Kurz: "Nächster Umsetzungsschritt bei Berufsanerkennung von Migrantinnen und Migranten"

BM Rudolf Hundstorfer und StS Sebastian Kurz präsentierten heute, am 29. März 2012, im Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen in Wien einen Maßnahmenplan

Wien (OTS) - "Integration ist eine Querschnittsmaterie, die alle Ebenen von Bund, Länder und alle Ministerien betrifft", sagte Staatssekretär Kurz bei der heutigen Pressekonferenz im Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen mit Bundesminister Hundstorfer. Erst im März dieses Jahres präsentierte Staatssekretär Sebastian Kurz mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ein 5-Punkte-Programm für die raschere Berufsanerkennung für akademische Ausbildungen. "Ich sehe mich dabei als Treiber dieser Querschnittsmaterie, in vielen kleinen Schritten und freue mich heute mit BM Hundstorfer die Maßnahmen für die Berufsanerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen vorzustellen", betone Staatssekretär Kurz.

"In vielen Fällen gibt es keine standardisierten Stellen, vor allem bei den Erstinformation; der administrative Wirwarr und den zu hohen bürokratischer Aufwand ist mit ein Grund dafür, dass ein fertig ausgebildeter Arzt bei uns Taxi fährt. Wenn die Wirtschaft über Fachkräftemangel klagt, während bei uns fertige Facharbeiter Jobs unter ihrer Qualifikation nachgehen, kann das nicht richtig sein" erklärte der Staatssekretär.
Zahlen zeigen, dass nur jede und jeder 5. mit fertigem Lehrabschluss, jede und jeder 4. mit Abschluss einer Berufsbildenden Schule und jede und jeder 3. mit Matura oder akademischer Ausbildung sich seine Qualifikation anerkennen lässt.

"Integration durch Leistung heißt nicht nur Leistung fordern und anerkennen, sondern auch Leistung ermöglichen. Daher müssen wir in den Bereichen ansetzen: 1. Anerkennung von Schulabschlüssen 2. Anerkennung von Akademikern und 3. Anerkennung von Berufsausbildungen", erklärte der Staatssekretär.

95 Prozent aller gestellten Anträge werden positiv beschieden und nur 18 Prozent der Drittstaatsangehörigen stellen einen Antrag "Wer einen Antrag stellt, dem wird seine Ausbildung fast immer auch anerkannt. Es ist zu einem gewissen Teil auch eine Holschuld Daher ist mein Appell: lasst euch eure Ausbildungen bei uns anerkennen", erläuterte der Staatssekretär.

Um die erforderlichen Maßnahmen herauszuarbeiten, wurde Dr. Gudrun Biffl, Donau-Universität Krems und Mitglied des Expertenrats im Integrationsstaatsekretariat, beauftragt, eine Studie zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen und informeller Kompetenzen in Österreich zu erstellen.
Sozialminister Hundstorfer und Staatssekretär Kurz haben sich nun auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt und diese ausgearbeitet. In den Bundesländern sollen Informations- und Anlaufstelle eingerichtet werden, die Interessenten die individuell erforderlichen Informationen bereitstellen und bei allen weiteren Schritten begleiten.
"Was wir heute präsentieren, ist ein Meilenstein! Erstmals gibt es einen gesamtheitlichen Wegweiser für alle Berufe, egal ob Akademiker oder Berufsausbildung", betonte Kurz.

Das "Anerkennungs-ABC" soll als Wegweiser für eine leichtere und schnellere Anerkennung von ausländischen Berufs- und Bildungsqualifikationen dienen. Neben wichtigen Informationen über das österreichische Bildungssystem und über die unterschiedlichen Formen der Anerkennung von ausländischen Berufs- und Bildungsabschlüssen, enthält die Broschüre, aufgeschlüsselt auf alle Berufe in Österreich, die zuständigen öffentlichen Ansprechpartnern und Anlaufstellen. Die Broschüre wird ab Mitte April beim Arbeitsmarktservice, Integrationsfonds und bei NARIC aufliegen und ist ab sofort online unter www.berufsanerkennung.at zu finden.

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