Hundstorfer will Berufsanerkennung für Migranten schneller, einfacher, chancengleicher machen

Informations- und Anlaufstellen in den Bundesländern step-by-step ab April/Mai

Wien (OTS/SK) - Viele Migrantinnen und Migranten sind in
Österreich weit unter der ihrer im Ausland erworbenen Qualifikation beschäftigt. Konkret hat nur jeder fünfte mit fertigem Lehrabschluss, jeder vierte mit einem Abschluss an einer Berufsbildenden Schule und nur jeder dritte mit Matura oder akademischer Ausbildung hierzulande eine Anerkennung seiner Ausbildung. "Die Anerkennung einer ausländischen Ausbildung ist ein bürokratischer Aufwand. Die Frage ist, wie kann man dieses Prozedere schneller, einfacher und chancengleicher machen", sagte Arbeitminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz. ****

"Mir geht es darum, dass nicht nur Akademikerinnen und Akademikern diese Anerkennung erleichtert wird, sondern Ausgebildete in allen anderen Berufssparten auch", sagte Hundstorfer im Verweis auf ein Programm für die raschere Berufsanerkennung akademischer Qualifikationen, das im März von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle vorgestellt worden ist.

Um das Ziel der zügigeren Berufsanerkennung voranzubringen, wurde eine Arbeitsgruppe im Sozialministerium eingerichtet und eine Studie von der Donau-Universität Krems erstellt. Diese ergab, dass ein Drittel der im Ausland geborenen österreichischen Staatsbürger nicht ihrem Qualifikationsniveau entsprechend eingesetzt wird. Konkret sollen als erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe in den Bundesländern Informations- und Anlaufstellen eingerichtet werden, die Interessenten beim Anerkennungs-Verfahren begleiten. In erster Linie wird es diese Anlaufstellen in den Bundesländern mit hohem Migranten-Anteil geben - step-by-step ab April/Mai. Die Anlaufstellen sollen in enger Kooperation mit dem AMS agieren.

Oft ist eine formale Anerkennung gar nicht notwendig, insbesondere bei Facharbeiterqualifikationen. Neue Instrumente sollen hier eine unbürokratische Bewertung möglich machen. Vorbild ist das im Wissenschaftsministerium eingerichtete National Academic Recognition Information Centre (NARIC), das tertiäre Abschlüsse unverbindlich bewertet.

In reglementierten Berufen (zum Beispiel Ärzte, Architekten, Gesundheits- und Pflegeberufe) soll es auch gesetzliche Verbesserungen geben. Die Verfahren sollen gemäß der EU-Anerkennungsrichtlinie so geändert werden, dass nur "wesentliche Unterschiede" des Lehr- beziehungsweise Studienplans zur Nicht-Anerkennung führen. Zugleich soll auch einschlägige Berufserfahrung mehr berücksichtigt werden. Weiters sollen auch angelernte Kompetenzen, denen keine formale Berufsausbildung zugrunde liegt, besser sichtbar gemacht werden können.

Auf der neuen Website www.berufsanerkennung.at, die ab Montag, 2. April online geht, kann die für die Anerkennung zuständige jeweilige Behörde unkompliziert ermittelt werden. (Schluss) up/mis

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