen verfügen, um die Fehlzeiten
kranker Arbeitnehmer auszugleichen? Wir brauchen mehr Fairness",
stellt Steindl mit Nachdruck klar.

Die dadurch eingesparten Mittel könnten in die betriebliche
Gesundheitsförderung und Prävention investiert werden. Damit würden
sowohl Mitarbeiter, Betriebe als auch die Gesellschaft profitieren.
Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bleibe meist verborgen,
welche und wie viele Abgaben die Unternehmen indirekt für ihre
Mitarbeiter leisten. Steindl erinnert daran, dass u,a. die Kranken-,
Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung von den Arbeitgebern
für ihre Dienstnehmer entrichtet werden. Die Unternehmen finanzieren
zudem 84 Prozent des Kindergeldes, der Familienbeihilfe, der
Schulbücher, Schüler- und Lehrlingsfreifahrten oder auch die
Mutter/Kind Pass Untersuchungen.

"Es ist alles andere als gerecht, die Unternehmen als "Melkkuh der
Nation" zur Kasse zu bitten und sie gleichzeitig dauernd an den
Pranger zu stellen", betont der Obmann der Bundessparte Gewerbe und
Handwerk abschließend.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Konrad Steindl / Helmut Heindl
Tel.: T:+43 (0)5 90 900 3291, F:+43 (0)5 90 900 217
mailto:helmut.heindl@wko.at

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