• 04.04.2012, 11:14:42
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Berlakovich: Österreich schließt Kyoto Lücke

Um Sanktionen für Österreich am Ende der Kyotoperiode abzuwenden, handeln wir jetzt

Wien (OTS) - "Wir haben die Kyoto Frage gelöst. Rund 1,4 Mrd. Euro
hat das Lebensministerium seit 2008 in Klimaschutzmaßnahmen in
Österreich investiert. Dazu kommen weitere 550 Millionen Euro für
Klimaschutzprojekte im Ausland. Damit erfüllt Österreich seine
Verpflichtungen, die es im Kyoto-Protokoll eingegangen ist. Wir haben
Kyoto gelöst, die Herausforderung Klimaschutz bleibt aber.", so
Umweltminister Nikolaus Berlakovich heute, Mittwoch, bei einer
Pressekonferenz.

Die aktuelle Treibhausgasbilanz belegt, dass Österreich 2010 um
6,2 Mio Tonnen Kohlendioxidäquivalent vom Kyotopfad abweicht. Länder,
die das Ziel nicht erreichen, müssen Emissionszertifikate nachkaufen.
Nach derzeitigem Stand muss Österreich 32 Millionen Tonnen
CO2-Äquivalente nachkaufen, um seine Reduktionsverpflichtungen gemäß
Kyoto-Protokoll zu erfüllen. Während vor einem Jahr der
Zertifikatpreis für eine Tonne bei 15 Euro lag, ist er derzeit mit
etwa fünf Euro sehr gering.

"Aus Gründen der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit müssen wir jetzt
handeln. Vor einem Jahr wurden die Kosten der Zertifikate für
Österreich auf 600 Millionen Euro, sogar bis zu einer Milliarde Euro
geschätzt. Wenn wir heute Geld in die Hand nehmen, sparen wir gut 440
Millionen Euro. Das nutzt dem Budget und dem Klima.", erläutert
Berlakovich.
Die 160 Millionen Euro für Klimaschutzprojekte im Ausland werden im
"green investment scheme" investiert, also ausschließliche für
Klimaschutzprojekte in Europa.

"Für das Klima ist es egal, aus welchem Staatsgebiet das
emittierte CO2 stammt. Daher sind Klima-Investitionen im Ausland
genauso berechtigt wie im Inland, noch dazu, wenn die österreichische
Exportwirtschaft davon profitiert.", so Berlakovich.

Kyoto gelöst - Herausforderung Klimaschutz bleibt

Schwerpunkt der österreichischen Klimapolitik bleiben jedoch
weiterhin Massnahmen in Österreich.

"Wir folgen dabei einer Triple-E-Strategie: E wie erneuerbare
Energieträger, E wie Energieeffizienz und E wie Energiesparen. Alle
klimarelevanten Förderschienen unseres Ministeriums sind darauf
ausgerichtet", sagte Berlakovich.

90 Millionen Euro für Programm "Umweltförderung im Inland"

Herzstück der Förderung von Umwelt- und Klimaschutz ist das
Programm "Umweltförderung im Inland", das sich an Unternehmen und
Gemeinden richtet. Wie in den Vorjahren stehen auch heuer 90,2
Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden Investitionen in
erneuerbare Energieträger, in effiziente Energienutzung,
LED-Beleuchtung oder Mobilitätsmaßnahmen.

Klimafonds mit Schwerpunkt Sonnenenergie

Im Klima- und Energiefonds setzt das Umweltministerium heuer den
Schwerpunkt Sonnenenergie, deren Förderung mit 38 Millionen Euro
dotiert ist. Davon entfallen 25,5 Millionen auf Photovoltaikanlagen
für private Haushalte, vier Millionen auf große Solaranlagen über 100
m2 sowie fünf Millionen auf Solarthermieanlagen zur
Warmwasseraufbereitung in Einfamilienhäusern. 3,5 Millionen werden
im Rahmen des Modellregionenprogramms investiert.

"Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln können über 6.300
Photovoltaikanlagen gefördert werden, das sind gleich viele wie im
Vorjahr. Bei der Solarthermie können heuer in der Zielgruppe der
Einfamilienhäuser rund 12.500 Anlagen gefördert werden", sagt
Berlakovich.

Förderaktion für Holzheizungen wird fortgeführt

Fortgesetzt wird ebenfalls die erfolgreiche Förderaktion des
Klimafonds für Holzheizungen. Sie zielt darauf ab, alte Ölheizungen
durch moderne Holz-Zentralheizungen zu ersetzen, die mit Hackgut oder
Pellets befeuert werden. Auch heuer steht wieder ein Fördervolumen
von fünf Millionen Euro zur Verfügung.

100 Millionen Euro für thermische Sanierung

Großes Echo hat die bereits angelaufene Förderoffensive zur
thermischen Sanierung von Gebäuden ausgelöst. "Obwohl die Bausaison
erst so richtig beginnt, sind in den ersten fünf Wochen schon über
tausend Anträge von privaten Förderwerbern eingelangt", berichtet
Berlakovich. Insgesamt stehen heuer wieder 100 Millionen Euro für
Klimaschutz-Umbauten in älteren Gebäuden bereit.

"Die Sanierungsoffensive ist eine ökonomische und ökologische
Erfolgsgeschichte", betont Berlakovich. "Im Jahr 2011 wurden rund
18.300 Bauprojekte gefördert, was rund 860 Millionen Euro
Investitionen ausgelöst hat. Dadurch wurden 12.500 Arbeitsplätze
geschaffen bzw. gesichert. Die erreichten CO2-Emissionssenkungen
summieren sich auf 4,4 Millionen Tonnen."

85 Klima-Modellregionen mit 884 Gemeinden

Ausgeweitet wird das Fördervolumen für die Klima- und
Energiemodellregionen, in denen gemeindeübergreifend
Klimaschutzprojekte verwirklicht werden. Für die 85 Regionen mit
insgesamt 884 Teilnehmergemeinden stehen drei Millionen Euro bereit.
Investitionsförderungen gibt es beispielsweise für Photovoltaik auf
Gemeindegebäuden, für den Tausch von Heizungsanlagen in öffentlichen
Gebäuden oder für die Mustersanierung von Immobilien.
Klima-Sorgenkind Verkehr: Förderprogramm für klimafreundliche
Mobilität

8,25 Millionen Euro stehen für das Verkehrsprogramm "klima:aktiv
mobil" bereit, in dem maßgeschneiderte Verkehrslösungen unterstützt
werden. Dazu zählen Fuhrparkumstellungen, die Forcierung des
Radverkehrs oder Programme zum Spritsparen. Eine weitere Million Euro
kommt den Modellregionen für Elektromobilität zugute. Hier wird
beispielsweise der Kauf von Elektrofahrzeugen gefördert.

Klimaschutzgesetz in planmäßiger Umsetzung

Das im Vorjahr beschlossene Klimaschutzgesetz verteilt Rechte und
Pflichten in verbindlicher Form auf die Schultern aller
Verantwortungsträger in Bund und Ländern.

"Für jeden Sektor müssen gemäß dem neuen Gesetz wirksame
Maßnahmenpakete erarbeitet werden", erklärt Berlakovich. Seit dem
Beschluss des Nationalrats tagen der eingerichtete Beirat und das
zuständige Komitee regelmäßig. Bundesländer, Interessenvertretungen
und Nicht-Regierungsorganisationen arbeiten in den sechs
Arbeitsgruppen mit.

"Diese Arbeitsgruppen haben Ende März ihre Vorschläge abgegeben.
Diese gehen nun in ein Beratungsgremium zur Bewertung nach
ökologischen, ökonomischen und sozialen Effekten. Aus diesen
Maßnahmen wird bis zum Sommer im Komitee ein Maßnahmenpaket
diskutiert", skizziert Berlakovich den weiteren Zeitplan.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6823

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