• 26.03.2012, 10:57:12
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GLOBAL 2000 warnt: Hohe Bisphenol A-Belastung in Babyfläschchen aus Polyamid!

EU-Untersuchung zeigt schockierende Chemiebelastung in Mehrzahl der Babyfläschchen - Entwarnung kann vorerst nur für Glas-Fläschchen gegeben werden!

Wien (OTS) - Eine nach Inkrafttreten des Verbots von Bisphenol A
(BPA) in Babyfläschchen von der EU-Komission beauftragte Untersuchung
von 449 im europäischen Handel erhältlichen Fläschchen aus
unterschiedlichen Kunststoffen (Polycarbonat, Polyethersulfon,
Polyamid, Polypropylen, Silikon etc.) erbrachte schockierende
Ergebnisse: Trotz Kennzeichnung als "BPA-frei" gaben 20 der 28
untersuchten Fläschchen aus Polyamid hohe bis sehr hohe Mengen BPA in
das Babymilch-Simulat ab (die Marken wurden im Untersuchungsbericht
nicht bekannt gegeben). "Dass kurz nach dem Aus für BPA-hältige
Polycarbonat-Fläschchen diese gesundheitsgefährdende hormonell
wirksame Chemikalie in alternativen Materialien wieder auftaucht, und
das in noch weit größeren Mengen, ist ein riesen Skandal", ärgert
sich Helmut Burtscher, Chemiker bei der österreichischen
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Es scheint, als würde die
Industrie nichts dazulernen! Es genügt nicht, die Fläschchen als "BPA
frei" zu kennzeichnen. Es muss durch Kontrollen auch sicher gestellt
werden, dass dem so ist!"

Tatsächlich kommt dieses Ergebnis überraschend, da anders als bei den
verbotenen Polycarbonat-Fläschchen für die Herstellung von
Polyamid-Fläschchen BPA keine Ausgangssubstanz ist. So finden sich
auch von ein und dem selben Fabrikat Fläschchen, die kein BPA
aufweisen, und andere, die eine mehr als 100-fach höhere
BPA-Belastung aufweisen als die inzwischen verbotenen Fläschen aus
Polycarbonat, was auf einen chargenabhängigen Einsatz von BPA, etwa
als stabilisierender Zusatzstoff, hindeuten könnte.

Ähnlich katastrophal war das Ergebnis der Silikon-Fläschchen. Neben
anderen Chemikalien gaben diese sogar den EU-weit für Spielsachen und
Babyartikel verbotenen Weichmacher DEHP in das Babymilch-Simulat ab.
Aus österreichischer Sicht beruhigend: Fläschchen aus Silikon und
Polyamid sind hierzulande im Handel (noch) kaum verbreitet. Doch auch
die weit verbreiteten Polypropylen-Fläschchen lieferten ein
schlechtes Ergebnis. Zwar sind diese tatsächlich "BPA-frei" doch
ließen sich in den 149 untersuchten Fläschchen aus Polypropylen
insgesamt 27 verschiedene Chemikalien nachweisen, die in die
Babymilch "einwandern" können. Acht dieser Chemikalien sind in der EU
gar nicht reguliert und dürften daher auch nicht im Kunststoff
enthalten sein.

Die EU-Studie ergab auch ein positives Ergebnis: Alle sieben
untersuchten Babyfläschchen aus einem unter dem Namen "Triton"
vermarkteten Kunststoff gaben keine nachweisbaren Chemikalien in das
Babymilch-Simulat ab. Leider sind Fläschchen aus diesem Material in
Europa im Handel noch nicht weit verbreitet.

"Das Problem ist, dass man den Babyfläschchen ihre Chemiebelastung
nicht ansieht. Wäre auf der Verpackung zu lesen, dass die Fläschchen
das verbotene Xenohormon BPA, den Weichmacher DEHP oder bis zu 27
andere Chemikalien in die Babynahrung abgeben, würden diese mit
Sicherheit keine KäuferInnen finden", sagt Burtscher. GLOBAL 2000 rät
derweil zum Kauf von Glasfläschchen und fordert den Handel dazu auf,
die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, dass Babyfläschchen endlich
sicher werden.

EU-Untersuchungsbericht unter
http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/19440049.2011.644588

Rückfragehinweis:

Weitere Informationen:
   GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
   [email protected]
   
   Mag. Lydia Matzka-Saboi
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 26
   
   Mag. Nunu Kaller
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 20
   
   DI Dr. Helmut Burtscher
   GLOBAL 2000 Chemiker
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 34

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