• 29.03.2012, 11:28:37
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"Kulturmontag spezial" am 2. April aus Maribor: Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kulturhauptstadt 2012

Weiters: Portugals alte Hauptstadt Guimaraes, "art.genossen: Der letzte Akt" und David Lynchs "Inland Empire" im "art.film"

Wien (OTS) - Martin Traxl meldet sich mit einem "Kulturmontag
spezial" am Montag, dem 2. April 2012, ab 22.30 Uhr in ORF 2 aus
Maribor, der europäischen Kulturhauptstadt 2012. Die Beiträge drehen
sich um die Geschichte der Stadt, die Zukunft ihrer Bewohner und die
Versuche, Kultur als Problemlöser einzusetzen. Die "art.genossen"
untersuchen danach in der Dokumentation "Der letzte Akt - Künstler
und Modell" das ambivalente Verhältnis zwischen Maler und Modell, und
"art.film" zeigt um 0.00 Uhr David Lynchs Drama "Inland Empire" mit
Laura Dern und Jeremy Irons als ORF-Premiere.

Maribor-Marburg: Gelebte Geschichte. Eine hundertjährige Marburgerin
erinnert sich

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Leben in Maribor mit
Österreich eng verknüpft. Bis 1918 gehörte das alte Marburg zum
Herzogtum Steiermark und war zu 80 Prozent deutschsprachig, außerhalb
der Stadt wurde Slowenisch gesprochen. Das bis zum Ersten Weltkrieg
friedliche Miteinander wurde erstmals empfindlich gestört: Die
Habsburger ließen Slowenen wegen angeblicher staatsfeindlicher
Aktivitäten verhaften, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen
zwischen den beiden Volksgruppen - der Beginn einer langen,
leidvollen Geschichte gegenseitiger Vertreibungen, deren Wunden bis
heute nicht ganz verheilt sind. Im Kulturhauptstadtjahr wird das noch
immer tabuisierte Thema erstmals in der Ausstellung "Die Deutschen
und Maribor" aufgearbeitet. Die bald 102-jährige Katarina Mocnik hat
das alles erlebt - sie erzählt, wie sie mit 15 Jahren als
Dienstmädchen aus dem Umland zu einer deutschen Familie nach Maribor
kam, vom Königreich Jugoslawien, von der Annektierung durch
Hitler-Deutschland, vom Partisanenkrieg, von der Industrialisierung
der Stadt während des Kommunismus unter Tito und schließlich vom
Zerfall Jugoslawiens und den Schwierigkeiten der jungen unabhängigen
Republik Slowenien auf der Suche nach einer neuen Identität.

Maribor 2012: Die etwas andere Kulturhauptstadt. Kultur als
Problemlöser statt Spektakel-Kultur

Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Obdachlose, Bauernsterben - keine
guten Voraussetzungen, um den slowenischen Steuerzahlern zu erklären,
warum Geld in Kulturprojekte gesteckt werden soll. Die
Verantwortlichen der Kulturhauptstadt machen aus der Not eine Tugend:
Statt das wenige Geld in große Spektakel zu stecken, wird in die
lokale Kunst- und Kulturszene investiert und in nachhaltige
sozioökonomische Kulturprojekte. Das Programm "Urban Furrows", also
"Städtische Furchen", initiiert städtische Gemeinschaftsgärten, hilft
bei der Integration der Roma-Minderheit oder regt den Anbau alter
Getreidesorten und Obstbäume an. Fünf Orte im weiteren Umland von
Maribor sind ins Kulturhauptstadtprogramm einbezogen: Ptuj, Murska
Sobota, Novo Mesto, Velenje und Slovenj Gradec, deren bestehende
Kunstszene, Festivals und Künstler heuer nicht zuletzt mit
internationaler Beteiligung gestärkt und belebt wird. Der
"Kulturmontag" berichtet über die spannenden Projekte, Martin Traxl
spricht mit dem slowenischen Autor und Mitgestalter des Programms,
Ales Steger.

Guimaraes: Portugals alte Hauptstadt. Die zweite Europäische
Kulturhauptstadt 2012

Das kleine Städtchen Guimaraes im Norden Portugals war im 12.
Jahrhundert für kurze Zeit die erste Hauptstadt des Landes: Alfons I.
ließ sich nach dem Sieg über die Mauren zum König krönen und erlangte
die Unabhängigkeit vom spanischen Kastilien. Die zweite europäische
Kulturhauptstadt dieses Jahres hat ganz ähnliche Probleme wie
Maribor: Die einst blühende Textil- und Lederindustrie ist in
Billiglohnländer abgesiedelt, die Sparpakete im krisengeschüttelten
Portugal tun ihr Übriges, um die Arbeitslosigkeit hoch und die
Hoffnung auf eine bessere Zukunft niedrig zu halten. Wie in Maribor
soll auch hier Kultur neues Leben in die Industrieruinen bringen und
nachhaltige Kunstprojekte einerseits Arbeitsplätze schaffen,
andererseits auch Touristen in die reizvolle Region locken. 111
Millionen Euro werden in das dichte Programm investiert - aber kann
diese geballte Kulturaktion die Probleme der verarmten Bevölkerung
tatsächlich lösen? Der "Kulturmontag" mit einem Lokalaugenschein.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am
Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III und ist nach der
TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek
(http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Rückfragehinweis:

ORF-Pressestelle
   Alexandra Wittenberg
   Tel.: (01) 87878 - DW 12238
   http://presse.ORF.at

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