AK zu Berufsanerkennung: Gesamtkonzept für aus- und inländische Ausbildungen muss kommen

Tumpel: Wer was kann, muss das auch formal leichter anerkannt und entsprechend entlohnt bekommen

Wien (OTS) - "Das Konzept zur Anerkennung und Bewertung ausländischer Qualifikationen ist ein wichtiger erster Schritt. Das muss aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept, das die Anerkennung von Kenntnissen und Fertigkeiten egal ob von aus- oder inländische Beschäftigten schnell und einfach anerkennt und so weiterentwickelt", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zu den heutigen Vorschlägen von Sozialminister Hundstorfer und Staatssekretär Sebastian Kurz. Dringender Handlungsbedarf besteht schon lange. Und es geht sowohl um ZuwandererInnen als auch um Österrei-cherInnen. Eine AK-Studie zeigt, dass 33 Prozent der MigrantInnen und 11 Prozent der ÖsterreicherInnen ohne Migrationshintergrund im Beruf weit unterhalb dessen was sie wirklich können eingesetzt und auch entlohnt werden. "Es ist gut, dass jetzt Bewegung in der Sache ist. Die muss für ein Gesamtkonzept genutzt werden, bei dem es nicht nur um Hochschuldiplome geht", so Tumpel. "Wir können es uns nicht leisten, so viel Wissen ungenutzt zu lassen. Und wir wollen auch nicht mehr zusehen, wie Tausende, die etwas können, weit unter ihrem Qualifikationsniveau entlohnt werden. Auch das ist eine Variante des Lohndumping, gegen die wir angehen müssen."

Wer derzeit - ob MigrantIn oder ÖsterreicherIn - etwas kann, aber dafür keinen in Österreich anerkannten Nachweis in der Tasche hat, muss eine Vielzahl von Ämtern, Behörden und Bildungseinrichtungen ansprechen. Ein Hürdenlauf, der oft lange dauert und auch deshalb oft nicht zum Ziel führt, weil Erwachsene, die ein Einkommen erarbeiten müssen, angesichts eines so hohen Aufwandes oft aufgeben. Die Verfahren dauern oft sehr lange und sind mit hohen Kosten verbunden. Oft fehlt genau das spezifische Ausbildungsangebot, das gebraucht wird.
Deshalb muss ein rundes Gesamtkonzept zusätzlich zu den Vorschlägen des Sozialministers und des Integrationsstaatssekretärs folgende Elemente enthalten:

+ Es braucht eine zentrale Anlaufstelle für Nostrifikationen (one-stop-shop)
+ Das Anerkennungsverfahren muss mit einer klar begrenzten Verfahrensdauer schnell verlaufen. Wer anfragt, muss innerhalb einer verbindlichen Rückmeldefrist Antwort be-kommen.
+ Für informell etwa durch Berufserfahrung erworbenes Wissen braucht es ein System der Bewertung und Anerkennung, das einen Zugang zu einem österreichischen Berufsabschluss ermöglicht.
+ Die Verfahrens- und Ausbildungskosten dürfen nicht unerschwinglich hoch sein.

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