• 05.04.2012, 17:00:33
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon "Kampf ums Kind"

Der Grazer Entführungsfall entfacht eine Geschlechterdebatte.

Wien (OTS) - Ein österreichisches Kind wird von seinem dänischen
Vater entführt (oder, anders betrachtet: heimgeholt, nachdem es die
Mutter entführt hat): Das weckt tief sitzende Emotionen - und eine
schwelende Geschlechter-Diskussion: Benachteiligt die Justiz in
Scheidungsverfahren zu oft die Väter? Man muss nicht zwingend ein -
durch das Ringen mit den Institutionen schwer frustrierter -
Vaterrechts-Aktivist sein, um diese Frage mit Ja zu beantworten.
Umgekehrt ist aber auch keine rosa-lila Feministinnen-Brille nötig,
um zu durchschauen, dass viele Männer erst nach der Scheidung ihre
Vaterrolle entdecken und diese dann oft nur als Schönwetterrolle
auslegen. Solange etwa bei Elternsprechtagen nur ein Vater auf 25
Mütter kommt, geht die Justiz nicht ganz zu Unrecht davon aus, dass
sich eher die Mütter für den Nachwuchs verantwortlich fühlen.
Tatsache ist, dass Sorgerechtsstreitigkeiten immer aggressiver
werden. Im schlimmsten und verzweifeltsten Fall wird das Kind dem
Ex-Partner gewaltsam entzogen. Die steigende Zahl binationaler Ehen
macht das Ganze noch komplizierter. Richter sind oft überfordert, in
familiären Schlammschlachten gerecht und für das Kindeswohl zu
entscheiden. Haupt-Leidtragende sind immer die Kinder. Sie haben ein
Recht auf Mutter und Vater.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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