- 27.03.2012, 09:26:07
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SOS Mitmensch startet Petition gegen Diskriminierungspolitik in neuem Gewand
Nein zum falschen Spiel der Politik mit dem "Migrationshintergrund"
Wien (OTS) - SOS Mitmensch startet gemeinsam mit 52
ErstunterzeichnerInnen die Petition "Stopp dem falschen Gerede vom
'Migrationshintergrund'!". Die UnterzeichnerInnen sagen Nein zur
fortgesetzten Bevormundung, Abstempelung und Benachteiligung von
Menschen aufgrund ihres Geburtsortes oder des Geburtsortes ihrer
Eltern. Die UnterzeichnerInnen sprechen sich für Selbstbestimmung
aus: Menschen sollen selbst entscheiden können, ob und wann sie ihren
"Migrationshintergrund" in den Vordergrund rücken.
Kein Tag vergeht ohne Meldung über die "Menschen mit
Migrationshintergrund". Überall, wo es um soziale Herausforderungen
geht, wird von ihnen gesprochen und gebannt auf ihre Unter- oder
Überrepräsentation gestarrt. Der "Migrationshintergrund" wird von
Teilen der Politik zur alles erklärenden Variable gemacht. Doch immer
mehr Betroffene empfinden die Fixierung auf den
"Migrationshintergrund" als Fortsetzung einer Diskriminierungspolitik
im neuen Gewand. Die anfängliche Hoffnung, die Sensibilität für den
"Migrationshintergrund" könne Positives bewirken, ist Ärger über den
Missbrauch dieser Bezeichnung gewichen. Die Petition bringt genau das
zum Ausdruck: und richtet sich gegen die missbräuchliche Spaltung der
Bevölkerung in "Menschen mit Migrationshintergrund" und "Menschen
ohne Migrationshintergrund".
Ewa Dziedzic (Erstunterzeichnerin der Petition): "Ich mag mich
nicht mehr per se als Migrantin definieren. Trotzdem werde ich noch
immer von außen als Migrantin einkategorisiert. Das Thema empfinde
ich inzwischen als lästig.".
Julya Rabinowich (Erstunterzeichnerin): "Ich hab mich nie als
Migrantin wahrgenommen. Die Politik betreibt Missbrauch mit dem
Thema. "Migrant" und "Migrationshintergrund" sind die neuen Worte für
"Tschusch". Ich fühl mich allerdings nicht als Opfer, denn ich gehöre
zu denen, die es sich leisten können, das abzustreifen."
Alexandra Siebenhofer (Erstunterzeichnerin): "Wofür braucht man
den Begriff "Migrationshintergrund" überhaupt? Doch nur, um Menschen
als "anders" und "fremd" zu kennzeichnen.":
Eva Maria Bachinger (Mitautorin des Buches "Die
Integrationslüge"): "Menschen werden fremder gemacht als sie sind.
Das Gerede vom "Migrationshintergrund" verdrängt andere, oft
relevantere Hintergründe."
Bernhard Perchinig (Migrationsforscher): "Es gibt so etwas wie
eine Migrationshintergrund-Astrologie. Der Begriff
"Migrationshintergrund" hat so eine große Breite, dass er
wissenschaftlich so gut wie immer irrelevant und fast nicht
verwertbar ist. Dennoch hat sich der Begriff auch in Teilen der
Sozialwissenschaften eingebürgert."
"Es geht nicht darum, einen falschen Begriff durch einen anderen
zu ersetzen, sondern es geht um eine Neuorientierung der Politik. Die
Politik muss weg von dem Gedanken kommen, dass man Menschen aufgrund
einer diffusen Kategorie zu einer Gruppe zusammenzufassen und damit
alles Mögliche erklären und bestimmen kann. Durch die Fixierung auf
den "Migrationshintergrund" werden falsche Themen in den Vordergrund
gerückt und falsche politische Schritte gesetzt", kritisiert
Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, der abschließend
darauf verweist, dass es die Aufgabe einer verantwortungsvollen
Politik wäre, den Menschen zu sagen, dass der "Migrationshintergrund"
in der Regel genau NICHT das ist, was sie unterscheidet.
Alle Informationen zur Petition finden Sie unter:
http://www.sosmitmensch.at/stories/6058/
Rückfragehinweis:
Alexander Pollak
Tel.: 0664 512 09 25
mailto:[email protected]
www.sosmitmensch.at
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