Menschen für Menschen startet innerhalb eines Jahres das dritte neue integrierte Entwicklungsprojekt in Äthiopien

Wien (OTS) -

  • Neues Projektgebiet Abune Ginde Beret: 119.000 Menschen bekommen Hoffnung auf eine bessere Zukunft
  • Finanzierung erfolgt ausschließlich durch österreichische Spenden und Fördergelder

4,6 Millionen Menschen profitieren mittlerweile von der Arbeit von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe. Seit Anfang des Jahres zählen dazu rund 119.000 Menschen in der Region Abune Ginde Beret, die im Rahmen der bewährten "integrierten ländlichen Projekte" und mit Unterstützung von Menschen für Menschen ihr Leben fortan selbst zum Besseren verändern. Finanziert wird die "Hilfe zur Selbstentwicklung" in der neuen Projektregion ausschließlich durch Spenden und Fördergelder aus Österreich.

Über 1360 km2 erstreckt sich das neue Menschen für Menschen-Projektgebiet Abune Ginde Beret und ist damit mehr als halb so groß wie Vorarlberg. In dem Gebiet, das etwa 170 km von Addis Abeba entfernt in der West Shoa Zone liegt, haben nun rund 119.000 Menschen die Chance, mithilfe der Organisation ihr Leben selbst zum Positiven zu verändern. Nachdem Menschen für Menschen im vergangenen Jahr mit "integrierten ländlichen Entwicklungsprojekten" in der Nachbarregion Ginde Beret sowie in Borena begonnen hatte, ist Abune Ginde Beret somit das dritte Projektgebiet innerhalb eines Jahres, das fortan von der Arbeit der Organisation profitiert. Vor allem das starke Engagement der Bevölkerung vor Ort sowie die große Unterstützung österreichischer Spender und Spenderinnen ermöglicht es Menschen für Menschen in kurzer Zeit ein weiteres Gebiet im äthiopischen Hochland zu erschließen.

Neues Projektgebiet: Effiziente Nutzung geschaffener Infrastruktur

Die Entscheidung die Arbeit in der Nachbarschaft eines bereits bestehenden Projekts weiterzuführen fiel - neben der Bedürftigkeit der Region - aufgrund der hohen Motivation der Bevölkerung. Diese hat mithilfe der Unterstützung von Menschen für Menschen sehr rasch zahlreiche Maßnahmen im aktuellen Projektgebiet Ginde Beret umgesetzt und somit ermöglicht, dass bestehende Ressourcen seitens der Organisation frühzeitig für weitere Projekte in der Nachbarschaft eingesetzt werden können. So kann die im vergangenen Jahr in Ginde Beret geschaffene Infrastruktur sehr effizient für beide Gebiete genutzt werden. Vom bestehenden Koordinationsbüro in Kachisi aus, dem Hauptort der Provinz Ginde Beret, plant, koordiniert und setzt Menschen für Menschen verschiedenste Maßnahmen im Rahmen der "integrierten ländlichen Projekte" um, die nun insgesamt rund 234.000 Menschen in den beiden neuesten Projektgebieten zugutekommen.

Große Herausforderungen im neuen Projektgebiet Abune Ginde Beret

Wie in jedem der mittlerweile zwölf Projektgebiete - wobei zwei bereits an die Bevölkerung übergeben wurden - steht Menschen für Menschen auch in Abune Ginde Beret vor großen Herausforderungen. Die Wasserversorgung ist katastrophal: Nur 16 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser - ein Umstand, der zu schweren Krankheiten oder - vor allem bei Kleinkindern - oft zum Tod führen kann. Durch die langjährige Erfahrung der äthiopischen Mitarbeiter vor Ort und das bewährte Prinzip der "integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte" können jedoch schon nach kurzer Zeit wichtige Schritte getätigt werden, um den Menschen der Region zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Ein Bündel an Maßnahmen

Allein im Bereich Wasserversorgung ist der Bau von 36 Brunnen und Quellfassungen in den kommenden zwei Jahre geplant, um dadurch die Versorgung auf rund 28 Prozent zu erhöhen. Landwirtschaftliche Schulungen und Erosionsbekämpfung sowie verschiedene Maßnahmen im Gesundheitsbereich setzten wichtige Impulse für die rasche Verbesserung der Situation der Menschen. Bis Ende 2014 werden auch über 6.000 Haushalte von verbesserten landwirtschaftliche Methoden profitieren. Bereits bis Ende 2013 soll die Anzahl der Haushalte die einen feuerholzsparenden Ofen verwenden bei 17 Prozent liegen. Im Gesundheitsbereich gehört vor allem die Bekämpfung der stark verbreiteten Augenkrankheit Trachom zu den Projektschwerpunkten. Weiters ist der Bau von insgesamt acht Schulen innerhalb von zwei Jahren geplant, um den Zugang zu grundlegender Bildung nicht nur zu erhöhen, sondern auch eine helle und freundliche Lernatmosphäre zu schaffen, wie sie die Kinder der Region derzeit in den baufälligen, dunklen Schulen aus Lehm nicht vorfinden.

"Hilfe zur Selbstentwicklung" gemeinsam mit der Bevölkerung

Im Rahmen der sogenannten "integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte", die sich im Laufe des 30-jährigen Bestehens der Organisation bewährt haben, werden verschiedenste Maßnahmen in den Bereichen Wasser, Infrastruktur, Gesundheit, Frauenförderung, Landwirtschaft und Bildung umgesetzt. Bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wird besonders auf die Mitwirkung der Bevölkerung gesetzt -denn nur durch ihre Motivation ihr Leben aus eigener Kraft zu verbessern können die Projekte letztlich fruchten und nachhaltige Veränderungen bewirken. "Die Menschen in Abune Ginde Beret haben gesehen, wie viel wir in ihrer unmittelbaren Nähe schon innerhalb eines Jahres bewegen konnten. Diese Aussicht auf mehr Lebensqualität - sauberes Wasser, ausreichend zu essen, Gesundheit - spornt die Menschen an, die Veränderung selbst in die Hand zu nehmen. Menschen für Menschen gibt ihnen den Anstoß dazu", zeigt sich Almaz Böhm, Vorstandsvorsitzende des Vereins, begeistert von der Motivation der Bevölkerung in Abune Ginde Beret und weiter, " so können wir gemeinsam viel bewegen."

Über Menschen für Menschen:

Am 13. November 1981 gründete der Schauspieler Karlheinz Böhm Menschen für Menschen. Seitdem leistet die Organisation, die heute von Almaz Böhm geleitet wird, Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien, das laut Weltbank zu den ärmsten Ländern der Erde zählt.

Im Rahmen so genannter "integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte" verzahnt Menschen für Menschen gemeinsam mit der in der Region lebenden Bevölkerung Projekte aus den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Wasserversorgung, Gesundheit, Infrastruktur und Soziales und setzt sich für die Besserstellung der Frauen ein. 4,6 Millionen Menschen profitieren mittlerweile von der Arbeit der Organisation. Mit zwölf Entwicklungsprojekten, von denen zwei bereits zur Gänze in die Hände der Bevölkerung übergeben werden konnten, wurde eine Fläche von rund 50.000 km2 erschlossen, was etwa zwei Drittel der Fläche Österreichs entspricht. Almaz und Karlheinz Böhm wurden für ihre Arbeit mit dem Essl Social Prize 2011 ausgezeichnet.

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Verein Menschen für Menschen
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Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
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