Hungerkrise in Westafrika bedroht mehr als 13 Millionen Menschen

Caritas sucht in Österreich "Paten gegen den Hunger"

Wien, 30.03.12 (KAP) Die Caritas hat zu einem internationalen "Schulterschluss" im Kampf gegen die aktuelle Hungerkrise in der westafrikanischen Sahelzone aufgerufen und sucht unter den Österreichern "Paten gegen den Hunger". Mittlerweile seien bereits mehr als 13 Millionen Menschen in den Ländern von Hunger bedroht, berichteten Caritas-Präsident Franz Küberl und Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Ohne Hilfe würden viele von ihnen die Zeit bis zur nächsten Ernte im September nicht überleben. Man stehe vor einem "Drama mit ungeheurem Ausmaß", warnte Küberl. "Mit sieben Euro pro Monat retten Sie ein Menschenleben", bat er Spender, von April bis September eine "Patenschaft gegen den Hunger" zu übernehmen.

Caritas-Auslandshilfechef Schweifer besuchte vor rund drei Wochen Mali und den Niger. Die Lage dort sei "dramatisch". Die Vorräte der Menschen reichten nur noch wenige Wochen, Familien hätten damit begonnen, Saatgut aufzuessen. "Wir stehen am Rande der Katastrophe und nur massive internationale Hilfe, die sofort beginnt, kann sie verhindern", erklärte Schweifer.

Die aktuelle Hungerkatastrophen-Warnung gilt für Regionen in Mali, Tschad, Niger, Mauretanien, Burkina Faso, dem Senegal, Gambia, Kamerun und dem Norden Nigerias. Ursache für die aktuelle Hungerkrise ist eine Kombination aus chronischer Unterernährung, anhaltender Dürre, exorbitant gestiegenen Lebensmittelpreisen, verbreiteter Armut und Konflikten wie den Kämpfe zwischen den Tuareg-Rebellen und der Armee in Mali.

"Wir wissen, was es bedeutet, wenn die Welt wegschaut", erinnerte Caritas-Präsident Küberl an die Hungersnot in Ostafrika im vergangenen Jahr: "Entscheidend ist, dass wir jetzt zu helfen beginnen und nicht dann lamentieren, wenn die Katastrophe ein ganz großes Ausmaß erreicht hat."

Großer Anti-Hunger-Kongress in Wien

Wege zu einer "Zukunft ohne Hunger" sollen am Anfang Juni bei einem Caritas-Kongress in Wien aufgezeigt werden. Prominenteste Redner bei der Veranstaltung am 1. und 2. Juni in der "Aula der Wissenschaften" sind der ehemalige UN-Generalsekretär und nunmehrige UN-Sondergesandte Kofi Annan und die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Kristalina Georgieva.

Insgesamt werden laut Caritas 33 Experten aus 19 Ländern Maßnahmen zur nachhaltigen Ernährungssicherung und der effizienten Bekämpfung von Hunger präsentieren.

Informationen für "Paten gegen den Hunger": www.caritas.at

Informationen zum Kongress: www.zukunft-ohne-hunger.at

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gut/jop/

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