10. P-AIR Presseclub: "Genderspezifische Unterschiede bei Asthma und COPD"

Wien (OTS) - Frauen und Männer unterscheiden sich sowohl auf biologischer als auch psychosozialer Ebene voneinander. Verschiedenheiten lassen sich dabei sowohl beim Gesundheitsbewusstsein, in der Entstehung und der Wahrnehmung von und im Umgang mit Krankheiten feststellen. Während die Zahl der männlichen Raucher sinkt, steigt die Zahl der weiblichen stetig an. Gerade bei Lungenerkrankungen sind die geschlechtsabhängigen Unterschiede in vielen Bereichen noch zu unbekannt. Im Rahmen des 10. P-AIR Presseclub diskutierten Experten geschlechtsspezifische Aspekte von Asthma und COPD, ihre Ursachen und das Anliegen einer zukünftig männer- bzw. frauengerechten optimierten Behandlung. +++

Lange Zeit wurde in der Medizin in der Behandlung von Frauen und Männern kein Unterschied gemacht. So fand auch die geschlechterspezifische Forschung in der medizinischen Fachwelt nur wenig Beachtung. Heute rücken die Unterschiede im Krankheitsbild im Zuge einer optimierten Behandlung immer stärker ins Blickfeld des medizinischen Interesses. "Die Gendermedizin ist ein neuer Forschungsansatz, der sich nicht nur mit körperlichen Unterschieden zwischen Frau und Mann und Krankheitsberatung und -entstehung beschäftigt, sondern auch mit Gesundheitsverhalten und Prävention von Krankheiten. Die Gendermedizin orientiert sich an biologischen und psychosozialen Faktoren und an individuellen Bedürfnissen beider Geschlechter in allen Sparten der Medizin. Das beginnt mit den verschiedenen Zugängen von Frauen und Männern zu den Themen Vorsorge, Lebensstil und Therapien", schildert Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, Lehrstuhl für Gender Medizin an der Medizinischen Universität Wien.

Geschlechtsspezifische Ausrichtung von Arzt-Patienten-Gesprächen

Schon in der Diagnosestellung zeigen sich Unterschiede zwischen Frau und Mann. Meist brauchen Frauen eine einfühlsame Gesprächsführung, ein wertschätzendes Klima und ein gutes Verhältnis zum Arzt oder der Ärztin, während Männer ihre Beschwerden zielgerichtet schildern. "Arzt-Patienten-Gespräche müssen zukünftig mehr auf das Geschlecht und die jeweiligen individuellen Bedürfnisse ausgerichtet sein. Ein ungeeigneter Kommunikationsstil kann unter Umständen eine Ursache für falsche oder mangelhafte Diagnosestellung sein", so Univ. Prof.in Dr.in Kautzky-Willer. Lange Zeit gab es zu Frauengesundheit außerdem keine entsprechende Datenlage, da der männliche Körper in der Medizin als Bezugsgröße verwendet und Krankheitsbilder in der Regel anhand von typisch männlichen Symptomen beschrieben wurden. Diese Tatsache lag an der Befürchtung, durch Studien an Frauen den Kindern von Schwangeren zu schaden.

COPD bei Frauen im Steigen begriffen

Die Zahl weiblicher Raucher nimmt stetig zu, während die Zahl männlicher laufend sinkt. Die Lunge und die Gefäße von Frauen werden jedoch stärker geschädigt als jene des Mannes. Frauen sind aufgrund ihrer engeren Atemwege und des niedrigeren Lungenvolumens früher auf die Gabe von Sauerstoff angewiesen als männliche Raucher mit COPD. Prim. Dr. Norbert Vetter, Vorstand der 2. Internen Lungenabteilung des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe, Otto Wagner Spital erläuterte, dass COPD bei Frauen die schon lange rauchen in den letzten Jahren zugenommen hat. "Die Prävalenz ist bei den 40-jährigen Frauen höher: 16 Prozent bei Frauen im Vergleich zu zehn Prozent bei Männern. Aufgrund des schwereren Krankheitsverlaufs ist bei Frauen häufiger eine Sauerstofftherapie nötig. Da sie bei gleicher Lungenfunktionseinschränkung eine geringere Leistungsfähigkeit haben und stärker unter Atemnot leiden, müssen der Langzeittrainingsplan und die Rauchentwöhnung geschlechterspezifisch aufgebaut werden".

Asthma tritt bei Buben häufiger auf

Nach heutigen Schätzungen leiden fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung an Asthma bronchiale. Auch Allergien sind in der Bevölkerung relativ weit verbreitet. "Von Allergien sind 25 Prozent der Frauen und 18,9 Prozent der Männer betroffen. An allergischem Asthma leiden 3,9 Prozent der Männer und 4,6 Prozent der Frauen. Im Kindesalter sind mehr Buben von Asthma betroffen als Mädchen, während im Erwachsenenalter häufiger Frauen betroffen sind. Zweifellos beeinflussen die Sexualhormone die Entwicklung allergischer Erkrankungen wie Asthma bronchiale. Sobald Mädchen geschlechtsreif sind und sich Östrogen verstärkt entwickelt, steigt die Zahl der Asthmatikerinnen. Eine Monatsblutung vor dem 12. Lebensjahr ist mit einem erhöhten Asthmarisiko verbunden. Bei Frauen sind Asthmaanfälle um die Monatsblutung, aber auch um den Eisprung gehäuft. Das männliche Hormon Testosteron hingegen wirkt antiallergisch", stellte Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums fest.

Einbezug beider Geschlechter für maßgeschneiderte Behandlung

Heutzutage müssen Studien auch an Frauen durchgeführt werden, die Medikamente für die spätere Verordnung an Mann und Frau testen. Durch diese Tatsache hat sich das Geschlechterverhältnis in klinischen Studien verbessert. Die Experten zeigten sich darüber einig, dass eine optimierte Behandlung und Therapie für beide Geschlechter nur durch die Einbeziehung von Mann und Frau mit ihren biologischen und psychosozialen Faktoren gelingen kann.

Über P-AIR:

P-AIR ist eine mehrmals pro Jahr stattfindende Presseveranstaltung, die 2008 von AstraZeneca Österreich ins Leben gerufen wurde. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Bewusstsein für die mittlerweile zur Volkskrankheit avancierten Indikationen Asthma, COPD und Allergien zu steigern. Thematisiert und von renommierten Experten beleuchtet werden verschiedene Aspekte, die mit diesen Krankheitsbildern in Zusammenhang stehen. Ziel der aktuellen Veranstaltung ist, auf geschlechter-spezifische Eigenheiten im Umgang und im Verlauf möglicher und bereits bestehender Atemwegs-Erkrankungen aufmerksam zu machen.

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