- 06.04.2012, 12:20:14
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"kreuz und quer" zum 85. Geburtstag Papst Benedikts XVI.
Am 10. April mit Zwischenbilanz und Diskussion
Wien (OTS) - Zum 85. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. zieht
"kreuz und quer" am Dienstag, dem 10. April 2012, um 22.30 Uhr in ORF
2 eine erste Zwischenbilanz des Pontifikats und lässt im Anschluss
darüber diskutieren.
"kreuz und quer": Papst Benedikt XVI., 22.30 Uhr
Er ist für viele ein Papst der Gegensätze: Er äußert sich kritisch
zum Islam - und führt dennoch den interreligiösen Dialog; er setzt
sich für die Seligsprechung des Papstes Pius XII. ein, dem Kritiker
vorwerfen, er habe zum Holocaust geschwiegen - aber Benedikt XVI.
besucht Israel. Auch veröffentlicht der Papst eine von vielen als
progressiv bezeichnetete Enzyklika - und hat gleichzeitig Sympathien
für die traditionelle tridentinischen Messe. Anlässlich des 85.
Geburtstags von Joseph Ratzinger geht die Doku den Hintergründen des
Pontifikats nach und zeigt, wofür Papst Benedikt XVI. steht und was
der Papst erreichen will.
Nach dem ausgesprochen medienwirksamen Pontifikat des visionären
Johannes Paul II., der sich den Kampf gegen den Kommunismus auf die
Fahnen geschrieben hatte und unermüdlich durch die Welt reiste, wirkt
sein Nachfolger Benedikt XVI. zurückhaltender und weniger
charismatisch. Man sagt von ihm, er sei ein nüchterner Einzelgänger,
fühle sich mit theologischen Büchern wohler als unter Menschen und
habe vor allem ein sehr kritisches Bild der modernen Gesellschaft.
Das Klischee des früheren "Panzerkardinals", der unnachgiebig für die
Lehre der Kirche gegen Irrtümer der Zeit kämpfe, überdeckt freilich,
dass der anerkannte Theologe und jetzige Papst auch ein feiner
Stratege ist, der es versteht, sich mit einflussreichen Beratern zu
umgeben.
Der junge Professor Joseph Ratzinger war in den 1960er Jahren für
eher progressive Positionen bekannt. Beim Zweiten Vatikanischen
Konzil, auf das er als theologischer Berater einigen Einfluss hatte,
galt er als Reformer. Doch die Rahmenbedingungen haben sich
verändert: An die Stelle des Kampfes gegen den Kommunismus ist der
durch die Globalisierung bewirkte Kultur- und Säkularisierungsschock
getreten. Aber auch die schwindende Bedeutung des christlichen
Glaubens und der Kirche in Europa, der wachsende Laizismus der
Gesellschaft und die Autonomieforderungen der Ortskirchen sind große
Herausforderungen für den Vatikan.
Die Dokumentation beleuchtet die Strategien des Papstes zur
Neuausrichtung der Kirche. Dabei wird auch deutlich, dass die
Annäherung an die katholischen Traditionalisten in Europa Teil einer
konkreten Strategie ist, um die Identität der katholischen Kirche
durch bewusste Abgrenzung zu modernen Strömungen zu sichern.
"kreuz und quer"-Diskussion: Der Papst und sein Kreuz mit der
Moderne, 23.15 Uhr
Am 16. April feiert Joseph Ratzinger seinen 85. Geburtstag. Seit fast
genau sieben Jahren steht er als Papst Benedikt XVI. an der Spitze
der römisch-katholischen Kirche. Als Denker und Theologe führt er
seine Kirche. Der modernen Gesellschaft scheint er defensiv
gegenüberzustehen - Reformen im Sinne einer "zeitgemäßen" Öffnung der
Kirche lehnt er ab. Es scheint als hätte Joseph Ratzinger sein
Pontifikat unter zwei Devisen gestellt: Kampf gegen den Relativismus
und das Bemühen, "der Wahrheit" gerecht zu werden. Wessen Geistes
Kind ist dieser Papst? Was ist ihm wichtig? Und welches Konzept
steckt hinter seinem Kirchenkurs? Darüber diskutieren: Die
Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, der Dogmatiker
Georg Essen, der Publizist Christian Geyer und der Rektor der
päpstlichen Hochschule Heiligenkreuz, Pater Karl Wallner. Die
Diskussion leitet Michael Hofer.
"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar.
Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Michael Krause
Tel.: (01) 87878 - DW 14702
http://presse.ORF.at
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