Grüne Wien/Werner-Lobo: Keine Toleranz für homophobe Hetze

Kultursprecher fordert Einreise- und Auftrittsverbot für Hass-Sänger Sizzla

Wien (OTS) - Vor wenigen Wochen hat der Grüne Bundesrat Marco Schreuder auf seinem Weblog (www.schreuder.at) darauf aufmerksam gemacht, dass im Wiener Konzertlokal Reigen für den 26. März ein Auftritt des jamaikanischen Hass-Sängers Sizzla geplant ist. Der Reggae- und Dancehallmusiker ist bekannt dafür, dass er offen zur Gewalt und sogar zum Mord an Homosexuellen aufruft. Sizzlas Texte wurden von der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als gewaltverherrlichend und jugendgefährdend indiziert, 2008 war er deswegen im Schengener Informationssystem zur Zurückweisung und Nichteinreise in den Schengenraum ausgeschrieben.

"Wir haben daher sowohl den Kulturverein Reigen als auch den Veranstalter Bunfiresquad aufgefordert, den Auftritt abzusagen", berichtet Klaus Werner-Lobo, Kultursprecher der Grünen Wien. Diese haben daraufhin zwar zugesichert, homophobe Äußerungen vertraglich zu sanktionieren, "für uns ist das jedoch inakzeptabel. Man würde ja auch nicht auf die Idee kommen, eine Nazi-Band auftreten zu lassen, die explizit zum Mord aufruft, nur weil sie diesmal ausnahmsweise darauf verzichtet", so Werner-Lobo. Die Grünen Wien werden den Behörden eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verletzung von §10 des Wiener Jugendschutzgesetzes übermitteln, das ausdrücklich die Diskriminierung wegen sexueller Orientierung unter Strafe stellt. Sollte der Auftritt dennoch stattfinden, sei auch eine Strafanzeige wegen Verhetzung (§283) zu überlegen, so Werner-Lobo, der deshalb auch an die Innenministerin appeliert, ein Einreiseverbot zu verhängen.

Erst am vergangenen Sonntag hat Sizzla bei einem Konzert in Kingston laut Medienberichten erneut zum Mord an Schwulen aufgerufen. Nach massiven Protesten in Schweden wurde nun ein für 28. März geplanter Auftritt in Stockholm ebenso wie zwei Termine in Spanien abgesagt.

"Wien duldet keine homophobe Hetze. Wir werden in diesem Zusammenhang auch über eine Neugestaltung der Förderrichtlinien nachdenken:
Sexismus, Rassismus, Homophobie und alle anderen Arten von Diskriminierung haben im Wiener Kulturleben nichts verloren", so Werner-Lobo abschließend.

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